N Donaukreis.
1668 bis gegen 1695, Kirche 1738--1753, Roth 1682-1688, Kirche 1777--1785,
Marchthal Kirche 1686--1701, Kloster bis 1770, Hofen 1695--1702, Salem
1696 bis nach 1710, Weißenau Kloster 1708-1722, Kirche 1717--1724 (Chor
schon 1628--1631), Ottobeuren 1711-1725, Kirche 1737--1766, Weingarten
Kirche 1715-1724, Abtei 1740-1792, Wiblingen 1714-1760, Kirche 1772
bis 1781, Schussenried 1752 ff., mächtiger unvollendeter Bau von Jakob Emele,
ver dann das 1708--1720 errichtete, 1753 ausgebrannte Schloß zu Tettnang
1758 erneuerte; bei beiden Bauten springen die Treppenhäuser in den Hofe>en vor.
Das Haus Waldburg ließ auch im 18. Jahrhundert mancherlei Bauten aufführen,
wa. das neue Schloß in Wurzach 1721 ff. mit seiner zierlich eingebauten ovalen
Treppenanlage, die an Bruchsal und Balthasar Neumann erinnert; sodann 1745 ff.
das Schloß Waldsee mit hübscher Fassade. Ein großartiger Palast nach französischer
Art für die Deutschherren-Residenz in Alts8hausen kam nur zum kleinsten Teil
1729 ff. zu stande. Ganz die französische Schule verrät außer der Stistskirche zu
Buchau, 1774--1776, das Schloß König3eggwald, 1765 f., und der neue Schloßflügel
in Aulendorf, 1777 |. mit schönem Saal in klassizistischem Geschmack.
Die Städte, in der Hochrenaissance noch durch schöne Denkmäler bereichert
(Stadtkanzleien in Konstanz und Überlingen, Rathaus in Memmingen, Neubronnerhaus
in Ulm), treten baugeschichtlich mehr und mehr zurück. Ulm hat aus dem
17. Jahrhundert noch die Dreifaltigkeitsfirche (1617 ff.) mit ihrer Ausstattung aufzuweisen
, aus dem 18. nur das Deutschorden3haus (1712-1718) und etwa die
Malereien in der Wengenkirche (1754). In Ravensburg macht sich die Brotlaube
von 1625, später al8 Theater benüßt, bemerklich, in Biberach die Innenzier der
Pfarrlirche von 1746 f. Ein üppig aufgeschmücktes Rathaus aus der Spätrenaissance
besizt J3ny, und daß auch im Bürgertum des 18. Jahrhunderts die Freude an
ver edlen Baukunst nicht ganz erloschen war, davon zeugt die prächtige Rathaus-Fassade
zu Wangen im Allgän. =
Die größte und vollkfommenste klösterliche Baugruppe in Oberdeutschland stellt
-- neben Einsiedeln in der Schweiz =- Ottobeuren dar, das „schwäbische E3corial“,
das nach Hauntinger8s Worten „zu einem Formular einer recht kommlich einzurichtenden
Wohnung dienen kann“. Wie man auch Wirtschaft8gebäude dem Gesamtplan
einzugliedern wußte, zeigt am besten Wiblingen, wo sie mit dem Thorbau
einen wirksamen Vorhof bilden. In der Hauptmasse vollendet steht Marchthal da:
die weit aus den Trakten des Viere>s vorspringenden E>bauten, in der Frontmitte
gegen Süden ein ausgerundeter Portalbau mit Durchfahrt und venetianischem Fenstermotiv
geben dem Ganzen ein wahrhaft fürstliches Anjehen.
In der Verteilung der Haupträume befolgte man gewisse Regeln. Der Kapitelsaal,
hoch, stuverziert, manchmal mit Säulen durchstellt (Ochsenhausen) und mit
Bildern von Äbten oder berühmten Orden3angehörigen ausgestattet, befand fich nach
alter Gepflogenheit in der Nähe des Kirchenc<hor8 im Erdgeschoß; mit seinem Altar
diente er manchmal zugleich als Hauskapelle. *) Das mächtige Refektorium, das
*) Über vem Eingang des Kapitelsaal zu Schönthal mahnen an seine Bestimmung die Verse:
Hic locus odit, amat, jubet, ordinat, audit, honorat,
Excegsus, fratres, pia, ritus, dogmata, patres.
539