Volltext : Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

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Neckarkreis.  Oberamt  Heilbronn.

rechts  ein  Gewirr  waldiger  Berge,  die  an  den  warmen  Südhalden  mit  Weinreben
bepflanzt  sind  und  die  alte  Reichsstadt  Heilbronn  in  weitem  Halbkreis  umbuchten;
diese  hat  eine  der  günstigsten  Städtelagen  Südwestdeutschlands;  ihre  horti  pulchri  et
prata  amoena  werden  schon  in  des  böhmischen  Ritters  Rozmital  Reisebeschreibung
vom  Jahr  1465  gerühmt.
Altertümer.
Als  einer  jener  Urplütze  erscheint  derjenige  der  Stadt  Heilbronn  selbst;  in  so
vortrefflicher  Lage  im  fruchtbarsten  Land  —  zugleich  am  Flusse  und  wohl  mit  Quellwasser ­
  versehen.  Öftere  Funde  von
Steinwaffen  und  schlecht  gebrannten
Gefäßen  bei  der  Stadt.  Vor  mehreren
Jahren  fand  man  auch  Urnengräber  mit
vorrömischen  Bronzesachen  im  Lehm
eingesetzt,  an  der  Ostseite  der  Stadt,
in  der  Nähe  der  jetzigen  Kaserne.
Dazu  der  über  Heilbronn  aufsteigende
Wartberg.  Verdächtig  als  Ringwall
oder  Kultstätte  ist  auch  der  hohe
Schweinsberg,  mit  prachtvoller  Rundsicht. ­
  Auf  deut  Hezenberg,  über  den
die  Straße  von  Neckargartach  nach
Ober-Eisesheim  führt,  fand  man  im
Jahre  1809  Töpfe  und  Schalen  aus
schwarzem  Thon,  benot  in  Pfahlbauten ­
  gefundenen  ähnlich,  und  Geweihreste. ­
  Grabhügel  sind  beim
Heilbronner  Wartturm,  auf  dem
Schweinsberg  und  bei  Grnppenbach.
Römisches.
Ein  Hauptrömerplatz,  mit  Kastell,  war  bei  Bückingen,  gegenüber  Heilbronn.
Zahlreiche  Funde  von  Mauern,  Münzen,  Bildwerken  und  Jnschriftsteinen.  Aus
keiner  Markung  des  Laitdcs,  ausgenommen  Rottenburg,  fand  man  bis  jetzt  so  viele
Altäre  und  Votivsteine.  Und  nicht  bloß  ihre  Zahl,  sondern  auch  ihr  Inhalt,  spricht
für  die  hohe  Bedeutung  des  Römerortes.  Da  sind  Weihe-Inschriften  an  die  Flurgöttinnen, ­
  an  die  sotonischen  Matronen,  an  Fortuna,  an  Jupiter,  an  den  katurigischen
Mars,  an  den  (keltischen)  Gott  Taranucnus,  an  den  pythischen  Apollo,  au  den  Persischen ­
  Sonnengott  Mithras,  an  den  Merkur  und  endlich  an  den  gerat,8  loci.
2öcitere  Römerplätze  waren  bei  Bonfeld,  mit  zwei  Denksteinen,  wobei  auf  einem  die
Worte  6.  Alisin.,  wohl  Castrum  Alisinense,  stehen,  dann  bei  Horkheim,  Neckargartach ­
  und  bei  Heilbronn  selbst.  Römische  Straßen  gingen  nach  allen  Richtungen,
die  wichtigsten  waren  wohl  die  Neckarstraßen  und  die  von  Heilbronn  nach  Blainhardt ­
  und  nach  Öhringen  am  rheinischen  Limes.

Stcintasel  vom  Siebenrohrbrunnen  zu  Heilbronn.
            
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