Gedichte Am Abend sinken alle Worte in den Wald und sterben dunkelüber in die Ewigkeit und neue Taten werden aus dem Ursprung. An fremden Ufern wandeln fremde Sterne auf stillen Straßen stehen ernste Tränen und vor den Häusern wohnen Trauerweiden, sie wachsen von dem Blute vieler Tage. Die Sonne schweigt, die Nacht wirft Nebel über ihren Glanz und alles Atmen wird ein Schlaf. Am Tor der Sonne schläft mein Atem ein. Ich bin das blaue Kleid des Tags und klinge Frühling in der Brust. Hoch geht mein Herz die goldne Pforte viel weiße Hände tauen in mein Haar. Auf Strahlen wächst mein Blick empor, ich bin die Wolke ohne Uferziel. Tag ist mein Gang alle Sonnen lächeln mildes Licht meines Herzens Dienerinnen. Kinderschritte sind meine Augen, ein Lächeln fällt zu Gottes Fuß, Sterne reigen Tänze mir zur Lust und ich blühe Jugend hinauf sonnenüber in das Allein. * Nun bin ich Wald im Sternenmantel ich wehe kühl zu Füßen deiner Liebe. In deinem Antlitz suche ich mein Herz meine Seele zuckt hinter deinem Gang. Ich kleide dich mit meinem Blut und trinke Tränen deinem Schmerz. Deines Lebens Magd ist mein Leib. In hellen Nächten bin ich tot an deiner Brust. 48