14 1) als ein Ganzes auf Grund von Preiszetteln, oder 2) als ein Complex von 5 bis 6 detailirt bearbeiteten 1 Arbeitsloosen, alle auf's Nachmeß rc. bestimmten Arbeidtn inel. Materialbeschaffung, excl. dem Legen des Oberbaues, er eiser ­ nen Brückenbauarbeiten, Schienen, Schienenbefestigungsmittel und Schwellenlieferung, sowie den Hochbauten, — welche meist für sich und bei letzteren nach einzelnen Arbeitsgattungen im Submissionswege verakkordirte werden — an einen Unter ­ nehmer oder eine Unternehmergesellschaft vergeben, oder ß. nach einzelnen Arbeitsloosen, je nach der Wichtigkeit der Arbeiten 2 bis 4 Kilometer lang, sämmtliche Rubriken des Unterbaues und die Bettung des Oberbaues enthaltend, an einen Unternehmer oder Unternehmergesellschaft, wogegen die übrigen Arbeiten auch hier, wie ad « besonders vergeben werden; und endlich d. in K leinakkorden, die sich wesentlich in Fällen als sehr vo rtheilhaft ergeben haben, in denen es von Werth ist, einzelne Einschnitte und Auffüllungen, Tunellvoreinschnitte oder Stollen, größere Fundat ionen, als Borarbeiten für grö ­ ßere Objecte und um wesentlich während der Bearbeitung und Berechnung dieser an dem Bautermine nichts zu versäumen. Zu dergleichen Arbeiten können auch kleinere Unterneh ­ mer beigezogen werden, welche nickt selten den gestellten An ­ forderungen zufriedenstellender nachkommen und sich bei der direkten Arbeitsübernahme besser befinden, als bei Unter ­ akkorden, die sie aus der Hand von größeren Unternehmern erhalten und gegenüber Letzteren mit deren weit größeren Ansprüchen für ihre Lebensstellung. B. a) «. Die Großakkorde in größerem Maßstabe wurden bis jetzt bei uns nur in zwei Fällen angewendet und zwar ad 1) für die Bahnstrecke Pforzheim-Wildbad, auf 22,7 Kilometer Länge, zur Erzielung einer raschen Ausführung, wozu die detailirte Ausarbeitung von Voranschlägen nicht zu ­ gereicht hatte, auf Grund von genauen Bauvorschriften und Preislisten an-eine Unternehmergesellschaft auf ein von dieser gestellten Offertes übertragen. Diese Art Ausführung erfor ­ dert, ohne sichere Bemeffung der jeweiligen Geldbedürfnisse, ein großes verfügbares Betriebskapital, bedeutendes Inven ­ tar, ein zahlreiches, erfahrenes und zuverlässiges Personal, was stets schwer für so ausgedehnte Bauten zu erreichen ist. Besser hat sich wohl: ad 2) die zweite Art, die Zusammenvergebung einer Reihe von detailm bearbeiteten Loosen, in eine Hand erwie ­ sen, wobei aber wie ad 1» der gleich große Apparat an Geld- und Personalmitteln nöthig wird und ebenfalls wesentlich große Generalkosten entstehen und hat sich diesem gegenüber bei uns ad ß. bei Vorhandensein tüchtiger, meist zuverlässiger Unternehmer die Vergebung nach einzelnen Arbeitsloosen als sehr zweckmäßig erwiesen, wobei je nach den lokalen Verhält ­ nissen bei kleineren Loosen oder bei besonderer Tüchtigkeit dem Unternehmer auch 2 Loose zusammen vergeben werden. Der Art Unternehmer sind meist technisch gebildete Leute, welche sich selbst der Ausführung unterziehen, zuverlässiges,. ihnen durchaus bekanntes Aufsichtspersonal besitzen und Land und Leute kennen, so daß wohl in den meisten Fällen die Bauverwaltung zufriedengestellt wird und dem Unternehmer ein entsprechender Gewinn zu Theil wird. Nicht selten sind hiebei Geschäftsführer durch entsprechende Tantiemen bei der Arbeit interessirt. Hienach ist daher in Württemberg beim Eisenbahnbau für den Unterbau und die Bettung, insofern nicht einzelne, kleinere Bauobjecte in Kleinakkord vergeben werden, die Ver ­ gebung nach entsprechend großen Arbeitsloosen die „Regel," der Regiebau die „Ausnahme" und größere ausgedehnte Groß ­ akkorde können als verlassen betrachtet werden. e) Generalakkorde, d. h. die Vergebung einer gan ­ zen Bahnstrecke auf Grund ausgearbeiteter, technisch geprüfter Plane und Voranschläge gegen eine runde feststehende Summe kam in Württemberg nur einmal