12 Die Fünfzehnjährige Er hat über mich gelacht, Anna Der Großvater Treten Sie ein, Herr Leutnant. Das ist meine kleine Magda Der Leutnant Gnädiges Fräulein Der Großvater Denke Dir, Kindchen, da treffe ich hier den Sohn meines alten Jugendfreundes und er wußte nicht ein ­ mal, daß ich hier wohne Die Fünfzehnjährige geht wortlos aus dem Zimmer Der Großvater Magda. Was ist mit dem Kind. Sie dürfen es ihr nicht übel nehmen, Herr Leutnant. Sie ist ein Kind Der Leutnant Aber ich bitte Sie, Herr Direktor. Schüchternheit ist die Anmut der Jugend Der Großvater So hat sie sich noch nie benommen. Sie ist mir viel zu still. Oft spricht sie viele Tage kein Wort Der Leutnant Vielleicht langweilt sie sich, Herr Direktor. Der Großvater Sie scheinen mir ein Menschenkenner zu sein, junger Freund. Denken Sie: genau dasselbe hat sie mir heute gesagt Der Leutnant Ich verstehe mich auf Frauen Der Großvater Magda ist noch ein Kind. Fünfzehn Jahre. Der Leutnant Heute gibt es keine Kinder mehr mit fünfzehn Jahren. Unsere Zeit ist darin fortgeschritten Lautes Schluchzen klingt in das Zimmer Der Großvater Nun schämt sie sich. Ich kann ihr Weinen nicht hören Der Leutnant Ich will mich lieber empfehlen Der Großvater Bleiben Sie doch, junger Freund. Ich werde nur schnell ein paar Worte mit ihr sprechen Der Leutnant Ich bin verabredet, Herr Direktor. Morgen hoffe ich