Erste Versammlung am 20. Januar 1872. Vorsitzender: v. Egle. Schriftsührer: Silber. Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung mit einem Vortrage des Inhalts, daß unser Verein als Mitglied des Verbands deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine nunmehr 2 Kommissionen zu wählen habe, nämlich: 1) für Concurrenz- und Honorar-Angelegenheiten der Bau- Ingenieure, 2) für Ueberwachung des Verfahrens bei architektonischen Con- currenzen in Württemberg. ad. 1) ist Vorsitzender der Ansicht, welche von der Ver ­ sammlung getheilt wird, daß die hiefür zu wählende Kommission eine genügende Mitgliederzahl erhalten solle, um wo möglich alle Branchen dieses Faches vertreten zu können, und wird dazu weiter bemerkt, daß die Arbeiten dieser Kommission bis 1. Mai d. I. erledigt sein müssen. Es werden nun auf ergangene Vorschläge durch allgemeine Zustimmung folgende 10 Herren in diese Kommission gewählt: Oberbaurath Eh mann „ v. Morlock „ Schlierholz Baurath Binder „ v. Beckh „ Schenk „ Sonne Bauinspector v. Martens „ Schübler „ Kaiser Herr Oberbaurath Schlierholz wird dieser Kom ­ mission vorstehen, die Mitglieder von der auf sie gefallenen Wahl benachrichtigen und Dieselben zusammenberufen. aä. 2) Ist eine ständige Kommission zu wählen und stellt der Vorsitzende die Frage, ob diese Kommis ­ sion nicht durch den Vereinsausschuß zu ersetzen sein dürfte, da es sich hier vorzugsweise nur um Besorgung gewisser Mittheilungen an den Verbands- Vorstand und um Erledigung von dessen etwaigen Requisitionen handle. Da sich nun hierüber weder eine Debatte, noch irgend ein Widerspruch dagegen erhebt, so wird zum Beschluß erhoben, daß der demnächst ohnedieß neu zu wählende Vereins-Ausschuß für diese Kom ­ mission einzutreten habe. Ferner wird beschlossen: Die Generalversammlung und Neuwahl des Ausschusses soll am 3. Februar abgehalten und mit einem gemeinsamen Abendessen geschlossen werden. Hierauf berichtet der Vorsitzende über die Antrüge des Aus ­ schusses betreffend die von Herrn Bauinspektor Schübler beantragte Statuten-Acnderung, welche bei nächster Generalversammlung zur Berathung kommen sollen. Bauinspektor Reinhardt bei der Forstdirektion wird von Bauinspektor Köhler zum Mitglied vorgeschlagen und sofort auf ­ genommen. Professor Beyer legt seine Entwürfe zur Vergrößerung des Hotel's Marquardt vor und erläutert dieselben. Der Verein spricht sein Interesse dafür und seinen Dank durch Erhebung der Mitglieder von ihren Sitzen aus. Haustt-Vcrsammlung am 10. Februar 1872. Vorsitzender: v. Egle. Schriftführer: Silber. Anwesend 19 Mitglieder. Der Vorsitzende bringt ein an unseren Verein gerichtetes Schreiben des Gastgebers E. H. Stotz hier, — verfaßt im Auf ­ träge des „freien Wahlvercins" zur Kenntniß, betreffend die neue, derzeit noch im Stadium der Entwürfe befindliche Friedhofanlage auf der Prag. Dieses Schreiben spricht sich gegen die beabsichtigte Situirung des Friedhofes aus, weil sie voraussichtlich in kurzer Zeit wieder die nothwendige Ausdehnung der Stadt nach der be ­ treffenden Seite hin beschränke. Der Verfasser stellt im Auftrage des freien Wahlvereins das Ersuchen an unseren Verein um Erstat ­ tung eines Gutachtens. Auf Anfrage des Vorsitzenden, ob die Versammlung geneigt sei, auf dieses Ersuchen einzugehen wird die Geneigtheit dazu sofort ausgesprochen und eine Kommission zur Vorberathung gewählt, be ­ stehend aus den Herren: Baurath Binder, Professor Stahl und Straßenbauinspektor Kaiser. Dabei wird diesen Herren die Vollmacht ertheilt, nach ihrer Wahl weitere geeignete Mitglieder zu cooptiren. Man schreitet nunmehr zur Berathung über die seiner Zeit von den Herren Bock und Schübler beantragte Statuten-Aende- rung. Der Herr Vorsitzende verliest das Gutachten des Vereins- Ausschusses hierüber. In erster Linie wird beschlossen, daß der Verein künftig den Namen: „Württembergischer Verein für Baukunde" zu führen habe. Im Uebrigen werden die Anträge des Vereins-Ausschusses unter Würdigung eines Ammendements Sonne's und v. Egle's zu §. 9. eines solchen v. Egle's zu §. 15. und einer Abänderung von §. 16, ( 5 /ö statt 9 /io) zum Beschluß erhoben, und ist damit die neue Fassung der Statuten festgestellt.