Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

Neckarkrcis. 
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Im Spütmittelnlter geht wieder Eßlingen voran, Heilbronn und besonders das 
nun erstarkte Wirtemberg, mit seinen fürstlichen Baumeistern im 15. und im Anfang 
des 16.' Jahrhunderts; ein selbständiger und ganz tüchtiger Stil bildet sich aus, der 
bis in die Dorfkirchen eindringt. 
Im Laufe des 16. Jahrhunderts geschieht dann in der deutschen Renaissance Be 
deutendes besonders wieder im Herzogtum Wirtemberg, wo durch eine Reihe trefflicher 
Baumeister eine hervorragende Stuttgarter Bauschule entsteht; auch in der Bildhauerei 
geschieht viel, namentlich in Grabmälern, von 
denen der zahlreiche Adel noch zahlreiche 
oft sehr tüchtige Werke in den Kirchen hinter 
lassen hat. Das erlischt alles im dreißig-, 
jährigen Krieg, genauer nach der Schlacht 
bei Nördlingen (1634), nach welcher das 
protestantische Württemberg, und deshalb 
gerade der Neckarkreis, durch die Völker 
des römischen Königs Ferdinand mit Mord 
und Brand zur Wüstung gemacht wird. 
Als bezeichnendstes Bild aus diesen grauen 
vollen Tagen steht hier die tödliche Ver 
wundung des letzten großen herzoglich wir- 
tembergischen Baumeisters, des sechsund- 
siebenzigjährigen Heinrich Schickhardt durch 
einen kaiserlichen Soldaten kurz nach der 
Nördlinger Schlacht, in seiner Vaterstadt 
Herrenberg. 
In den Jähren 1688—1693 wird 
sodann eine ähnliche, ganz ans dieselbe 
Quelle zurückzuleitende gründliche Verwüst 
ung über die protestantischen Teile Südwest 
deutschlands, insbesondere wieder über den 
Neckarkreis, diesmal durch den allerchrist 
lichsten König von Frankreich, Ludwig den 
Vierzehnten, verhängt. 
Erst mit dem Beginn des 18. Jahr 
hunderts macht sich, im Herzogtum wenig 
stens, ein Kunstleben wieder fühlbar mit der Gründung der Stadt Ludwigsburg durch 
Herzog Eberhard Ludwig (ff 1733). Dann unter Herzog Karl (1744- -1793) in 
Stuttgart und Ludwigsburg und in der Umgebung beider Residenzen. 
Von den Tagen des König Wilhelm (1816—1864) bis auf unsere entstehen 
hervorragende Werke in Baukunst, Bildhauerei und Malerei; doch füllt die Aufzählung 
der Kunstwerke des lausenden Jahrhunderts außerhalb den Rahmen dieses Werkes; 
dieselben sollen nur mitunter gestreift werden. 
Vortreffliche Bausteine, in der über dem Muschelkalk lagernden Lettenkohle 
und in dem darüber liegenden Keuper, förderten seit Nömerzeiten die Ausübung der 
Grabstein des Burckhart Sturmfeder in Oppenweiler.
	        

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