Donaukreis.
straß und ÜUntergyr3berg im Thurgau vor ven Thoren von Konstanz. Im selben
Umfreis finden wir die Deutschordens8kommende Mainau , Heiligenberg, das üppige
Salem und die bischöfliche Hofhaltung in MeerSburg -- auf einem kleinen Raum
ein reich bewegtes Treiben.
Auch im kir<lichen Leben immer größeren Auswand zu entfalten galt als
Ehrensache. Roms prachtliebende Päpste und Nepotenfamilien waren hierin vorangegangen.
Zur Ausschmücung der Peterskirche wurden auch deutsche Prälaten in
Anspruch genommen für jene Kolossalstatuen der Orden3gründer; die des hl. Benedikt
erhob sich dort 1735, St. Norbert 1767, wozu die schwäbische Circarie 2500 fl.
beisteuerte. Mehr eine Handlung ver Pietät war es, wenn 1732 auch die deutschen
Benediktiner zur Wiederaufrichtung des darniederliegenden Stammkloster3 Monte
Cassino zusammenschossen; die Konstanzer Kongregation brachte 2000 fl. auf.
Der zunehmende Marienkult suchte neue Wege. Seitdem besonder3 durch Papst
Sixtus V. die Wallfahrt nach Loreto gesteigert worden war, entstanden in Deutschland
Nachbildungen der in der dortigen Kirche stehenden Casa Santa. Im königlichen
Prag suchte man diese samt ihrer herrlichen Renaissanceverkleidung nachzuahmen.
Meist aber beschränfte man sich auf Wiedergabe des ursprünglichen schlichten Heiligtum8
in den Originalmaßen. In Sc<waben war die berühmteste dieser Lorettokapellen
die auf dem Schönenberg bei Ellwangen, errichtet 1639, durch Neubauten
erweitert 1652. Ein sehr bekanntes Kirchlein dieser Art befindet sich auf dem Aussicht3punkt
Kobel bei Augsburg. Die Gnadenkapelle von Maria-Einsiedeln wurde gleichfalls
nicht selten nachgeahmt, so in Wiblingen 1681. Aber die reichen Stifte begnügten
sich hiemit auf die Dauer nicht. Sie errichteten neue Wallfahrt3kirchen im großen: wohl
die älteste, noch bescheidene baut Ochsenhausen in Steinhausen a. Rottum 1673; die berühmteste
Ellwangen über die Lorettokapelle auf dem Schönenberg 1632 ff. und wieder 1709,
vielleicht die schönste Schussenried in seinem Steinhausen 1727 ff.; Roth schuf 1731-53
gegen Wunsch und Willen des Bischofs mit Genehmigung der Luzerner Nuntiatur eine
große Wallfahrt und Kirche in Steinbach ob der Iller; Salem baut. 1746 ff. auf
einer Anhöhe am Überlinger See die malerische Wallfahrtstkirc<he Neubirnäu.
Allerlei kirchliche Feste gingen jmit großem Gepränge vor sich. Neben dem
altberühmten Blutritt von Weingarten gab es eine ähnliche Feier in Weißenau. „Die
Seligsprechung der „guten Betha“ von Reute bei Waldsee wurde mit neuntägigen
Veranstaltungen gefeiert. Zu jeder Einsegnung eines Prälaten, zur Einweihung der
neuen Klosterkirchen fand sich von nah und fern Geistlichkeit und Adel ein. In-den
Festoktaven, besonder3 auch bei Säkularfeiern von Abteien wie Marchthal und Zwiefalten,
trat ein ungeheurer kirchlicher Pomp zu Tage. =- Im ganzen waren es jedoch
bestimmte Zweeke und Anlässe, auf welche die Prälaten den großen Aufwand beschränkten.
Durch altererbten klugen HauShalt kamen die geistlichen Herrschaften noch zu
neuem Grunderwerb zu einer Zeit, wo sich andere Stände im Niedergang befanden.
So vor allem die Reichsstädte. Ulm hatte sich schon mit der Unterbrechung
des Münsterbaues und dem Bildersturm seiner Führerrolle in der oberschwäbischen
Kunst begeben, wofür die frisch auffommende Kunstindustrie , der Erzguß, nicht entschädigen
konnte. Durc<h den 30jährigen Krieg und vollends durch den spanischen
Erbfolgekrieg sank die Stadt auch wirtschaftlich tief herab. Die zeichnenden Künste
„„“