Volltext: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

Stuttgart Stadt. 
AUertürnev. 
D- 
'as reizende, tiefe und weite, von Reben umgrünte, von Wäldern umkränzte, 
von einem Seitenbach des Neckars durchflossene Thal, worin jetzt die Haupt 
stadt des Königreiches liegt, war vor dem 
Mittelalter nur spärlich besiedelt, wogegen das 
kaum eine Stunde nordöstlich von Stuttgart 
am Neckarfluß gelegene Cannstatt schon vor 
den Römern ein wichtiger Platz gewesen sein 
muß. Von dieser uralten Stätte, dort am 
leichtesten Übergang über das Neckarthal für 
weithin, werden in vor 
geschichtlicher Zeit schon 
„Renn-" oder „Hoch 
wege" auch südwestwärts, 
also durch das Gebiet der 
jetzigen Stadt Stuttgart 
gezogen sein: so von Cann 
statt herauf zum Weißen 
hof und ans dem schmalen 
Rücken der Feuerbacher 
und Bothnanger Heide 
fort bis zur Gaiseiche, 
weiter am Birkenkopf vor 
bei und zwischen den 
Quellen der Glems und 
des Heidenklingenbaches, 
der früher die „Wasser 
fälle" bildete, hindurch 
und südwärts aufdie Hoch 
fläche der Filder. Auf 
dem durch tiefe Schluchten 
geschützten Birkenkopf (mit 
Trinkwasser) glaubt man 
noch Reste eines alten 
Wallrings zu sehen; auch 
liegen aus dem schmalen, vom Birkenkopf östlich ausgehenden Rücken drei vorrömische 
Grabhügel. Der vorderste wurde geöffnet und ergab Bronzesachen und zwei Ge 
rippe (M. *). Außerdem scheint der auf der andern, der rechten Seite des Nesen- 
Die Stiftskirche. 
*) (M.) bezeichnet, daß sich die Gegenstände im K. Museum vaterländischer Kirnst- und Alter- 
tumsdenkmale in Stuttgart befinden.
	        

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