Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

og Schwarzwaldkreis. Oberamt Balingen. 
Die Rippen ruhen auf Konsolen mit Köpfen und Schildern, in den drei Schlußsteinen 
der heil. Petrlls und die Wappen von Württemberg und Balingen. Eine frühgotische 
Pforte führt in das flachgedeckte Schiff; die Kanzel zeigt eingelegte Arbeit; unter 
der am Chor liegenden, durch geradgestürzte gotische Doppelfenster erhellten Sakristei 
befindet sich ein Gewölbe. Im Chor Wandgemälde (nach 1471), eines davon an der 
nördlichen Wand, ein figurenreiches, trefflich entworfenes Kreuzigungsbild z. T. nach 
Albrecht Dürer; im Hintergrund erscheinen der Zollern und andere Burgen der 
Gegend. Kopie davon in halber Größe in der K. Staatssammlung. Das neben der 
Kirche auch bnrgartig aufsteigende Pfarrhaus gewährt eine herrliche Aussicht an den 
Hohenzollern und die Lochen. Beguinenhaus 1433. 
Engstlatt gehörte zum frühesten zollerischen Besitze, schon Udilhild, Gemahlin 
des vor 1125 verstorbenen Grafen Friedrich von Zollern und Tochter des Grafen 
Egino II. von Urach, schenkte eine hiesige Hube an das Kloster Zwiefalten. Mit 
der Herrschaft Schalksburg wird der Ort 1403 württembergisch. 
grlaßetm. 
Kath. Kirche zum heil. Silvester, 1828, alter viereckiger Turm mit Satteldach. 
Im Chor schöne spätgotische Altarflügel, Hauptbild Anbetung der drei Könige, und 
gute Altarblätter aus der Zopfzeit, aus der Karmeliterkirche zu Rottenburg. Auf 
dem Friedhof Schmiedeisenkreuze. 
Der Ort war mit Bronnhaupten Bestandteil der hohenbergischen Herrschaft 
Kallenberg, — 1705 von Österreich den Freiherrn von Ulm verliehen. 
Kuzingen (Arzingen \225). 
Ev. Kirche, 1833, mit spätgotischem Chor, die Gewölbe ausgeschlagen, am Chor 
bogen sind zwei Schlußsteine eingemauert, Madonna und St. Georg. Verstümmelte 
gotische Steinstatue des jugendlichen heil. Sebastian. Beim Friedhof gotische Kapelle. 
Hier ist geboren als Sohn des Pfarrers Jakob Frischlin der berühmte Dichter 
und Humanist Nikodemus Frischlin den 22. September 1547, stirbt am 29. Novem 
ber 1590, bei seinem Fluchtversuch aus dem Kerker zu Hohen-Urach. 
Ortsadel im 13. Jahrhundert; der Ort wird mit Schalksburg 1403 württem- 
bergisch. Staatsdomäne Bronnhaupten, 1140 Brunnehoubiton, das ist Quellhaupt 
des Kaltenbrunnenbachs, in diesem Jahr im Besitz des Klosters St. Georgen; später 
mit Erlaheim hohenbergisch; im dreißigjährigen Krieg verödet. 
gtromment (Frumara 793). 
Die ev. Kirche, ihrem Ursprung nach sehr alt, hat mehrfache Veränderungen 
erfahren, zeigt jetzt einen starken, vom Viereck ins Achteck übergehenden Westturm, 
während der frühere in der nördlichen Chorecke stand, und einen vieleckigen, mit schönen 
Maßwerksfenstern geschmückten Chor. Das Langhaus hat frühgotische und spätgotische 
Fenster und ein frühgotisches Kleeblattportal im Westen. Die Gewölbe des Chors 
sind verschwunden, das der Sakristei ist ein schönes gotisches Sterngewölbe auf 
Konsolen, mit dem Lamm Gottes in, Schlußstein.
	        

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