Ludwigsburg.
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mit 16 Gebäuden und 452 Gelassen. Vollendung des innern Ausbaues durch Herzog
Karl, teilweise Umgestaltung unter König Friedrich.
Im einzelnen fällt zunächst das alte Oorps de Logis ins Auge, dessen Fassade
über einem gequaderten Erdgeschoß zwei durch glatte Pfeiler zusammengefaßte, durch
die üppigen Fensterverdachungen auffallende obere Stockwerke zeigt, über welchen sich
das kräftige Hauptgesims mit einer von allegorischen Figuren belebten Attika erhebt.
Über den korinthischen Pilastern zu beiden Seiten des Bkittelfensters verkröpft sich das
Hauptgesimse, um einer von Engeln umschwebten, von einem kleinen Rundgiebel überdeckten
Kartusche mit Namenszug Raum zu geben. Eine spätere Zuthat ist der turmartig
mit einem Walm-Mansartdach über der Mitte der Plattform sich erhebende, in
einen kleinen Dachreiter endende Aufbau. Von der bizarren Eigenart der deutschen
Barockkunst giebt Nettes gewölbte Unterfahrt einen Begriff, „mit ihren Vorsprüngen,
Nücksprüngen und Verkröpfungen, den wunderlichen Vasen am Beginn der Auffahrt
und oben auf der Brüstung des Altans"*). Frisoni wollte hier einen dreifachen
Eingang herstellen, begnügte sich aber zuletzt damit, in die dorische Säulenordnung
mit ihrem Triglyphengebälk rechts und links das benachbarte Fenster hineinzuziehen.
Die Terrasse, von welcher die hochragende, durch die Galerien und Pavillonc verlängerte
Außenseite umgeben ist, trägt an den Ecken steinerne Wachhäuschen; breite Treppen
führen an den Nebenseiten ins Freie hinab, wo einst ein wohlgepflegter, mit schönen
Wasserkünsten ausgestatteter Garten sich befand. (K.)
Ans dem geräumigen dreischiffigen Vestibül, in welchem am 30/ Oktober 1793
Herzog Karl Eugen aufgebahrt lag, führt eine einseitige Treppenanlage in die mit
Balkon nach Norden gekehrte Vorhalle des korridorlosen Hanptstocks. Stuckornamentik;
ait. der Kaminwand flankieren zwei sitzende nackte Mänuergestalten, gewaltsam bewegt,
unter einem Rundgiebel einen Schild mit den drei Hirschstangen, während die
übrigen Teile des altwirtcmbergischcn Wappens in den Ecken der Halle über barocken
Hermen angebracht sind, welche die Decke stützen; an letzterer al fresco ein von
Amoretten mit den Attributen der Herrschaft umschwebtes, fürstlich angethanes Weib,
dessen Gesichtszüge für diejenigen der Grävenitz gelten. In einem der mäßig großen,
nach der Hofseite gelegenen Wohnräume (Napoleonszimmer 1805) gewahren wir die
„Weibertreue", ein Ölgemälde von Guibal. In der Nordwesteckc des Hauptbaues besindet
sich das in schnörkelhaften Formen ganz mit kleinen Spiegeln verkleidete „Spiegelkabinct",
wo Herzog Karl Alexander am 12. Mürz 1737 verschied. Im westlichen
Pavillon („Jagdpavillon") ist außer einem kleinen Vorsaäl mit barockem Kamin und
dem Jagdzinnner, wo Malerei und Vergoldung prachtvoll zusammenwirken und an
der Decke im prangenden Jagdorden gipfeln, in erster Linie beachtenswert das Maserzimmer
in der Nordwestecke, mit reichster Holzmosaik an Fußboden, Decken und Wänden,
eingelegten Ornamenten von unerschöpflicher Erfindung. Von den Verbindungsgalerien
fällt schon die westliche durch sprudelnden Überschwang in der Wahl der Dekorationsmittel
auf; die zum Ostpavillon führende sucht hierin ihresgleichen: in den Ecken und
*) Dr. C. F. v. LeinS: Die Hoflager und Landsitze des Württembergischen RegentcnhanseS.
Stuttgart, Verlag von Greiner & Pfeiffer, 1889. Diesem trefflichen Werk verdanken
wir manche wertvolle Winke, sowie mit gütiger Erlaubnis deS Verlegers eine Anzahl wichtiger
Abbildungen.
Paulus, Denkmäler aus Württemb.
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