Volltext: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

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Schwarzwaldkreis. Oberamt Rottenburg. 
den sechs Glocken sind bemerkenswert die größte: Da . veniam . Christe . Pieps . 
supplicat . et . sonos . iste . a . Cliro . Nato . M.DC.XLIX . ab . exusta . civi- 
tate . Eottenb. V. (folgen die Namen des Papstes, Kaisers, Präfekten, Dekans und 
der Kapitnlaren) scte. Martine . ora . pro . nobis (zweimal). Mense f Junio f 
M f DC f XLIX f hoc f aes f campanuni f tundebatur f cum f aliis f 
3 f a f m f m (a magistris) Honorato f Rosier f Johanne f Denorge f 
Joanne f & f Claudio f Rosier f Lotharingis f. Die zweite: a . fulgure . 
et . tempestate . libera . nos . Jesu . Chre . Amen . anno M.DC.XLIX (Namen 
des Bürgermeisters und der Ratsherrn); die dritte: anno . Chr . 1644 . Aug. Als . 
Rottenbnrg . die. Werth . Stadt. durch . Fewrs Brunst . verloren . hat . all. geben . 
Rathaus . die. Kirch . zuegleich . wariber . wehklagt . Arm . Und . Reich . Bin . Ich . 
durch . Hitz - im . Thurm . zerflossen . im . Jahr . wie . volgt . von . newem . gossen ff 
anno ff M f DC f XLIX. 
Kirche zu St. Moritz in Ehingen, erbaut 1209, aus welcher Zeit aber bestimmte 
Überreste oder Merkzeichen am jetzigen Bau sich nicht mehr aufweisen lassen, 1320 
bis 1330 bei Gründung eines Chorstifts bei dieser Kirche erweitert, im 14. Jahr 
hundert (?) ans Ostende des rechten Nebenschiffes die St. Annakapelle angebaut 
(Grablege der Merhelte von Wurmlingen), Turm 1433 vollendet, 1490 die Nlrichs- 
kapelle, jetzt Sakristei angebaut; Umbau des ganzen Langhauses 1700, restauriert 
1849 f. Der mit Streben besetzte Chor, ans dem Achteck geschlossen, mit Maßwerk- 
fenstern und Kreuzgewölben (Schlußsteine Agnus dei, Schweißtuch, Rosette) stammt aus 
dem 14. Jahrhundert; die vorderen Rippen endigen in Baldachinen; in der rechten 
Chorwand noch ein in die St. Annakapelle sich öffnendes Fensterchen mit früh 
gotischem Maßwerk; die südliche sich ihm anlehnende St. Annakapelle hat apsiden 
artigen Schluß, innen Kreuzgewölbe mit schwachen Rippen. Die Ulrichskapclle, zwei 
stöckig mit vieleckigem Schluß; der untere netzgewölbte einstige Kapellenraum jetzt 
Sakristei, das Obergeschoß, ebenfalls mit eurem Netzgewölbe, welches noch die alte 
Bemalung zeigt, war der Kapitelsaal des Stifts. Der Turm steht an der Westseite, 
aber nicht in deren Mitte, sondern an der nördlichen Ecke, schließt mit hohem, acht 
seitigem Zeltdach und zeigt in seinem obersten Geschoß und in den vier Giebelfeldern 
gotische Maßwerkfenster. 
Das dreischiffige Langhaus hatte früher Oberlichter im Mittelschiff, welche 
unter dem Dach noch sichtbar sind (rechteckig mit gotischer Profilierung und Mittel 
stab, nach der Kirche in flachem Bogen geschlossen, an den Laibungen noch Spuren 
von Bemalung); durch das 1700 in die Schiffe eingespannte Gewölbe, das im 
Mittelschiff unter den Oberlichtern eingezogen ist, sind sie geblendet; die stillosen 
Fenster und Streben aus derselben Zeit. Innen tragen Säulen mit Wulst und Platte 
und unschönen späteren Aussätzen die tiefgekehltcn Arkadenbögen; alle drei Schisse 
haben Nahtgewölbe. 
Drei lebensvolle Hohenberg'sche Grabmäler sind am Marienaltar eingemauert: 
1336 Rudolf I. von Hohenberg, stattliche Ritterfigur; 1329 Irmengard von Württem 
berg, Stifterin des Kollegiatstists, schöne Frauenfigur; Inschrift: hie . jacet. ecce . 
rosa . quondam . nimium . speciosa . Irmengart . grata . de . Wirtenberg . gene- 
rata . uxor . Rudolf!; 1359 Albert von H., Bischof von Freising. — In der Sakristei
	        

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