Volltext: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

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Neckarkreis. Oberamt Backnang. 
reizende, tiefeingeschaffte Blätter. Die Kreuzrippen, über dem Friese sv leicht als 
knlni in steilen Spitzbögen sich aufschwingend, wiederholen, n»r schlanker und etwas 
.„geschärft (birnförmig), die kraftvoll aufschießende Bildung der Ecksäulenbündel. Statt 
des Schlußsteins sind die beiden äußeren feineren Rundstäbe der Gewölbrippen zierlich 
in einen Knoten zusammengeschlungen. Auch die Kappen des sehr hohen korbartigen 
Konsole in der Stadtkirche zu Murrhardt. Giebelanfänger der Walderichskapelle, Löwe neu. 
Gewölbes bestehen aus starken Quadersteinen; ebenso, und von merkwürdigem Fugen 
schnitt, ist das als reines Kugelgewölbe aufgeführte Gewölbe des mehr als halb 
runden Chörchens. 
Jeder Knauf und jedes Band ist wieder anders, voll Kraft, Eigenart und 
Schärfe. Hier steht die deutsche Baukunst an einer Höhe, 
über welche sie nur zu ihrem Schaden hinausging. — In 
der Kapelle jetzt das spätgotische Kenotaphium Kaiser Lud 
wigs des Frommen, dann einige Trümmer des einst im 
selben Prachtstil erbauten, nach der Nördlinger Schlacht 
von Abt Emmerich durch einen (jetzt auch verschwundenen) 
Neubau ersetzten Kreuzgangs, ein frühromanisches Bogen- 
feld mit Pfauen, das ursprüngliche des Portals der Kapelle 
und das gotische Steinbild eines Heiligen. 
Das alte Refektorium, frühgotisch, die Wohnung des 
Revierförstcrs, mit hohen Fensterschlitzen. Langes Kloster- 
gebäude, mit Wappentafel: Anno domini 1551 Thomas abbas Murhartensis hoc 
aedificium fecit. 
'N dem freistehenden Hügel im Thal die ev. Walderichskirche, seit der 
ältesten Zeit neben der Klosterkirche bestehend, im schon tausendjährigen Friedhof; 
cbiff, 1489, frühgotischer Ostturm, mit starkem Rippenkreuzgewölbe aus Ecksäulen. 
Konsole in der Stadtkirche zu 
Murrhardt.
	        

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