Full text: Deutsche Konkurrenzen (1898/1899, Bd. 9, H. 97/108)

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Nebenräumen sehr gut gelöste Grundrissanordnung in Form einer schönen 
Hallenkirche mit einseitigem : Seitenschiff in spätgotischer Durchbildung 
mit Renaissanceanklängen, Die schlichte Angliederung des Turmes ist 
lobenswert, leider ist derselbe wenig ansprechend in seinem Aufbau und 
oberen Abschluss. Die Kostenberechnung ist zutreffend, sie lässt sogar 
eine etwas reichere Entwickelung des Aeusseren zu. 
No. 28, „XP“ (schwarz). Ein knapper, gut ausführbarer Grund- 
riss und ein entsprechendes Aeussere mit geschickt gelösten Treppen- 
aufgängen, Die Turmlösung befriedigt weniger. Der Umgang hinter 
dem Altar ist nicht wünschenswert, auch erscheint die Grundform von 
Sakristei und Taufkapelle für die Gemeindebedürfnisse nicht brauchbar. 
No. 31. „Z5/II. 1898.“ Der Grundriss zeigt eine regelrechte, aber 
nicht entsprechende Vierungsanlage. Die Orgel steht bei der weit 
zurückgeschobenen Lage derselben zu niedrig. Die Höhe des Haupt- 
zuganges unter der Empore hinweg ist zu gering, wie überhaupt die 
Emporen zu wenig hoch angelegt sind. Die Altaranbauten sind un- 
tauglich, weil das Uebungszimmer neben der Sakristei und Taufkapelle 
gelegen ist. Bei den Ausgängen treffen Menschenströme in verschiedenen 
Richtungen gegeneinander. Die Architektur zeigt frühgotische Motive 
unter Anwendung farbiger Verblendsteine, 
No. 36. „Ungenannt, doch wohl bekannt.“ Ein Renaissance- 
projekt mit centraler Sitzanordnung und gutem Altarplatz, jedoch un- 
schön angegliederten Nebenräumen, Die Sitze unter den Seitenemporen 
erscheinen zu gedrückt. Die Architektur hat einen rathausartig profanen 
Charakter. Die Kostenberechnung ist zutreffend. Im ganzen spricht 
das Projekt wohl an, kann aber für die Ausführung nicht in Frage kommen. 
No. 37. „Centralbau.“ Eine Centralanlage mit Turm auf der 
Vierung in Frührenaissance mit gotischen Anklängen und guten Motiven 
in der Architektur. Die Seitenschiffe sind zu tief, mit zum Teil un- 
brauchbaren Plätzen. Sakristeianlage ist lobenswert, jedoch hat daselbst 
auch das Uebungszimmer Platz gefunden, was unstatthaft ist. Die 
Emporen sind unter sich getrennt, was als nicht erwünscht bezeichnet 
werden muss. Die Kostenberechnung ist zu knapp. 
No. 39. „Ecclesia.“ Ein ungemein klarer zusammengedrängter 
Renaissancegrundriss, der als sehr brauchbare Lösung erscheint. Die 
Nebenräume sind vortrefflich an den ausserodentlich schön gedachten 
Altarplatz angegliedert; zwar lässt die Verbindnng der Nebenräume mit 
dem Kirchenraum zu wünschen übrig, ist aber namentlich für die Tauf- 
kapelle leicht zu beschaffen. Die Orgelempore ist geräumig, das Uebungs- 
zimmer liegt sehr passend im Turme, dessen Untergeschoss eine Unter- 
fahrt bildet. Die Fassadenausbildung erscheint schlicht und namentlich 
in den oberen Abschlüssen etwas zu einfach. Mit den Kosten ist 
auszukommen. 
No. 40. „Dem G&. B. a. W.“ Vollendeter gotischer Aussenbau 
mit eigenartigen, aus dem Centrum konstruiertem Grundriss, der sich 
durch sein offenes Innere vorteilhaft von dem eine ähnliche „neue“ 
Lösung verfolgenden Entwurf „Sechseck“ (Nr. 22) abhebt und einen 
praktisch benutzbaren Raum ergiebt. Die Angliederung der Nebenräume 
ist gut und nach dem Altarplatz offen, Der Versammlungsraum ist zu 
(Fortsetzung Seite 32.) 
  
  
 
	        

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