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Die Stationsdiensträume lassen in Bezug auf ihre Verbindung
untereinander und mit dem Bahnsteig teilweise zu wünschen übrig.
Die äussere Erscheinung der ganzen Bauanlage ist würdig und
stattlich; sie lässt die Bestimmung der einzelnen Räumlichkeiten in der
Hauptansicht klar erkennen.
In der Absicht, die für die Personenbeförderung bestimmten
äume zusammenzufassen und deren Beginn und Ende in augenfälliger
Weise zu bezeichnen, hat der Verfasser zwei kräftige Türme angebracht.
Sie liegen aber nicht in den Strassenachsen, kommen also für die Fern-
wirkung nicht in Betracht. Auch entsprechen die in den Türmen
liegenden Räumlichkeiten nicht der hervorragenden Erscheinung dieser
Bauteile,
Die Höhenentwickelung des Mittelbaues erscheint etwas übertrieben,
und die Ausbildung der Wartesäle nimmt der Front ihre Ruhe.
Nr. 10. „Einigkeit und Recht und Freiheit‘
Der Grundriss ist klar und zeigt im allgemeinen eine zweckmässige
Gruppierung der Räume, jedoch ist die Anlage im ganzen etwas ge-
drängt. Auch ist bei der Mehrzahl der Räume die Bodenfläche etw
zu knapp.
Die centrale Lage der Fahrkartenausgabe stört den freien Verkeh:
om Haupteingang nach der Flurhalle. Auch bedürfen die Innenräume
der Fahrkartenschalter besserer Beleuchtung.
Da die Flurhalle und der Hauptbahnsteig mit einem gemeinsamen
Hallendach überspannt gedacht sind, die Flurhalle aber offen bleiben
muss, weil sich manche Räume mit unmittelbarem Lüftungsbedürfnis an
sie anschliessen, werden die Gelasse, welche aus der Flurhalle ihr ei:
ziges Tageslicht beziehen, nur mässig beleuchtet.
Ungzulässig ist es, dass die Aborte unter die Kaiserräume
legt sind.
er Treppenaufgang zum Kaiserpavillon ist zu beengt.
\uch entbehren die oberen Räume unter sich des gewünschten
Zusammenhangs.,
je vom Verfasser gewählte, an amerikanische Bauweise an-
klingende Architektur mit malerischer Auflösung der Baumassen und
bewegten Umrisslinien ist künstlerisch eigenartig und ansprechend ent-
worfen, erscheint aber in der Gesamtwirkung und in den Einzelformen
für den Bahnhof einer grossen Stadt doch nicht recht bezeichnend.
Nr. 14: . „dm Mat“.
Der Grundriss ist in seiner Gesamtanlage als wohldurchdacht und
zweckmässig anzuerkennen,
Im einzelnen ist folgendes zu bemerken:
Der Raum, in dem sich die Schalterbeamten aufhalten, ist nicht
ausreichend beleuchtet.
Der besondere, von der Schalterhalle zu den Wartesälen führende
Flur ist entbehrlich, weil der Zugang zu diesen Räumen durch die
Flurhalle ausreicht. Wenn dieser zweite Flur auch im Winter den