Title:
Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis
Creator:
Paulus, Eduard
Shelfmark:
2Kb 939-Text,1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/393080226_1889/73/
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Neckarkreis. Oberamt Backnang. 
durch die Franzosen am 25. Juli 1693, — wobei 210 Gebäude samt den Kirchen 
zu Grunde gingen, — wieder aufgebaute Stadt, dichtgedrängt, und meist mit schlichten 
Nolzbalkenhänsern (s. auch o. S. 3). 
° Ev. Stadtkirche, ehemalige Stiftskirche zum h. Pankratius auf dem Schloß 
berg über turmhohen Untermauern, ursprünglich eine dreischiffige, flachgedeckte, früh- 
romanische Basilika, mit zwei Osttürmen als Schluß der Seitenschiffe. Die noch er 
haltenen Türme, innen int Erdgeschoß kreuzgewölbt, haben an der Ostwand, in der 
Manerdicke ausgespart, je eine halb 
runde Chornische, im obersten Ge 
schoß dreibogige Säulenarkaden, 
mit Blätterkapitälen und hohen 
weitausladenden Aufsätzen. Der 
Chorschluß des Mttelschiffes wurde 
verdrängt durch einen langen, hohen, 
spätgotischen Chor mit schlichten, 
schlanken.Strebepfeilern und schön 
gefüllten Spitzbogenfenstern. Innen 
prächtiges Sterngewölbe, das auf 
Engel- oder Propheten-Brust 
bildern ruht. Auf einem Schluß 
stein das Zeichen des Baumeisters. 
Das Langhaus wurde nach dem 
Franzosenbrand höchst einfach wie 
der aufgebaut und trägt die Jahrs 
zahl 1697. Im Chor schöne Erz 
platten mit der Jahrszahl 1515, 
zum Gedächtnis an die hier be 
statteten Markgrafen Hermann II. 
von Baden (fl 1130), seinen Sohn, 
Hermann III. (fl 1160), dessen 
Mutter Judith und dessen Gattin 
Bertha, und andere Glieder des 
markgräflichen Hauses. Sandstein 
denkmal des Georg von Schömberg 
zu Rabenstein, fl 1589. Außen 
Dachreiter am Rathaus zu Backnang. 
an der Nordwand: Grabstein des Propstes Jacobus Wygk de Winnden, fl 1515. 
Gotisches Sakramenthäuschen, schönes altes Kruzifix. 
Sakristei zweistöckig, unten mit schönem Netzgewölbe, ihre reiche Stabwerks- 
psorte hat eine Holzthüre mit gotischem Eisenbeschläg und romanischem Thürklvpfer 
von Bronze. Hervorragend schöner, großer, gotischer flachgeschnitzter Schrank. Ein 
weiterer im zweiten Stockwerk. 
Westlich von der Stiftskirche erhob sich die St. Michaelskirche, am Abhang 
dee' Schloßberges; von ihr, der ursprünglichen Stadtkirche, steht nur noch der Chor. 
Diese, um 1122 gegründete, Basilika wurde zu Ende des 16. Jahrhunderts als
        

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