19 Geben Sie den Ring. Da ich nicht lieben kann. Ich danke Ihnen. Gute Nacht. Sie haben Augen wie Jesus von Nazareth. So leg doch diese kalte Hand auf meine beiden Wangen. Ich nehme nichts geschenkt. Nur Sie wollte ich nicht verletzen. So lassen Sie mich meine Hände auf Ihre beiden Schultern legen. Was wollen Sie tun. Damit Ihr Kopf sich heben kann. Ihren brennenden Augen nach, die zum Himmel blicken. Mein Kopf muß an der linken Schulter ruhen. So lege ich meine beiden Hände auf Deine rechte Schulter, die in die Weite gleitet. Wie heißen Sie. Hier ist meine Karte. Gute Nacht. Guten Morgen, Herr Justizrat. Guten Morgen, guten Morgen. Sind Sie mit dem Schriftsatz fertig geworden, Fräulein Richter. Bitte. Was haben Sie für einen schönen Ring an Ihrem Finger. Groß ­ artig. Und das Feuer. Er erinnert mich an den Ring, den meine Mutter trug. Sie dürfen nichts Böses denken, Herr Justizrat. Ich denke niemals Böses, kleines Fräulein. Wenn er Geld dazu hat, soll er ruhig sein Liebchen schmücken. Aber bei diesem Ring fällt mir eine alte Geschichte ein. Meine Mutter war eine gute Frau, nur etwas jähzornig. Und wenn wir Kinder nicht parierten, drehte sie den Ring an ihrem Finger um und haute uns eine runter, daß uns Hören und Sehen verging. Aber gut gemeint hat sie es. Und wir sind alle tüchtige Menschen geworden. Ich werde den Ring nicht mehr tragen, Herr Justizrat, wenn es Sie verletzt. Unsinn, kleines Fräulein. Nur eine nette Kindheitserinnerung. Vielleicht würde meine Frau noch den Ring tragen, wenn er nicht zu unmodern gefaßt gewesen wäre. Gott weiß, wer ihn jetzt trägt. Darf ich um die Unterschrift bitten. Fräulein Richter, Sie haben noch etwas auf dem Herzen. Immer mutig. Sie wissen, ich beiße nicht. Herr justizrat, verzeihen Sie, darf ich um einen Vorschuß bitten.