Full text: Deutsche Konkurrenzen (1898/1899, Bd. 9, H. 97/108)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Ausserdem sollen lobend erwähnt werden: No, 19: „St. Lukas 4, 12“; 
No. 22: „Sechseck“; No. 27: „Zwei verschlungene Kreise“; No. 67: 
„Fest stehet wie der Fels im Meere“; No. 88: „Nach Recht und 
Gebrauch‘. 
Das Preisgericht einigte sich über die einzelnen zur engeren Wahl 
gestellten 20 Entwürfe zur folgenden Beurteilung derselben: 
No, 5. „Pro et contra“, Ein gut durchgebildeter Grundriss mit 
schönem Chor und konzentrierter Sitzanordnung, sowie einer trefflichen 
Treppenanlage, Der Altarplatz ist ausreichend gross, jedoch sind Sakristei 
und Taufkapelle nicht derart gelegen, um zum Kirchraum gezogen werden 
zu können. Die Orgelempore ist sehr tief, die Emporen zu niedrig, 
daher ist der Hauptzugang in den Kirchenraum gedrückt und ohne ge- 
nügendes Licht. Die Renaissance- Architektur des Entwurfes erinnert 
etwas zu sehr an Profanbau. Die Konstruktion und die Berechnung 
sind einwandsfrei. 
No. 7. „Zur Ehre Gottes,“ Die Benutzung der Lage ist günstig. 
Hinter dem Altar ist eine Galerie angeordnet, die besser wegfallen würde; 
die Sakristei und Taufkapelle sind Programmgemäfs angelegt. Die Dach- 
lösung der Anbauten im Anschluss an das Hauptgebäude ist unzulässig, 
ebenso der Schornstein, welcher durch das Fenster hinter dem Altar 
geführt ist. Die Fassaden zeigen viele gute Motive, namentlich ist die 
Turmwirkung zu rühmen, wenngleich etwas zuviel Bildhauerarbeit an- 
gebracht ist, welche die Würde des Ganzen beeinträchtigt, Auch dürften 
die Kosten hierdurch etwas knapp werden. 
No. 8. „Für meine Vaterstadt.“ Ein klarer Centralgrundriss 
mit vortrefflichem Altarplatz und sachgemäfser Angliederung der Neben- 
räume, die indessen nur getrennt zu benutzen sind. Die Vorhalle ist 
gut, ebenso die geräumige Orgelempore. Die am Chor eingefügten 
Strebebögen stimmen nicht mit der übrigen Architektur, die im Ganzen 
gut und ernst zu nennen ist. 
No. 10. „St. Luc. 4, 12.“ Ein klater Grundriss bei knapper 
Bebauungsfläche, jedoch etwas niedriger Höhenentwickelung. Die Treppen 
und Zugänge sind reichlich bemessen, das gewählte Oberlicht, sowie die 
Seitenfenster am Altarplatz sind für die Ausführung nicht wünschenswert. 
Die Turmbildung ist als gut zu bezeichnen, dagegen die Entwickelung 
des Vierungsturmes ungenügend. Auch die Gesamtkontur der Anlage 
wirkt günstig, jedoch ist das Vierungsdach wahrscheinlich zu niedrig, 
Die Berechnung der Kosten ist zutreffend. 
No. 22; „Sechseck.“ Eine interessante Sechseckgrundrissbildung 
mit günstiger Anpassung an den Bauplatz, Die Vorschiebung der 
Emporen in den Centralraum ist indessen zu weit getrieben. Der Bau 
stellt sich im Aeusseren als ein romanischer Centralbau mit Vierungs- 
kuppel dar, Das Ganze ist jedoch unausführbar wegen der Kosten und 
wohl auch wegen der Eigenart der architektonischen Erfindung, obwohl 
sie nach mancher Richtung sehr anerkennenswert erscheint. 
.  No.23. „Chr. @. Becker“ Das reizvolle Aeussere ist perspek- 
tivisch künstlerisch trefflich durchgeführt, zeigt jedoch mehr den Charakter 
eines Rathauses als einer Kirche. Die Angliederung der Nebenräume 
an den Altarplatz ist nicht glücklich zu nennen. 
No. 27. „Zwei verschlungene Kreise.“ Eine auch in allen 
ENGER SET SE SEES - —— - 
  
 
	        

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