12 und Herbstes neu erstellt worden war, einer eingehenden Erläu ­ terung: so die reich stilistisch, mit biblischen Darstellungen be ­ malten Fenster des Querschiffes und der Chöre, in welch' ersterem einerseits die Patriarchen und Propheten, andererseits Kirchenlehrer und Apostel dargestellt sind (von der Regensburger Glasmalerei), während die in den Seitenchören (von der Mayer'- schen Kunstanstalt in München) und die am Hauptchore (ent ­ worfen von Professor Klein in Wien, ausgeführt von der Tyroler Glasmalereianstalt in Innsbruck) das Leben und Leiden Christi, Kreuzigung, Auferstehung, Verklärung, sodann das Pfingstfest, die Verleihung des Schlüsselamtes und in der Mitte die Krönung Mariä zeigen. Die Pracht dieser durchweg meister ­ haft ausgeführten Darstellungen kommt vorzugsweise im Haupt ­ chor zur Wirkung. Die Fenster des Langhauses erhielten vorerst nur Butzenscheiben mit gemalten Kanten — Kathedralglas -— und eine Bemalung der Maßwerke. Letztere, sowie die Dar ­ stellung der hl. Cäcilia über der Orgel sind von Glasmaler Hecht in Ravensburg ausgeftihrt. Der Hanptaltar von weißem und farbigem Marmor, vergoldeter Brouce und kostbar emaillirt, dessen Mensa auf Säulen ruht und dessen Aufbau sich treppenförmig für die Ausstellung der Leuchter und in der Mitte eine auf zierlichen Säulchen ruhende Kuppel — zur Auf ­ nahme von Kreuz oder Monstranze — tragend, erhebt und der sich leicht von dem grünen, teppichartig gemalten Hintergründe ab ­ hebt, ist ausgeführt in dem Etablissement von Brunet in Paris; der Marienaltar des linksseitigen Seitenchores von Bildhauer Metz in Gebratshofen in gelungenster Weise von Eichenholz über marmorner Mensa ausgeführt, berechtigt zu der Annahme, daß auch der noch fehlende rechtseitige Nebenaltar ein Meisterwerk werde. Zu nennen sind ferner der Taufstein von Marmor auf 3 Säulchen, die Chorstühle (aus der Mayer'schen Anstalt in München), die Comunicantenbank aus Marmor, die Orgel mit 26 Registern von Walker in Ludwigsburg (welche von Herrn Attinger, Hauptlehrer am Conservatorium gespielt, von bester Wirkung sich erwies), die Kanzel, die Beicht- und Kirchstühle von Brauer hier, sowie der Fußboden aus Mettlacher Plättchen mit reichen Teppichmustern. Bei der Besichtigung waren auch die von Sr. Majestät dem Könige ge ­ stifteten Altarleuchter, die Monstranz, Rieß- und Communion- relche mit Meßkrügen auf dem Altare, das Prozessionskreuz daneben aufgestellt und der Kronleuchter für das ewige Licht bereits aufgehängt, alles in Bronce mit reicher Vergoldung aus ­ geführt. Die Beschauer empfiengen wohl Alle den Eindruck vollster Harmonie bei edler Einfachheit und die Ueberzeugung, daß auch das Innere der Kirche reichlich dazu beiträgt, das Ganze zu einem Meisterwerke frühgothischen Stiles zu erheben. Rach beendigter Besichtigung begab sich ein Theil der Mitglieder nebst Damen (ein anderer Theil ließ sich durch den seltenen schönen Nachmittag zu einem Spaziergange verleiten) in das Vercinslokal, woselbst sich Gelegenheit bot, den Erbauer der Kirche zu seinem wohlgelungenen Werke zu beglückwünschen und ihm für die freundliche Führung zu danken. Lai st n er. Von einem Mitglieds, das arn Erscheinen durch Unwohlsein verhindert ivar, traf nachträglich folgende gereimte Beglückwün ­ schung ein: Der Meister, der in Straßburg, Ter wunderschönen Stadt, Den Wunderbau des Münsters Einst aufgerichtet