Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Schwarzwaldkreis (1897)

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Schwarzwaldkreis. Oberamt Urach. 
eingangs angebracht ist; s. o. S. 127. Nur der rechte senkrechte Haken fehlt in 
Kuppingen; der Baumeister der hiesigen Kirche war vielleicht ein Nachkomme des 
dortigen. Dasselbe Zeichen, wie in Upfingen, findet sich an der Kirche des nahen 
Trochtelfingen in Hohenzollern, und zwar an einer der Upfinger ganz ähnlichen 
Jnschrifttafel, vom Jahr 1451, und ist dort als Meisterzeichen aufzufassen. Es muß 
dort derselbe Baumeister thätig gewesen sein. — Deto von Urach schenkt im 11. Jahr 
hundert dem Kloster Zwiefalten drei Bauerngüter bei Upfingen; es fällt mit Urach, 
der Zwiefalter Besitz erst 1750, an Württemberg. 
Witttingen (Mtilingen sOstO). 
Ev. Kirche, noch mit gotischem sterngewölbtem Chörchen und kleinem Glas 
gemälde, Madonna. — Reste der Burg Hohenwittlingen auf hohem Fels, rechts über 
dem Seeburger Thal. — Ort und Burg 
kam 1251 durch Kauf von den Grafen von 
Urach-Achalm über das Domstift Konstanz 
an Württemberg. — Abgegangen Burg 
Baldcck, 1256 von Pfalzgraf Rudolf von 
Tübingen belagert, mit Adel, Wappen ein 
aufrecht laufender Windhund mit Halsband, 
ans dem Helm ein stehender Windhund. Alte 
Grabplatte eines Baldeck am Chor der 
Urach er Stiftskirche. 
Hohenwittlingen. 
Würtingen. 
Ev. Kirche, 1754, mit originellem wild 
gotischem Taufstein, 1534, den 13. Mai. 
Nördlich auf der Alb Rauh Sankt Johann, einst Waldbruderhaus, dann 
Forst- und Jagdhaus, jetzt K. Gestütshof; 1734 mit einem Jagdschlößchen durch Herzog 
Karl Alexander, 1767 mit einem zweiten Fohlenstall durch Herzog Karl besetzt. Herr 
licher Rastort bei den alten Linden. 
Aniningen (Zeiningen 788). 
In einem Hochthal der Alb um große seeähnliche Hülen gelegen, ein wunder 
samer Anblick. Die noch ummauerte ev. Kirche ist gotisch, 1496, mit vieleckigem 
netzgewölbtem Chor auf Konsolen. Der hohe Turm nördlich am Chor mit Satteldach 
und niedrigem Kreuzgewölbe im Untergeschoß. Großer spätgotischer Kruzifixus, ein 
faches Chorgestühl. — Schon 788 ist Kloster Lorsch hier begütert, der Ort kommt 
später durch die Sperberseck an Kloster Bebenhausen. 
Einzig in seiner Art ist das Oberamt Urach durch das häufige Vorkommen der 
sog. Maare, alter großer vulkanischer kreisförmiger Einbruchstellen, die auf ihrem 
Grunde Basalt oder Basalttuffe bergen und deshalb, weil diese Gesteine undurchlassend 
sind, auf der sonst so wasserarmen, aus Kalkstein bestehenden Alb Quellen, ja ganze 
Quellseeen speisen. Hier haben sich die ersten Niederlassungen gebildet.
	        

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