Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

174 
Neckarkreis. Oberamt Eßlingen. 
hoben, und schon im Johr 1473 wird durch Konrad Fyner von Gerhansen eine Buch- 
druckerei in Eßlingen angelegt. 
Im Jahr 1531 dringt die Reformation, erst die zwingli'schc, von schwerem 
Bildersturm begleitet, in den Jahren 1535—36 die lutherische Lehre durch. 
Die Kunstgeschichte der Stadt zieht sich seit dem romanischen und einem präch 
tigen Übergangsstil in ununterbrochener Reihenfolge bis über das Ende der Reichs 
stadt. Besonders der gotische Stil erfährt von den frühesten Anfängen bis zu 
seiner herrlichsten Spätblüte eine wunderbare Pflege. In der Stadtkirche ringt noch 
die alte romanische Basilikenart mit der besonders durch die Bettelorden neueindringcn- 
den ernstkühnen gotischen Weise. Und noch das vorige Jahrhundert stellt großartige 
Bauten auf. Das älteste Stadt-Siegel aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts 
enthält den einköpfigen schwarzen Reichsadler im goldenen Felde. (K.) 
Die Stadt. Die hohenstanfischen Mauern, ausgeführt in mächtigen Quader- 
Arkadenstellung der Stadtkirche zu Eßlingen,. 
blöcken mit Gußwerk innen, umzogen die Altstadt samt der Burg, von deren Ring 
mauern zwei Schenkelmanern, eine gegen Südosten zum Landolinsthor, die andere 
gegen Südwesten, zum inneren Bentanthvr hernicdergingen; eine dritte Schenkelmauer, 
die genau gegen Westen zum äußeren Thor der Bentau lief, kann erst mit der Um 
mauerung dieser Vorstadt durch König Rudolf von Habsburg (ß 1291), der sehr vieles 
für die Verstärkung der Befestignngswerke der Stadt gethan hat, gezogen worden sein. 
Die Altstadt liegt am rechten Ufer des Neckarkanals, des sog. Roßneckar, steigt 
sanft gegen den Burgberg (Schönenberg) hin; ihre Urform mag ein Viereck gewesen 
sein, da ihre älteste Ostmauer nordsüdlich von der östlichen Schenkelmaner der Burg 
her an der Landolinsstraße herabsührte, >215 fand die Ausbuchtung gegen Osten statt. 
Sieben Haupt- und vier Nebenthore führten von der Altstadt nach den Vor 
städten, nur eines, das Landolinsthor an der Nordostseite, unmittelbar in das Freie, 
im Westen in die Mettinger-, im Südwesten in die Pliensan-, im Südosten in die 
Oberthor-Vorstadt, im Norden in die vom Geißelbach durchströmte Beutau, neben der 
ostwärts die Burg emporstieg. Alle diese vier Vorstädte hatten wieder eigene Mauern, 
Türme und Thore, und zwar gingen auch gegen den Roßneckar mit seinen Inseln
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.