hat, Erwin, der aus dem Dunkel Des Grabes auferstand. Zeigt seines Geistes Werke Uns jetzt ini Schwabenland. Seht da die Kirche glänzen In ihres Baues Pracht; Das hat Erwin der Meister Voll hohen Geists erdacht. Drum hat ihn auch sein König Geschmückt mit Krön und Stern, Deß freu'n sich seine Freunde, Und gratuliren gern. Sie heben hoch die Gläser Und rufen mit Vergunst: Erwinus redivivus Leb hoch mit seiner Kunst! fünfzehnte ordentliche Wersammkung vom 22. November 1879. Vorsitzender: Oberbaurath v. Schlierholz. Schriftführer: Bauinspektor Knoll. Anwesend: 33 Mitglieder und 1 Gast. Der Vorsitzende stellt der Versanimlung Herrn Baumeister Engel als Gast vor. Das Protokoll der letzten Sitzung wird zur Verlesimg ge ­ bracht und genehmigt. Sodann macht der Vorsitzende Mittheilung über die vom Komits für die Gründung einer Ferdinand Redtenbacher-Stiftung in Steyer eingelaufene Bitte um Unterstützung. Die Stiftung soll bedürftigen Studirenden technischer Fächer die zu ihrem Stu ­ dium erforderlichen Mittel gewähren und es sollen aus derselben zunächst Stipendien für die technische Schule in Steyer und das Polytechnikum in Karlsruhe errichtet werden. Die Beschaffung der Geldmittel soll durch den Verkauf einer Festschrift: Geistige Bedeutung der Mechanik und geschichtliche Skizze der Entdeckung ihrer Prinzipien, ein Vortrag von Ferdinand Redtenbacher ge ­ halten im Herbst 1859, herausgegeben von dessen Sohn Rudolf Redtenbacher, sowie durch sonstige Beiträge zu dieser Stiftung erfolgen. Das KomitS hat ein Exemplar dieser Schrift einge ­ sendet und bringt der Vorsitzende diese unter den hiesigen Vereins ­ mitgliedern zur Subskription, wobei er auf die bahnbrechenden Leistungen Ferd. Redtendacher's auf deni Gebiete der Mechanik hinweist und um Unterstützung des genannten Unternehmens bittet. Auswärtige Mitglieder können durch portofreie Einsendung von 2 <Mx 40 diese Schrift durch den Vereinsvorstand oder durch das betr. Komits in Steyer in Oesterreich erhalten. Herr Professor Laißle hält hierauf einen Vortrag über eine im vergangenen Sommer vorgenommene Reise nach Italien, wie er in Beil. 1 — hiezu Zeichnungsbeil. 2 — enthalten ist. Bei der hierauf erfolgten Discussion erwidert Herr Ober ­ baurath v. Schlier holz, dem Herrn Vortragenden zugleich für das Mitgetheilte dankend, daß er, als er vor 2 Jahren in einer Streitangelegenheit Schiedsrichter anl Gotthardtunnel war, das Tunnelgemäuer — soweit er sich Ueberzeugung von demselben verschaffen konnte — weit nicht in dem von dem Herrn Pro ­ fessor geschilderten Zustande fand. Es sei zivar richtig, daß auf Göschener Seite weniger genau gemauert, aber immerhin auf gute Mörtelverbinduug und für das Gewölbe auch auf gute Bearbei ­ tung der Steine gesehen worden sei, auf der Strecke gegen Airolo aber sei die Pünktlichkeit geradezu übertrieben worden iit einer Weise, wie dies bei uns kaum verlangt und vorkommen würde. Dies bilde ein Gegenstück zu der vom Herrn Vorredner geschilderten, gewiß nicht nachahmenswerthen Mauerung an der Bahnstrecke B r u n n e n - G ö s ch e n e n, bei welcher jedoch nicht vergessen werden dürfe, daß fiir ein solches tüchtige Maurer und ein sehr guter Mörtel allzeit zu Gebot stehe ohne welche Factoreu, be ­ sonders für Eisenbahnbauten, wenn nicht eine übergroße Mauer ­ stärke gewählt werden wolle, keine Dauer gewährende Arbeit erwartet werden könne.