bis jetzt vor, und zwar bei der Ausführung der Privatbahn von Mezingen nach Urach (Ermsthalbahn). Hiebei wurde von der Privatbahngesellschaft die süd ­ deutsche Baugesellschaft für Eisenbahnbau und Bedarf in Stuttgart beauftragt, aus Grund der vom Staate gestellten Concessions-Bedingungen eine Traee (zu der vom Staate Grundlagen vorhanden waren), Detailpläne und Voranschläge zu bearbeiten, welche der Genehmigung der Staatsbehörden zu unterstellen waren, woraus die genannte Gesellschaft die Gütererwerbung und die Ausführung gegen eine bestimmte Summe übernahm, gleichviel, wie sich die weiteren Ansprüche und Verhältnisse während der Gütererwerbung und Bauaus ­ führung gestalteten. Die Controle über die richtige und solide Ausführung unterlag der K. Württ. Eisenbahnverwaltung. Es liegt nahe, daß wenn auch ein solches Abkommen für die Bahngesellschaft — den Bauherrn — etwas bequemes be ­ züglich des Kostenpunktes, etwas sicheres, für die Abrechnung glattes hat, seitens des Bauunternehmers aber, dem eine große Machtbefugniß eingeräumt ist, immerhin das Bestreben vorhanden ist, sich contraktlich eines gewissen Maßes von Freiheit in Bezug auf die technischen Dispositionen des Baues zu sichern, er wird die Arbeiten möglichst billig herzustellen, allerorts zu sparen suchen und letzteres nicht immer im In ­ teresse der Solidität. Es ist daher vor Allem für diese Akkordsart ein gewissen ­ haft gefertiger Ueberschlag auf Grund von Detailplänen, ge ­ naue Vertragsbedingungen und ein reeller, zuverlässiger Unter ­ nehmer oder Unternehmergesellschaft, wie eine gute Controle über die Bauausführung erforderlich, der controlirende Bau ­ beamte wird aber, da schon die Natur der Sache eine gewisse Dissonanz zwischen dem Controleur und der Baugesellschaft bewirkt, immerhin einen schweren Standpunkt erhalten. Bei genannter Ermsbahn ist zwar die Ausführung im Allgemeinen zur Zufriedenheit abgelaufen, immerhin aber dürste das System der Generalaccorde mit feststehender Pau ­ schalsumme für große Bauobjecte und ganze Bahnstrecken für unsere Verhältnisse nicht passend, überhaupt principiell zu ver ­ werfen sein, es werden ad d) Pauschalakkorde beim Bahnbau überhaupt höchst selten, dagegen beim Hochbau bei sich normal bleibenden, sich wiederholenden Gebäuden, wie Bahnwarthäusern, Güter ­ schuppen, Nebengebäuden auf Eisenbahnstationen, wofür ge ­ naue Abrechnungen sichere Anhaltspunkte bieten, mit Vortheil abgeschlossen, wobei jedoch bezüglich etwaiger Veränderungen im Fondament rc. vorgesehen ist, daß Mehr- oder Weniger ­ maß nur insoweit bei der Abrechnung berücksichtigt wird, als eine Abweichung einer Position vom Plane 2°/o mehr oder weniger sich ergiebt und daß Objecte, die nicht ausgeführt, auch nicht bezahlt werden. Dergleichen Pauschalakkorde haben wesentlich das Gute der Fixirung einer zum Voraus bestimmten Bausumme und die Abkürzung des Abrechnungsgeschäftes, letztere insbesondere auch für die Unternehmer von großem Nutzen. Als Verakkordirungsweis en sind in Württemberg beim Eisenbahnbau üblich: 1) vorzugsweise die allgemeine Submission und 2) die beschränkte Submission. Die erstere geschieht durch Ausschreiben und werden auf schriftliche Submissionsabgabe auf eine bestimmte Stunde so ­ wohl in- als ausländische technisch tüchtige, mit den nöthigen Geldmitteln versehene Unternehmer zugelassen, wobei sich je ­ doch die Bauverwaltung nicht an das billigste Offert gebun ­ den hält, sondern sich unter den Bewerbern die Auswahl vor ­ behält, und bildet diese Concurrenz die Regel, wogegen ad 2) die beschränkte Concurrenz, obwohl dieselbe für Erzielung einer guten Arbeit die empfehlenswertheste wäre, nur bei Arbeiten eintritt, die besonders zuverlässiger Unter ­ nehmer bedürfen und wird sie wesentlich nur bei einzelnen Arbeitsgattungen, beim Hochbau z. B. bei Schlosserarbeiten, die für eine ausgedehntere Strecke von ein und demselben