Full text: Deutsche Konkurrenzen (1898/1899, Bd. 9, H. 97/108)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
und auch als überflüssig erweisen, da die vorhandenen Fenster genügende Beleuchtung 
gewährleisten, Die Anor ag der verschiedenen Baugruppen und die Raumeinteilung 
im einzelnen ist zweckmäfsig, abgesehen von der zu versteckten Lage des Gemeinde- 
saales. Auch in letzterem ist auf das Deckenlicht besser zu verzichten. Im äusseren 
ist bei lebendiger, malerischer Gruppierung der evangelisch - kirchliche Charakter in 
geschickter Weise gewahrt und eine eigenartige Gesamtwirkung dadurch erzielt, dass 
die verschiedenen Räume nach aussen charakteristisch zur Erscheinung gelangen. 
Die an der Hammerbrookstrasse angeordnete geräumige, offene, nur zur Nachtzeit mit 
einem Gitter zu schliessende grosse Vorhalle, welche auch besondere Vorzüge der 
Zweckmäfsigkeit besitzt, ist für die Architektur dadurch bemerkenswert, dass sich 
der eigentliche Kirchenbau von den in gleicher Strassenflucht liegenden nachbarlichen 
Wohngebänden in geeignerer Weise trennt. 
Motto: „Sonnzn“, 
Ss 4 Der Entwurf knüpft in interessanter Weise an Studien reformatorischer Kirchen- 
“Bauten aus dem XVII. und XVII. Jahrhundert an und bringt die gestellte Aufgabe 
innen und aussen zu grösstenteils sehr glücklicher Tösung. Das Kircheninnere ist 
von einheitlicher, weiträumiger Wirkung mit etwas zu gesteigerter Höhenentwicklung. 
Die Beleuchtung des südlichen Kreuzarmes dürfte zu wünschen übriglassen. Sehr 
bemerkenswert ist die Lage des Gemeindesaales an bedeutsamer Stelle, die es bei 
etwa gesteigertem Raumbedürfnis zulässt, ihn sowohl mit der Kirche als auch mit 
den zu beiden Seiten befindlichen Konfirmandensälen in Verbindung zu setzen. Der 
in dem eingehenden Erläuterungsbericht erörterte Vorschlag, die trennenden Wände 
zwischen den genannten drei Sälen durch bewegliche Glaswände zu ersetzen, würde 
hier eine stattliche Raumflucht in der Querachse schaffen, die bei festlicher Ver- 
anlassung in Verbindun 
Emporen dienen, konnten sie eine 
angemessene Breite erhalten, ohne die bebaute Fläche übermäfsig zu vergrössern. 
Auch im äusseren ist mit gutem Erfolg der angestrebte historische Stilcharakter ge- 
wahrt und in einer geschlossenen Gruppe zur eigenartigen Wirkung gebracht. Die 
durch den Aufbau bedingten Höhenentwickelungen haben den Gesamtrauminhalt sehr 
gesteigert, so dass eine Ausführung des Entwurfes wesentlich mehr Kosten erfordern 
würde, als in dem Programm zur Verfügung gestellt worden sind. 
Auf Grund vorstehender Einzelbeurteilung wurden wegen relativ geringeren 
Wertes die nachstehenden 15 Entwürfe ausgeschieden: 
‚Per aspera‘“, „HFriedensecke‘‘, „„Grüss Gott, frautes Pfarrhaus‘, ‚Ich hab's 
gewagt“, „Eine feste Burg ist unser Gott‘, „Non semper idem‘“, „Bugenhagen‘“, 
„Kreuz mit Strahlen‘, „„Rite‘““, ‚St. Katharinen‘, „Am Kanal‘‘, „Am Kick“, 
„„Centralbau““, „Kunst und Leben“, ‚, Katharina", 
Nach genauer Vergleichung der zur engeren Wahl gestellten 10 Entwürfe und 
sorgfältiger Abwägung der Vorzüge und Nachteile derselben wurden demnächst die 
folgenden 5 Arbeiten ausgeschieden: 
„Lutherkirche‘“ , ‚,Hammerbrook‘‘, „Hand in Hand“, „„Simplicitas“, 
‚,Halleluja‘“, 
Für die engste Wahl blieben demnach 5 Entwürfe übrig. Unter diesen wurde 
der Entwurf „Aufgeklebte Photographie‘ (Verfasser: Professor Joh. Vollmer) wegen 
seiner überwiegenden Vorzüge innerhalb des Rahmens der verfügbaren Mittel des 
ersten Preises für würdig erachtet, während der ihm an Wert nächststehende Entwurf 
„Gerhard“ (Verfasser: Architekt Fernando Lorenzen) den zweiten Preis erhielt, 
Unter den drei für den dritten Preis in Frage kommenden Arbeiten, welche 
sämtlich die ausgesetzte Bausumme wesentlich überschritten, musste dem Entwurf 
„Kreuz mit Kranz“ (Verfasser: Architekt Voss) der Vorzug gegeben werden, weil 
demselben bei vorzüglicher Gesamtdisposition, ohne wesentliche organische Ver- 
änderungen, sich durch Reduktion einzelner Bauteile in den Rahmen der verfügbaren 
Summe bringen lässt, und wurde demselben deswegen der dritte Preis erteilt. 
Schliesslich wurde der Entwurf ‚Sonnin“ wegen seiner besonders beachtens- 
Werten künstlerischen Bedeutung dem Kirchenvorstande zum Ankauf empfohlen. 
 
	        

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