Metadaten : Bilder aus Alt-Stuttgart

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alß  nebend  den  Mömpelgardischen  gebäuen  auch  solchen  schwchren
  und  kestlichen  Bauw  fertigen  müssen".  Das  Gebäude
war  für  die  damalige  Zeit  etwas  ganz  Besonderes,  denn  noch
das  ganze  16.  Jahrhundert  hindurch  konnte  man  die  mittelalterlichen ­
  Reminiszenzen  in  der  Baukunst  noch  nicht  abstreifen,
wie  ja  auch  das  kurz  zuvor  vollendete  Lusthaus,  an  welchem
auch  Schickhard  als  junger  Mann  beteiligt  war,  in  seinen  Dispositionen ­
  und  Profilierungen  noch  ganz  den  althergebrachten
Formen  huldigte.  Der  Kronist  Gabelkover  (1621)  nennt  den
Bau  „uff  italienische  Manier  erbaut"  und  Ötinger  in  seiner
poetischen  Beschreibung  der  Hoffestlichkeiten  unter  Herzog  Johann

trauriges  Geschick  der  ganzen  Herrlichkeit  ein  Ende  gemacht
werden.  Herzog  Karl  wollte  in  dem  großen  unteren  Saale
eine  französische  Komödie  aufführen  lassen,  und  es  waren  daher ­
  eine  Menge  Handwerksleute  beschäftigt,  die  nötigen  Zurüstungen ­
  dazu  zu  treffen.  Da  brach  mittags  gegen  2  Uhr,
als  der  Herzog  gerade  bei  der  Tafel  saß,  plötzlich  Feuer  aus,
welches  sich  so  rapid  verbreitete,  daß  an  ein  Retten  der  Kostbarkeiten ­
  nicht  mehr  zu  denken  war.  Um  5  Uhr  stürzte  das
schwere  kupferne  Dach  ein  und  erstickte  das  Feuer,  der  Rauch
war  aber  ein  so  furchtbarer,  daß  man  erst  den  andern  Morgen ­
  sich  nähern  konnte.  Ein  Glück  war,  daß  schon  1751  ein

Der  Neue  Bau  mit  dem  alten  Schloß  im  Jahr  1698.

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Friedrich  ist  des  Lobes  voll,  indem  er  sagt:  „ein  königlich
Werk,  mächtig  und  groß,  von  schönen  glatten  Quaderstein,  so
künftig  soll  der  Marstall  sein."  Durch  ein  Erdbeben  am
10.  September  1603  erlitt  der  Bau  bedeutende  Beschädigungen,
so  daß  ein  Teil  wieder  abgetragen  werden  mußte;  erst  1607
wurde  das  Ziegeldach  aufgesetzt,  aber  im  Innern  wurde  noch
zwei  Jahre  lang  gebaut.  Der  Herzog  erlebte  die  Fertigstellung ­
  nicht  mehr,  er  starb  am  29.  Januar  1608;  sein  Nachfolger ­
  Herzog  Johann  Friedrich  ließ  im  Jahr  1612  anstatt
des  Ziegeldachs  ein  Kupferdach  aufsetzen.  Später  wurde  der
Bau  auch  teilweise  zu  Wohnungen  und  Hoffestlichkeiteu  benützt, ­
  so  wohnte  1711  die  berüchtigte  Gräfin  von  Würben
daselbst.  Aber  schon  am  22.  Dezember  1757  sollte  durch  ein

ein  Teil  der  Altertümersammlungen,  namentlich  die  Münzen
und  Kleinodien,  ins  alte  Schloß  geschafft  wurde;  diese  Reste
bilden  jetzt  einen  Teil  des  Königlichen  Münz-  und  Kunstkabinetts.
  Die  prächtige  Waffensammlung  scheint  dagegen  ganz
zu  Grunde  gegangen  zu  sein.  Es  wäre  ein  Leichtes  gewesen,
den  Bau  wieder  herzustellen,  da  das  ganze  Mauerwerk  fast
unversehrt  erhalten  war;  aber  der  Herzog  ließ  nur  die  Pferdeställe ­
  restaurieren  und  alles  übrige  20  Jahre  lang  als
Ruine  dastehen.  Vergeblich  machte  man  dem  Herzog  den
Vorschlag,  als  es  sich  im  Jahr  1774  darum  handelte,  für
die  neu  gegründete  Landesbibliothek  ein  Lokal  zu^  schaffen,  den
massiven  Neuen  Bau  dazu  zu  verwenden;  der  Herzog  wollte
nicht  und  die  Bibliothek  kam  auf  das  1820  abgebrochene
            
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