Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Rottweil. 
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stein des verschlungenen Netzgewölbes ziert ein Engel, den Stadtadler haltend, und 
über dem Eingang ist eine trefsliche Steinskulptur mit der Jahreszahl 1111 ange 
bracht: Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, mit St. Georg und einer 
weiblichen Heiligen. Zum Gekreuzigten schweben vier schön geflügelte Engel herbei. 
An der Südseite des Chores in Holz geschnitzt ein großer Ölberg, in sehr spätem 
gotischem Geschmack. 
Das Innere der Kirche wirkt durch die durchgängige Wölbung und Bemalung, 
das Fehlen aller Emporen, die stolze Höhe des Hauptschiffes, die Auflösung der 
Langwände der Seitenschiffe in Kapellenreihen und die Erfüllung der Chorfenster mit 
leuchtenden Glasgemälden. Reich belebt mit Kehlen und Rundstäben steigen die 
Rottweil. Hciliglreuzkirche. Gewölbekonsolen. 
Mittelschiffpseiler empor und verbreiten im Hauptschiff und in den Seitenschiffen viel 
gestaltige, scharfgerippte, mit zahlreichen Schlußsteinen geschmückte Netzgcwölbe; dazu 
der schlanke, von starken Rippenkreuzgcwölben übersprengte Chor, während in sämt 
lichen Kapellen wieder prächtige Netzgewölbe sich verzweigen. Alles schön bemalt 
mit Flammen und Blumen, im Chor mit goldenen Sternen ans blauem Grund. Das 
Mittelschiff hat an seinen reich gegliederten Pfeilern die (neueren) Gestalten der zwölf 
Apostel auf hölzemen Konsolen, ist über die Seitenschiffe erhöht, doch nicht so, daß 
es eigene Fenster erhalten konnte, und zeigt an seinem sternartigen Netzgewölbe 
11 große und mehrere kleinere Schlußsteine, die teils Rottweiler Patrizierwappen, eines 
darunter mit der Jahreszahl 1517, teils die Bildnisse verschiedener Heiligen enthalten, 
wie des Nikolas, Paulus, der Margareta, Katharina, Maria. Barbara, des Sebastian.
	        

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