Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Weitingen. Wiesenstetten. 
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Auf dem Friedhof steht eine 1733 von Jos. L. B. von Ow erbaute Kapelle 
mit der Familiengruft. 
Die Herren von Wachendorf, von 1095—1299 genannt, scheinen eine Fa 
milie zu sein mit den Herren von Om, bei welchen der Ort bis 1S05, Schloß und 
Gut nebst dem Patronat der Pfarr- 
und Schulstelle bis heute geblieben ist. 
Zu Wachendorf in einem durch eine Ge 
denktafel kenntlich gemachten Hanse ist 
27. Oktober 1738 geboren Nikolaus Ney, 
Küfer, nach Saarlouis gezogen, wo ihiit 
den 10. Januar 1769 Michael Ney, der 
nachmalige Marschall, Herzog von El 
chingen, Fürst von der Moskwa, geboren 
tvurde. Die männliche Linie der Familie 
Ney in Wachendorf ist ausgestorben. 
Abgegangene Burg über dem Starzelthal 
und der Burgmühle. 
Weitingen. 
Kath. Kirche znm heil. Martin, 
1504, mit reichen spätgotischen Mast 
werkfenstern an Schiff und netzgewölbtem 
Chor; auf den Schlußsteinen das von W-umgen. 
Spethsche Wappen, St. Petrus, Sebastian, 
Martin, Madonna. Der im Westen stehende Turm hat unten eine krenzgewvlbte 
Vorhalle, oben Mastwerkfenster und Satteldach. — Eine gemalte spätgotische Predella 
mit den zwölf Aposteln kam in Besitz des Freiherrn 
von Ow auf Wachendorf. Große Kapelle, 1770, daran 
ein schöner, mit Blumeit besetzter, spätgotischer, steinerner 
Bildstock, in der Nische das Brustbild des dorncn- 
gekrönten Heilands. Eine Viertelstunde westlich stand 
die Urnburg, noch Trümmer eines runden Turmes 
und anderes Mauerwerk sind vorhanden. Stammsitz der 
Herren von Weitingen, welche, teilweise mit den Bei 
namen Lamm und Schaf, im 12.—17. Jahrhundert 
blühten. Wappen: von Rot und Weist geteilter Schild, 
oben ein weißbekleideter schwebender Arm; Helmzier 
auf rotem Kissen mit weißen Quasten ein schwarzes 
stehendes Lamm. Burg und Ort kam an die Grasen 
von Hohenberg, 1381 an Österreich. Die Burg zerstörte Graf Eberhard im Bart 1464. 
Wiesenstetten (772 Wisunstat). 
Kath. Kirche zum heil. Stephanus vom Jahr 1727. Kloster Lorsch erhielt hier 
schon im Jahr 772 Eigentum.
	        

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