Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

Eßlingen. 
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ganze Bau ist von gotischem Zierat auf 
das schönste und reichste durchwachsen, 
zeigt ebenso in den Gliederungen hohe 
Feinheit und Vollendung und ein Fern 
halten von allem Schabloncnmäßigcn. 
— Totenschilde. — Altdeutsches Bild: 
Maria, Barbara und der Stifter, Hans 
Truchses von Stetten, Edelknecht 1505. 
Unter einem zarten, schöngcwölb- 
ten Baldachin, 1479(2), in der Nähe der 
Südwestecke des rechten Seitenschiffes 
liegen die schlichten Grabplatten der 
beiden Böblinger. 
„Anno domini 1482 an dem 4. 
tag des yänncr ist gestorben Hanns böb- 
linger maistcr unser lieben frowen kir- 
cheit buws, stainmetz. got geb im die 
ewig ruw. Amen. 
O Here Got, ich bit Dich um 
Diu barmercikait. Mateus Beblingcr von 
Eslin(g)en. ! 1505. j (s. S. 162.) 
An der Wand eine dritte Grab 
platte mit Schild s. S. 193. Im Schluß 
stein des Baldachins, sowie an einem der 
Kapitale das Zeichen des Haus Böb- 
lingcr. Ebenso am vierten südlichen Schiff- 
pfeiler bei einer Konsole (S. 190): Hic 
ligt begraben Hans Böblinger, Maister 
dis Hus. Des gedenckcudt durch Gott. 
Außen an der Nvrdseite des Chors 
kauert oben am Kranzgesims die kleine 
Gestalt eines Baumeisters. Frauenkirche. Grundriß") 
Im Folgenden geben wir einiges 
aus den sehr gründlichen Ausführungen des Hosbaudirektors von Egle (Vortrag 
im Württembergischen Verein für Baukunde am 23. Januar 1886) der sich zugleich 
auf die in zahlreichen Blättern ausgeführten Aufnahmen des bei der Restauratioii 
beteiligten Architekten Karl Mayer aus Eßlingen stützte. Leider ist die hochwichtige 
Arbeit, welche auch sämtliche Stcinmetzzeichen enthält, noch immer nicht zur Ver 
öffentlichung gelangt. 
Der Chor entstand (nach Egle) in den Jahren 1324—1332 bis zum Schluß 
der Getvölbc, mit Ausnahme der Chorgaleric und der Strebepfeiler-Abschlüsse; in 
den Jahren 1350—1360 entstanden die drei östlichen Schiffjoche, 1400—1420 die drei 
*) Wo es nicht besonders bemerkt ist, sind die Kirchen-Grnndrisse stets im Maßstab 1:400.
	        

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