Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Neuenhaiis. Neuffen. 
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Würfelknaufsäulen (mit Eckknollen) geteilte, dreischiffige Langhaus. Hier alles flach- 
gedeckt, aber die drei Schiffe schließen nüt drei halbrunden, alißen rechteckigen Chören, 
mit Spuren romanischer Bemalung. Die Kirche ist schwer durch Emporen verstellt 
und würde, von denselben befreit und mit den alten Fresken wieder aufgedeckt, einen 
der weihevollsten heiligen Räume geben. Jni Jahr 1501 wurde vor die alte Vor 
halle ein starker gotischer Turm, unten gleichfalls mit gewölbter Vorhalle, und an 
die Südseite eine solche auf zwei Säulen angebaut. Am Äußeren hat das Mittel 
schiff als einzigen Schmuck einen flachen, frühromanischen Rundbogenfries, ähnlich 
dem oben an dem noch erhaltenen herrlichen Turm der Peterskirche zu Hirsau. 
Abgegangene Burg über dem Ort und Burg Liebenau, mit Adel im 13. und 
14. Jahrhundert. Der Ort kam mit Nürtingen an Württemberg. 
Werten licrus, Hafner-Neuhaufen (Niuweuhus Jahrhundert). 
Spätgotische, ev. Kirche, Langhaus verändert, Chor mit Rippenkreuzgewölbe. 
Auf der „Pfalz" ehemaliges Wasserschlößchen, jetzt Bauernhaus. Ten Ort verkaufen 
die Pfalzgrafen von Tübingen 1347 an Württemberg. 
Hohen-Neussen. 
Werrffen, Stadt (Nisin um ff00). 
Noch zum Teil ummauerte Stadt im Obst- und Weingelände z» Füßen der 
Riesenburg Hohen-Neuffen. — Schöne, frühgotische ev. Stadtkirche zum heil. Martin; 
dreischiffige Basilika mit erhöhtem, oben von Spitzbogenfenstern erhelltem Mittel- 
schifs. Die drei Schiffe mit Holzdecken, die der Seitenschiffe schief, der vieleckig 
schließende, hohe und schlanke Chor mit Rippenkreuzgewölben auf Wauddiensten mit 
Fratzenkapitäleu; der Triumphbogen auf Konsolen mit Tiergestalteit. Je vier kapitäl- 
lose Rundsäulen tragen die gekehlten, spitze» Arkadenbögen des Langhauses. Blau 
hat den Eindruck, daß hier ein Meister baute, der die noch halbromanischen Hohenstaufen- 
Erinnerungen seiner Jugend mit der in die Reichsstädte Reutlingen und Gmünd 
und in das benachbarte Owen, die Residenz der Herzoge von Teck, fähhereinge 
brochenen hochgotischen Kunst redlich ringend zu verschmelzen suchte. 
Die Stadtkirche zu Neuffen gehört zu den lehrreichsten Werten der frühen 
schwäbischen Gotik; man sieht an ihr, ähnlich wie an der nahen Stadtkirche zn Owen,
	        

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