Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

436 
Neckarkreis. Oberamt Neckarsulm. 
Neckarsulm 1335 an das Erzstift Mainz, 1484 an den Deutschorden, 1806 an Würt 
temberg. Am Karfreitag, 14. April 1525 wurde die Stadt von den Bauern einge 
nommen, Dezember 1631 war es Musterplatz der Schweden, 1674 lag der große 
Kurfürst hier. Abgegangen Burg Scheuerberg (1264 Lelruordorg), Amtssitz der Herr 
schaften Weinsberg, Mainz, Deutschorden; dieselbe wurde am 1. April 1525 von den 
Bauern zerstört. 
WacHencru (Bacherheim 782). 
Kleine kath. Kirche zur h. Walburga, zumeist aus der ersten Hälfte des vorigen 
Jahrhunderts. Ander Nordwestecke: 1520 jar. Der ältere Turm steht im Osten. Schon 
im Jahr 782 ist Kloster Lorsch hier begütert. Bis 1362 Reichsdorf, kommt dann 
teils an Weinsberg, teils an Mainz, 1483—1806 gehörte es dem Deutschorden; 
1620 am 10. Juni brannte das Dorf fast ganz ab. 
Minswangen (Binrzwangen f(76). 
Kath. Kirche zum h. Michael 1788, mit kräftigem Turm am halbrunden Chor. 
An der Südgrenze der Markung die Wolfgangskapelle. Alte Markgenossenschaft mit 
Erlenbach, Malefizgericht bis zum Bauernkrieg, 1525. Der Herrschaft Weinsberg zu 
gehörig, teilte der Ort den Herrschaftswechsel mit Scheuerberg-Neckarsulm. 
Wittebbr-onn (Bittelbrunnen ss6s). 
Hoch über der Seckach gelegen. Altes ev. Kirchlein zum h. Matthias. 
Möllingen (Bettingen 77s). 
Die kath. Kirche zum h. Michael steht auf dem Michaelsberg, mit romanischen und 
gotischen, 1513, Teilen, Ostturm noch romanisch, mit Säulensenstern. Grabsteine; römi 
scher Opferstein, s. S. 433 und 443. Steinernes Altarciborium, sehr schöne gotische 
Pieta, um 1400; sechs gotische Messingleuchter. 
Wuellach (Bretach 788). 
Die zum Teil noch spätgotische ev. Kirche zum h. Ägidius, 1514, mit romanischem 
Ostturm mit Tonnengewölbe auf diamantiertem Kämpfergesims. Über dem Nordportal 
des Schiffes eine Tafel: Als man zalt 1578 hat der ersam M(eister) Clement Bock 
dise kirche gemacht. Got derlei im frid und ruh, die seligkeit darzu; und auf einem 
Schildchen 6 V und das Meisterzeichen. Vor dem Eingang 
zum Kirchhof ein Gewölbe mit dem für heilkräftig geltenden Kirch- 
bronuen. Kirchhosthor 1613. Grabdenkmäler aus dem 17. und 
18. Jahrhundert. Altes Taufbecken von Zinn. Auf Pfeilern ruhende 
Linde mit Steinfassuug; 1566, 1628, 1741. Rathaus, 1594. Das 
Schlößchen, in bester Renaissance erbaut von dem Württember 
gischen Forstmeister in Neuenstadt 1594—1609, Junker Heinrich 
Chanofsky, Herr zu Langendorf. 
Die große steinerne Mühle, 1600—1602, ebenfalls ein trefflicher Renaissance 
bau mit hohen Steingiebeln. Weitere Renaissancehäuser: Gasthaus zum Lamm, 1601,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.