Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

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Schwarzwaldkreis. Oberami Horb. 
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knorrigem Astwerk endigt. Ein Engel hält daran den Wappenschild der Schütz vom 
Eutinger Thal. Das Tabernakel trägt das Zeichen 
eines in Bebenhausen und Alpirsbach thätigen, talent 
vollen Bildhauers, s. das nebenstehende Zeichen. 
Zwei reiche spätgotische Nischen mit Eselsrücken 
und den Reliefs des heiligen Stephanus und eines 
Bischofs. Der westlich stehende, fünfstöckige, unten kreuz- 
gelvölbte Turm hat außerordentlich dicke Mauern und 
steht auf der Seite; es war ein alter Wehrturm. 
Eutingen war früher ummauert und hatte vier Thore. 
Am 11. März 1685 zerstörte ein Brand den größten 
Teil des Orts. 
Auf einem felsigen Vorsprung des Eutinger Thals 
liegt wildverwachsen die malerische Ruine der Burg 
Eutinger Thal. Man sieht in ihre klaffenden Mauern 
und Türme hinein, wenn man mit der Eisenbahn von 
Eutingen gegen Horb herunterfährt. Im Jahr 1818 
kaufte der Papierfabrikant Beck das Schloß von dem 
Grafen Clemens Schenk von Staufenberg um 198 Gul 
den und ließ dasselbe großenteils abbrechen zum Auf 
bau seiner Papierfabrik in Egelsthal. Die Burg ent 
hielt noch den mit Bildern, Sprüchen und Wappen 
gezierten Rittersaal und jenen Ofen, der jetzt im Rat 
haus zu Horb steht. S. auch o. S. 140. 
Als Herren von Eutingen saß bis znm Ende des 
13. Jahrhunderts ein gleichnamiges freies Geschlecht 
EutMge». auf j, er ; m Thal gelegenen Burg; 1087 schenkt Regin- 
bold von Uotingen allda dem Kloster Reichenbach ein kleines Gut. Im Jahr 1295 
saß Konrad Böcklin „nf Utinger Tal", aus dem alten 
Elsäßer Geschlechte der Böcklin von Böcklinsau, die 
noch heutzutage im Badischen begütert sind; s. auch 
Band I. S. 124. Bereits 1488 erscheint dann Michael 
Schütz von Horb zu Eutinger Thal, das er, wenigstens 
teilweise, seit 1474 inne hatte, als ein Mitglied des 
St. Georgenschilds. Die Schütze zu Eutinger Thal 
blühten noch um 1550. 
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Kath. Kirche zu St. Johann dem Täufer, 1747, 
Turm 1796, mit kleinem, aber sehr feinem spätgotischem 
Flügelaltar. Im Schrein die geschnitzten Figuren 
Madonna, St. Johannes und Bernhard, auf der Pre 
della gemalt die Brustbilder der zwölf Apostel, auf den 
Flügeln L>t. Sebastian und Agnes, neben ihnen knieen Stifter und Stifterin mit ihren 
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