Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

Dürrwangen. Ebingen. 
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Es sind drei sehr breite und tiefe in den Fels gehauene Gräben, deren Wände 
da, >vo der Fels Lücken bot, durch Mauerwerk beglichen wurden; auf den Rückseiten 
der drei Gräben stiegen dann noch schirmende Mauern hoch empor und zwar, weil 
der Berg ansteigt, waren es drei übereinander emporragende Bollwerke. Am stärksten 
war und ist auch noch am besten erhalten dasjenige hinter dem dritten Graben. Hier 
steht als einstiger Schutz des Thores der gegen 50 Fuß hohe Rumpf eines viereckigen 
Turmes aus gewaltigen Buckelquadern. Der Raum oben ist sehr beträchtlich, in der 
Mitte müssen immer Gärten gewesen sein; hier findet man auch die meisten vor 
geschichtlichen schwarzen Scherben. 
Um die Schalksburg her erhob sich im Mittelalter auf den zahlreichen Riffen 
und Bergstiruen, wie ein Gefolge von Rittern und Reisigen, ein Kranz von Burgen, 
alle jetzt in Schutt gesunken; zwei bei Margrethausen, zwei auf dem Heersberg, je 
eine auf dem Tierberg, dem Hirschberg und dem Streichener Berg. 
Aüwwcrngen (Turnewangen \\7ty). 
Spätgotische ev. Kirche zum heil. Petrus, der vieleckige Chor mit Streben, 
Blaßwerkfenstern und Sterngewölbe auf schildförmigen Konsolen und Fratzen; aus 
den Schlußsteinen Madonna und Petrus. 
Der unterlebensgroße Kruzifixus ist ein altes Werk mit mildem Ausdruck, der 
Kanzelsuß geschnitzt und gewunden. Die Kirche erinnert an die in Frommern. Weit 
hin sichtbar liegt sie, vom alten Kirchhof umschlossen, mit dem spitzen Turm au der 
Nordseite des Chors. Grabstein des Pfarrers Schwan, geb. 1687, si 1737. Der 
Ort gehörte 1179 dem Kloster St. Georgen, an welches 1094 die Kirche von den 
Winzeln gekommen war. 
Ebingen. 
Ebingen erscheint seit 793 im Besitz des Klosters St. Gallen, den dieses von 
der Gottfriedischeu Herzogsfamilie erhielt, war ohne Zlveifel ursprünglich zollerisch, 
später ging es an die Hohenbergische Linie des alten Zollernstammes über, wurde 
aber 1367 vom Grafen Wilhelm von Montfort, der es durch Heirat erhielt, an 
Württemberg abgetreten. Im Jahr 1285 erscheint es zum erstenmal als Stadt. 
Große Bräude in den 1570er Jahren, dann 1731 und 1844. Ortsadel 1150 bis 
1320; Wappen ein Pferdsrumpf. Das Wappen der Stadt war ursprünglich das 
gräflich Hohenbergische, ein von Weiß und Rot geteilter Schild; später erscheint im 
oberen Feld eine schwarze Hirschstange. Die Stadt zeigt noch einen Teil der Um 
mauerung mit einem Rundturm au der Südostecke. Auf dem Schloßfclsen stand eine Burg. 
Die außen ganz verunstaltete Stadtkirchc zum heil. Martin birgt einen edlen 
Kern, zeigt sich innen als eine dreischissige frühgotischc Säulcnbasilika, mit Spitz 
bogenarkaden von breiter Laibung auf derben Rundsäulen mit achteckigen Kämpfern. 
Die Weite des Mittelschiffes ist die bedeutende von 36 Fuß. Der einschiffige, hohe, 
schlanke Chor mit Rippenkreuzgewölben auf Konsolen ist innen noch wohlerhalten, 
hat an den Schlußsteinen (verschiedene davon sind leer) eine Sonne, die vier Evan- 
gelistensymbole und einen Wappenschild, worauf zwei sich kreuzende Schabmesser, davor 
ein Pfeil und Ring, und I. 8t. An den Konsolen dreimal ein hockender Löwe, ein
	        

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