3 Von diesen ist uns ein werthes auswärtiges Mitglied, Herr Bauinspektor Bau mann zu Crailsheim durch den Tod entrissen worden; aus dem Verein ausgetreten sind die Herren: Baurath Professor Mohr in Folge seines Wegzugs von hier nach Dresden, deßgleichen die Herren Or. Ammermüller und die Bauinspek ­ toren Heigelin und Maret; 6 auswärtige Mitglieder: die Herren Professor Autenrieth und die Architekten Halber und Kap ff, Brandversicherungsinspektor Ganser, Feuerwehrinspektor Großmann und Stadtbaurath Wolfs sind durch Hieherzug in die Klasse der hiesigen übergetreten. Der jetzige Mitgliederstand belauft sich auf 73 hiesige 84 auswärtige zus.: 157 Mitglieder, wonach also oas abgelaufene Jahr sich eines namhaften Zuwachses von zusammen 27 Mitgliedern zu erfreuen hatte. Versammlungen wurden incl. der ersten von diesem Jahr 15 ab ­ gehalten und zwar: 12 ordentliche, eine Hauptversammlung und zwei Ausschußsitzungen, wovon eine in Angelegenheiten des Stutt ­ garter Ortsbaustatuts und außerdem 7 Commissionssitzungen und zwar eine ebenfalls in Betreff des Stuttgarter Ortsbaustatuts, zwei bezüglich der Jngenieurhonorarfrage, eine über die Thurmglockenauf- hängekonstruktionen und 3 über die von der Abgeordnetenversamm ­ lung deutscher Architekten- und Jngenier-Vereine zu Eisenach unter dem 1. und 2. August v. I, gestellten Fragen. Vorträge über fachliche Gegenstände wurden in anerkennens- werther Weise, meist unter Vorzeigung von Planen, 10 gehalten und zwar: 1) von Herrn Oberbaurath v. Landauer über das neue Zellen- gefängniß zu Heilbronn; 2) von demselben über Apparate zur Prüfung von Blitzableitern. 3) Herrn Bauinspektor Daser von Weil der Stadt, der Zeit in Winnenden, über die Verdichtung des Gewölbes am Forst ­ tunnel an der Schwarzwaldbahn. 4) Herrn Oberbaurath v. Schlier holz über Irrenhäuser unter Erläuterung seines Entwurfes für eine Irrenanstalt nach Tübingen; 5) von demselben über einige eiserne Oberbausysteme. 6) Herrn Professor Teichmann über die Prismatoidformel für Körperberechnungen. 7) Herrn Fabrikant Stotz über die Resultate von Festigkeits ­ versuchen mit schmiedbarem Gußeisen aus seiner Fabrik. 8) Herrn Bauinspektor Wagner über ein von ihm mit Herrn Stadtbaurath Wolfs (dieser für den architektonischen Theil) gefertigtes Brückenprojekt über die Donau zwischen Pest und Ofen. 9) Herrn Oberbaurath v. Egle über Klöster mit besonderer Rücksicht auf Cysterzienserklöster. 10) Herrn Baurath Bock über den Einsturz einer Gewölbean ­ lage in einer Stuttgarter Brauerei. Mit Vorlagen von Plänen, Modellen, Reisestudien, Photo ­ graphien haben uns erfteut die Mitglieder: Prof. Reinhardt, Tafel, v.Schlierholz, Gnauth, L. Wolfs, Bayer und Kaiser. Den Vorträgen und Vorlagen folgten meist eingehende und belehrende Besprechungen. Referate wurden vorgetragen durch die Herren Silber über den gemeinderäthlichen Entwurf eines Ortsbaustatuts für Stutt ­ gart; v. Schlierholz über die Jngenieurhonorarfrage und die vom Verband deutscher Bauvereine zu Eisenach gestellten Fragen; v. Landauer über die Glockenaufhängemethode unter Vorlage von Plänen. Exkursionen fanden 2, eine nach Heilbronn, die andere nach Bebenhausen und Tübingen statt und bleiben gewiß bei allen Theil- nehmern in freundlicher Erinnerung. Publikationen seiner Verhandlungen hat der Verein in zwei Heften vollzogen, deren reichhaltiger Inhalt allgemeine Anerkennung findet. Geschenke hat unser Verein erhalten: Von dem Berliner Architektenverein, von dem bayer. Architekten- und Jngenieurverein, von dem Architekten- und Jngenieurverein in Böhmen,^von dem Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen, von dem Schleswig-Holstein'schen Jngenieurverein, von dem tech ­ nischen Verein in Lübeck, von dem ostpreußischen Ingenieur- und Architektenverein, von dem technischen Verein in Oldenburg und von dem Verein deutscher Studenten in Wien, sowie von den Herren Oberbaurath v. Eh mann und Baurath v. Martens. Nach dem Vorgetragenen darf die Thätigkeit des Vereins gewiß auch im abgelaufenen Jahre nicht als unerheblich angesehen werden, er hat mehrere wichtige Fragen behandelt, darunter ins ­ besondere noch eine Lanze für ein gesundes Stuttgarter Ortsbau ­ statut — vorzugsweise für Einführung des Massivbaues — ein ­ gelegt, was weifigstens bei den bürgerlichen Kollegien einen, — wenn auch nicht direkten, doch indirekten — Beschluß für den Massivbau herbeizuführen, mitgewirkt haben dürfte. Inwieweit jedoch unser Wuysch Befriedigung finden wird, ruht noch im Schoße des K. Ministeriums des Innern, hoffen wir das Beste. Es war, wenn auch immer noch eine größere Theilnahme der Mitglieder an den Vereinsversammlungen zu wünschen war, doch im abgelaufenen Jahr ein größerer Eifer wesentlich von jüngeren Mitgliedern gegen früher nicht zu verkennen, insbesondere war für Vorträge, Vorzeigung von Plänen u. s. f. reichlicher Stoff vor ­ handen. Hoffen wir, daß dies so fortdauern und die Betheiligung der Mitglieder stets eine rege, der persönliche Verkehr unter den ­ selben ein stets innigerer, der Verein ein Sammelpunkt seiner Mit ­ glieder werde und auch auswärtige Mitglieder, deren heuer nur Eins einen Beitrag lieferte, bestrebt sein mögen, uns aus dem reichen Schatze ihrer Erfahrungen Mittheilungen zukommen zu lassen, damit unser Verein seine Stütze nicht nur bei Wenigen für ihn Wirkenden, denen ich für ihre Leistungen hiemit herzlich danke, sondern im Zusammenwirken sämmtlicher Mitglieder finde und so reiche Früchte in einer so leistungsfähigen Zeit tragen möge. Stuttgart, den 26. Januar 1874. Schlierholz. B. Jahresbericht des Wereinsöivkiothekars. Ueber die Benützung der Bibliothek Seitens der Mitglieder des Vereins und über die Cirkulation der Zeitschriften gibt nach ­ stehende Zusammenstellung näheren Aufschluß. A. Von den in Stuttgart ansäßigen Mitgliedern haben gelesen: 1) Zeitschrift für Bauwesen 44 Mitglieder 2) Gewerbehalle ■ 18 „