Ernit, Territorien.
2925
(1619—1662), der Regent de8 Landes in einer überauS jHweren Zeit!).
Den Niedergang des Haufes Montfort vermochte au die neue Linie
nicht aufzuhalten. 1581 mar Liebenau, 1592 Wafferburg verkauft morden,
feßtere8 jogar mit der Hohen Gerichtsbarkeit, 1659 verkaufte Graf Hugo
feine Rechte an Hirfchlatt, Lonnte aber dafür die Herrfhaft Sdhomburg
jeinem Gaufe zuritggemwinnen. Erft jet, unter dem Druck der äußerjten
Not, gelangte man im Haus Montfort zu einem Entfhluß, den andere
Sefchlechter zu ihrem Vorteil viel früher gefakt Hatten: im Yahr 1652
führte Graf Haug mit Zuftimmung feiner Söhne die Primogenitur ein,
mit der Begründung, daß der noch vorhandene Reft de8 VYefipe8 für
mehr al8 einen Grafen nicht außreidhe; für die jüngeren Brüder wurde
eine bejdheidene Rente (800 fl. im IJadhr) geltgetebt. Den regierenden
Orafen murde auferlegt, jährlidH 1000. Schulden abzuzahlen, jedes
Yahır 50 fl. für Eirhlidhe Stiftungen und ebenfoviel für Arme auszugeben.
Allen Gliedern de8 HaufeZ wurde FefthHalten an der IatholijHen Religion
zur fliht gemacht und dabei al8 daS größte Glück gepriefen, daß niemand
vom Stamm Montfort zu einer falfden Lehre abgetreten fei.
Endlid murden der Bifdof von Konftanz und die beiden ausfchreibenden
Mitglieder des fHmwäbijhen Grafenkollegium3 zu Konferbatoren des
Haufe Montfort beitellt 2).
1) 3 der Krieg in die Gegend Kam, „befahl Graf Haug feine
Sachen Gott“ und ging (1684?) über den See nah Korfhad. Nach
ber Nördlinger Schlacht kehrte er zurüd nach Langenargen, wih dann
aber vor der Peft, die 1635 und 36 Herrfhte, nach Konftanz ıumb
Keidenau. In den folgenden Yahren war wieder mehr Ruhe, doch
murde das montfortijche Gebiet durch die Hohentwieler beläftigt; am
1. Sept. 1645 fiel Konrad Wiederhold ein, brannte einige Häufjer nieder
und forderte Langenargen zur Übergabe auf. Neue Bedrängnifje kamen,
al8 im Jahr 1646 Wrangel „wie ein ungeftümer Sturmmwind” gegen
den Bodenfee z0g. Der al8 Kommandant für RavenZhurg und Uıngebung
eingefeßte Oberftleutnant Iakfohn, ein {Harfer und wilder Mann, {Hickte
dem Grafen von Montfort einen an allen vier Enden angebrannten
Beitel mit der Drohung: {jo merde er die montfortifjche Herridhauft an
allen vier Enden anzünden, wenn man fih nicht alsbald megen Brands
Ihagung und Kontribution mit ihm vergleide. Man einigte [ih auf
1000 Taler, mozu ihm noch der Graf ein Pferd mit allem Zubehör
präfentieren ließ. Al8 in der Folge au Langenargen, wo ji der
Graf aufbielt, bedroht mar, ging er Ende Dezember 1646 über den
See nad) Arbon und blieb drei Yahre lang im bifHöfligHen Schloß.
Sein Gebiet hatte gerade in den lebten KriegSjahren nody Hier zu
leiden. Der Graf erfchien in Diejer Zeit nur einmal, und zwar zur
zaufe bein Ihwedifhen Kommandanten in Langenargen. €3 Hatte zur
yolge, daß die Schweden fortan ihr Verhalten befferten, dafür „böferten“
lid aber die KatferlidHen, Erjt Ende 1649, nachdem die Schweden die
läge geräumt Hatten, Kehrie der Graf, der dem Frieden zunüchit nicht
getraut Hatte, in Jein Land zurück; auf dem RathauZ zu AWrbon Hinterließ
et ein vergoldetes Trinkgefdhirr zum Andenken. (Nah Arzet.)
2) Or. des MajoratShriefe8 St, Urkundentaufh 78; Kail. Beftätigung
von 1654 ebd. 80. Vanotti S. 197.
Öberamt Tettnana.