18 Zwölfte Versammlung am 9. November 1872. Vorsitzender^ v. Egle. Schriftführer: Landauer. Fortsetzung der Berathung des Ortsbaustatuts für Stuttgart. Berichterstatter der zu einer vorläufigen Begutachtung gewähl ­ ten Commission (für den durch Unwohlsein verhinderten Herrn Professor Silber) Herr Prof. Walter. Die Commission schlägt auf den Grund weiterer Berathung der 8Z.7, 8 und 9 erhöhte Trottoirs für neue Straßen und wo thunlich, auch bei einer Correction älterer Straßen vor und würde nach ihrer Ansicht die Fassung des Schlußsatzes zu 8- 7 lauten müssen: „Die Randsteine dagegen, das Kandelspflaster, sowie die „Fahrbahn der Straße werden von der Stadt hergestellt „und unterhalten. Die Versammlung beschließt jedoch durch Stichentscheid ihres Vorsitzenden von dieser mehr den ökonomischen Theil des Statuts betreffende Aenderung von seinem 'Standpunkt aus abzusehen, da ­ gegen die wünschenswerthe Erhöhung der Trottoirs im Princip anzunehnien und statt des Absatzes 4 §. 8 zu setzen: „Die Trottoirs müssen dem Gefäll der Straße folgen und „bei alten Straßen 30 mm über der Höhe des anstoßenden „Kandelpflasters liegen. „Bei der Anlage neuer Straßen und bei der Umwand- „lung (Umpflasterung) alter sollen die Trottoirs 15*™ über „den, anstoßenden Kandelpflaster liegen. Zu diesem Absatz 4 wird noch als Anhang beschlossen: „Insbesondere empfehlen sich erhöhte Trottoirs bei engeren „Straßen, in soweit die Straßenbreite die Anlage von Trot- „toirs überhaupt noch zuläßt. Statt Absatz 5 des 8- 8 wird folgende Fassung angenommen: „Das Gefälle im Querprofil eines Trottoirs soll 3% be ­ tragen. Für den 8- 9. Trottoirbreite, wird bis zum 3. Absatz des Entwurfs folgende Fassung beschlossen: „Die Breite eines jeden erhöhten Trottoirs zu beiden Seiten „der Straße ist einschließlich der Randsteine bei neuen „Straßen zu l /„ der Straßenbreite anzunehmen. „Bei alten Straßen soll die Fahrbahn nicht unter 6™ „Breite erhalten und erhöhte Trottoirs in der Regel nur „dann angelegt werden, wenn dieselben noch mindestens „1'/,^ Breite erhalten können. „Für die Breite der Trottoirs an freien Plätzen ist die „Breite des Trottoirs der in die letzteren einmündenden brei- „ testen Straße maßgebend. „Jedoch darf dieselbe nicht weniger als 2 m betragen. Als 4. und 5. Absatz wird der 3. und 4. des Entwurfs unverändert beibehalten. 8. 10 und 8-11 werden ebenfalls unverändert angenommen. Zu §. 12 werden sowohl von der Commission, als einigen Mitgliedern Anträge zur Aenderung der Absätze 1 bis 4 des Ent ­ wurfs gestellt, welche die Höhe des Niveau der Vorgärten und der sie umschließenden Einfriedigungen, sowie die sonstige Beschaf ­ fenheit der letzteren betreffen. Es wird jedoch auf den Antrag des Vorsitzenden beschlossen, gar keine Bestimmungen über das Niveau der Vorgarten-Terrains und die Sockelhöhe der sie umgebenden Mauern rc. in das Statut aufzunehmen, da den Bauenden dießfalls niöglichst freie Hand zu einer vielseitigen Lösung der hier vorkommenden Aufgaben gelassen werden sollte, und die Fassung der Artikel 12 in folgender Weise angenommen: „Werden — festgesetzt, so sind dieselben mit von der Straße „aus sichtbaren Ziergärten zu versehen, und dem entsprechend „einzufriedigen. Von Abs. 2, 3 und 4, sowie von einem Antrag der Com ­ mission bezüglich der Feuergassen zwischen solchen Vorgärten wird abgesehen, und Absatz 5 in folgender Fassung angenommen: „Die Benützung des Vorgartcnlandes zu gewerblichen und „ökonomischen Zwecken ist nicht gestattet. Von Herrn Sekretär Hutzel werden noch folgende Zusätze zu 8- 12 beantragt und allseits gutgeheißen: „Die Beseitigung von Vorgärten geschieht nach Maßgabe der „Art. 4, Abs. 3 und Art. 5 der Bauordnung. „Für die abzutretenden Vorgärten wird dem Eigenthümer „volle Entschädigung gewährt. Ein Antrag der Commission auf Entschädigung nach Maß- gabe der Preise benachbarter Gärten, sowie auf eine solche für die Kosten der Gartenanlage und deren Umfriedigung wird hienach für überflüssig erachtet und sofort die Versammlung geschlossen. Dreizehnte Versammlung am 16. November 1872. Vorsitzender: v. E g l e. Schriftführer: Landauer. Fortsetzung der Berathung des Ortsbaustatuts. Berichterstatter der Commission: Professor Walter. 8. 13. Zurücksetzen der Gebäude hinter die Baulinie. Nack' längerer Berathung, in welcher es sich daruni handelt, die Position 3 ganz fallen zu lassen, und die Pos. 4 in Ueberein- stiminung mit den Bestimmungen des 8- 12 zu bringen, beschließt der Verein in Position 3 die Worte: „im Einverständniß mit dem Gemeindcrath" zu streichen, der Position 4 aber folgende Fassung zu geben: „Der Raum vor dem zurücktretenden Gebäude, entlang der „Baulinie, ist entweder, analog den Bestimmungen des 8-12, „Abs. 1 als Ziergarten anzulegen, oder als Schmuckhof „(cour d’lionneur) mit einem architektonisch ausgebildeten „Zaun- oder Mauer-Abschluß zu versehen. Zu Absatz 1 des 8- 13 stellt Herr Secretär Hutzel später noch einen Zusatz in Aussicht, durch welchen ausgesprochen werden soll, daß bei der Bestimmung über das Zurücksetzen der Gebäude von allen, durch die Architektur derselben gebotenen Vorsprüngen abgesehen werden soll. 8- 14. Hervortreten einzelner über dem Bo ­ den hervorragender Gebäudetheile in die Baulinie der Straßen, wird, nachdem von der Commission durchweg ein vermehrtes Maß