Full text: Deutsche Konkurrenzen (1908, Bd. 23, Nr. 265/276)

  
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sich mit seinen roten Ziegelflächen und weissen Sandsteinteilen sehr malerisch in eine Baum- und Pflanzen- 
anlage einfügen und macht in seiner breiten Lagerung einen schönen Eindruck, Allerdings müsste der 
Turm — entsprechend dem ganzen Charakter der Fassade — auch eine kürzere und breitere Gestalt erhalten. 
Projekt Nr. 137. („ Wittekind“, Verf. F. und W. Hennings-Berlin.) (Ein II, Preis.) 
Der Entwurf zeigt eine lobenswerte, vorzügliche Abtrennung des Landtagsgebäudes vom Ministerial- 
gebäude; er besitzt einen schönen breiten mittleren Hof, durch den die Vorderansicht in vorzüglicher 
Weise aufgelöst ist. Hierbei ist besonders das gute Verhältnis der seitlichen Teile zu dem mittleren zurück- 
springenden Bau zu loben, Die Eingangshallen und Treppenhäuser liegen in schöner Verbindung. Das 
Projekt zeigt ferner eine ruhige vornehme äussere Gestaltung, wobei die Mitten der Fronten schön betont 
sind. Durch das Tiefersetzen des Hauptgesimses wird die lagernde Richtung der Baugruppe schön unterstützt, 
Projekt Nr. 119. („Der Obrigkeit“, Verf. R, Weber-Dresden.) (Ein IM. Preis.) 
Günstig erscheint die getrennte Anlage vom Ministerium und Landtagsgebäude in zwei Gebäuden, 
die doch wieder zweckmässig durch Hallen verbunden worden sind. Hierbei wird, ohne den Verkehr 
zwischen beiden Gebäuden zu unterbrechen, eine schöne Baugruppe gebildet, Im Inneren ist die Anlage 
des Landtagsgebäudes bei aller Zweckmässigkeit grosszügig, die Anlage des Ministeriums zeigt jedoch im 
Inneren manche Mängel. Der Charakter der Architektur ist vornehm und ruhig, in manchen Einzelheiten 
bedarf er jedoch einer Korrektur. 
Projekt Nr. 136. („Blau-rot“, Verf. F. und W. Hennings- Berlin.) (Ein III, Preis.) 
Weniger günstig als bei Projekt 135 und 137 erscheint hier der geschlossene Baukörper, in welchem 
die mittlere Halle übermässig gross geworden ist. Sehr schön ist die Anlage des Sitzungssaales des Land- 
tags mit der umliegenden, dem Teich zugewandten Wandelhalle. Dem Wunsch, das Landtagsgebäude — 
auch im äusseren Aufbau — in entsprechender Weise an den Hauptstrassen zur Geltung zu bringen, ist 
nicht ganz entsprochen worden. Die Raumbildung erscheint sowohl in den Verbindungsräumen wie in den 
Nutzräumen zweckmässig gelöst und bewegt sich in geschickten Abmessungen, 
Projekt Nr. 167. („Staatswappen“, Verf. P, Z. Troost-München.) (Zum Ankauf empfohlen.) 
Der Entwurf verbindet das Ministerium und das Landtagsgebäude in einer für den Verkehr zweck- 
mässigen Weise und kommt dabei doch zu einer freien Gestaltung des Baukörpers. Die ganze Anlage 
zeigt einen vornehmen, architektonischen Sinn, macht aber doch zu sehr den Eindruck eines Schlosses im 
Gegensatz zu einem Verwaltungsgebäude. Dabei ist es als Fehler zu tadeln, dass der Mittelbau des Land- 
tagsgebäudes einen im Vergleich zu dem Gesamtbau zu grossen Architekturmafsstab zeigt. 
Projekt Nr. 151. („Vivat academia“, Verf. W. Graf- Stuttgart. (Zum Ankauf empfohlen.) 
Verfasser hat Ministerium und Landtagsgebäude in einem Bauwerk vereinigt und dabei die Bau- 
masse durch das Vorziehen der seitlichen Bauteile angenehm gelockert. Die architektonische Gestaltung 
ist einfach, klar und ruhig, nur der mittlere Giebel erscheint zu dem Gesamtmafsstab der Fassade zu schwer, 
im Vergleich zu den weichen Mansardendächern etwas starr und hart. 
Projekt Nr. 28. („CGetrennt“, Verf. Rudolf Schmid-Freiburg i. Breisgau.) (Zum Ankauf empfohlen.) 
Der Verfasser hat das Landtagsgebäude von dem Ministerialgebäude getrennt behandelt und durch 
eine Halle für den Verkehr verbunden. Wenn sich auch gegen eine derartige Disposition nichts einwenden 
Jässt, so ist doch die Lage des Landtagsgebäudes hinter den benachbarten Villen als verfehlt zu bezeichnen. 
Die Disposition des Landtagsgebäudes erscheint für den Verkehr etwas zu sehr auseinandergezogen. Wenn 
das Projekt trotzdem zum Ankauf empfohlen worden ist, so geschah dies im wesentlichen aus Rücksicht 
auf den ausserordentlich schönen, ruhigen und vornehmen Ton der architektonischen Gestaltungen und die 
Durchbildung der Fassaden, 
         
  
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