Das ist großartig. Empfinden Sie das wirklich nicht, Doktor. Ja. es klingt ganz nett. Fräulein Irma weiß doch, wo wir sitzen. Immer auf Liebespfaden. Diese jungen Leute Suchen Sie doch Irma, Herr Doktor. Es wird schon zu dunkel und zwei junge Mädchen so ganz allein Aber, Ottilie, bei den vielen tausend Menschen. Sie wird beim Löwenkäfig stehen. Herr Justizrat, Herr Justizrat, so ein Löwe ist gefährlich. Sie sind immer zu Witzen aufgelegt, Herr Qeheimrat. Wenn Du nur so witzig wärst, Otto. Aber diese ewige Nach ­ lässigkeit Aber der Herr Justizrat ist doch so musikalisch, Frau Justizrat. Das ist langweilig, Frau Qeheimrat. Der Herr Doktor interessiert sich wohl für Ihre Jüngste. Seine Eltern sind sehr wohlhabend. Ich danke jeden Tag Gott, daß wir keine Kinder haben, Frau justizrat. Das ist ja auch schwer für Beamte. Mein Mann war zu etwas Höherem berufen. Aber er versteht nicht, sich anzupassen. Keine Spur von Höflichkeit. Immer kordial. Die jungen Leute heute wissen, wie man es zu machen hat. Der Herr Assessor interessiert sich wohl für Ihre Aelteste. Er hat Zukunft. In einem Monat dreimal beim Minister geladen. Was sagen Sie dazu. Siehst Du, Emil, und Du bist wieder übergangen. Ich kann abends die Geschäfte nicht leiden. Abends will ich meine Ruhe haben. Sie sind doch noch ein junger Mann, Herr Geheimrat. Gnädige Frau, wollen Sie mir glauben, daß ich bereits sechzig Jahre alt bin. Ich hätte Sie höchstens für fünfundfünfzig gehalten, Herr Ge ­ heimrat. Der Gehrock macht Sie etwas alt. Aber Frau Justizrat, mir aus der Seele gesprochen. Ich sage ihm immer, er soll sich grau kleiden. Grau macht Farbe. Grau verjüngt. Lassen Sie sich doch das Haar färben, Herr Geheimrat. Das macht man. Ich bin etwas altmodisch, gnädige Frau. Ich habe mir sechzig Jahre das Haar nicht färben lassen Wo bleibt denn Irma, Ottilie. Der wird bei den vielen tausend Menschen nichts passieren. Es riecht hier entsetzlich. Finden Sie nicht, Herr Assessor. Das sind die Juden, meine Gnädigste. Man soll nicht in solche Lokale gehen.