Volltext : Jahres-Bericht der Königlichen Polytechnischen Schule Stuttgart (1868/69)

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Bildhauer  war  wahrscheinlich  derselbe  Schioer  aus  Schwähisch-Hall,  welcher  wenigstens
das  7.  und  8.  Epitaphium  in  der  Stiftskirche  machte  (im  Jahr  1574)  und  hiefür  800  fl.  erhielt.
Maler  der  mittleren  Deckenhilder  war  Wendel  Dieterlen  aus  Strasshurg,  er  erhielt  1650  fl.
Die  Portraits-,  Jagd-  und  Städtebilder  machten  verschiedene  Maler:  Steiner,  Dorn,  Herrneisen,
Züberlin,  Rüdlinger,  Ramminger,  Dachs  und  Creter.  Sie  erhielten  5200  fl.
Treten  wir  nun  heraus  aus  diesem  Festsaale  auf  die  Plattform,  wo  uns  wieder  der
herrliche  Blick  auf  den  Lustgarten,  die  Lustgrotte,  die  Rennbahn  überrascht.  Sie  verbindet
den  Saal  mit  den  ohern  drei  Rundsälen  der  Eckthürme.  Man  kann  sich  dahin  in  kleiner  Gesellschaft ­
  zurückziehen.
Die  Plattform  erlaubt  auch  eine  der  Wendeltreppen  zu  besteigen,  um  in  das  Musikzimmer
zu  treten,  das  allerliebst  mit  einer  Säule  in  der  Mitte  und  mit  einem  Rippengewölbe  mit  graziösem
Basreliefs  verziert  ist,  welche  Damen  mit  Guitarre,  Harfe,  Orgel  darstellen.  Oder  wir  werfen
durch  die  runde  Oeffnung  über  den  Saalthüren  einen  Blick  auf  den  festlich  belebten  Saal.  —
Worin,  fragen  wir  nun,  erkennen  wir  die  Renaissance  am  Lusthaus?
Mittelalterlich  sind:
Die  vier  massigen  Eckthürme.
Das  hohe  Dach  und  dessen  Construktion  ohne  Binderbalken.
Die  hohen  abgetreppten  Giebel  mit  ihren  vertikalen  Gliederungen.
Die  Thurmfenster  mit  den  Steinkreuzen.
Die  Doppelfenster  mit  mittelalterlichen  Einfassungen,  wie  die  Profile  zeigen.
            
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