22 wege erfolgt hier auf die ganze Breite, ohne daß Rasenstreifen an den Straßenrändern erhalten werden würden. Die Erhaltung und Reinigung der Gräben, der Sicherheits ­ mittel und der Vermessungszeichen wird als zur Straße gehörig betrachtet und läßt nichts zu wünschen übrig. Der Baumsatz entlang den Staatsstraßen ist zum weitaus größten Theil im Eigenthum der Verwaltung und wird von ihr unterhalten; die Bäume werden auf den Straßenrand gesetzt und gewöhnlich in Entfernungen von 10 m gepflanzt; wo sie gleichzeitig als Sicher ­ heitsmittel zu dienen haben, wird die gegenseitige Entfernung — und zwar auch für Obstbäume — auf nur 5 m bemessen. Besondere Pflege wird der Kultur der Obstbäume, die etwa die Hälfte der an Straßen befindlichen Bäume überhaupt betragen, zu Theil, sie werden gepflanzt, wo sie mit Rücksicht auf das Klima und die Bodenverhältnisse nur einigermaßen fortkommen; auf einer schon seit 1862 bestehenden Landesbaumschule werden vorzugs ­ weise Bäume für den Straßenbedarf gezogen; die Bäume werden sehr sorgfältig gepflanzt, die Krone wird uni einen mittleren Leitzweig pyramidal gezogen; die unmittelbare Wart und Pflege des Baumsatzes ist Sache der Stationsarbeiter, die, gleichwie die Bauaufseher und Kreisbaumeister einen auf die Dauer von etwa 6 Wochen bemessenen Kursus über die Behandlung der Bäume in der herzoglichen Landesbaumschule empfangen. Es werden vorzugsweise Apfelbäume gezogen, Birnbäume nur da, wo die ersteren nicht zeitig wurden. Das Obst wird zur Zeit des Reifens gehütet und kurz vor der Reife auf dem Stamme ver ­ kauft. Der Ertrag der ca. 46000 an Staatsstraßen derzeit vorhandenen Bäume beträgt selten unter 30—40000 dl, er hat sich sogar schon auf 60000 M. belaufen; etatsmäßig werden nur 18000 tM, also 25 dl per km als Ertrag angenommen; daß letzterer sehr verschieden ist, ist begreiflich; im Kreise Wolfen ­ büttel wurden beispielsweise schon 96 dl, im Kreise Blankenburg nur 1 Ji per km erlöst. Der Ertrag ist indessen in stetigem Zunehmen begriffen und wird voraussichtlich zu einer sehr be ­ deutenden Summe anwachsen, wenn die Mehrzahl der Bäume ihre volle Tragfähigkeit erst erlangt haben. Auch an den Kommunikationswegen erfährt die Obstbau ­ kultur sorgfältige Pflege, der Baumsatz ist an letztgenannten Wegen gleichwie an Staatsstraßen in ganz vortrefflichem Zu ­ stande. Die Kosten der Unterhaltung haben im vorigen Jahre an den Staatsstraßen im Mittel 662 M. per km betragen und zwar entfallen auf die Unterhaltung der Sommerwege, Banketts und Gräben 55 Ji Anschaffung der rohen Unterhaltungsmaterialien 283 „ Bearbeitung (Zerkleinern, Aufschäufeln) derselben 117 „ Instandhaltung der Fahrbahn (Einlagen, Ab ­ morasten, Walzen) 120 „ Baumpflanzungen 12 „ Sicherheitsanlagen, Futtermauern 3 „ kleinere Brücken und Durchlässe 7 „ Wegweiser 0,5 „ Warnungstafeln, Unterhaltung von Dienstwoh ­ nungen 0,3 „ Grund- imb Nutzungs-Entschädigungen ... 0,2 „ Insgemein: Schneebahnen, Arbeitszulagen, Un ­ vorhergesehenes 45 „ Z. 662 Ji. Die Unterhaltungskosten der Kommunikationswege dagegen haben im Mittel 412 dl per km betragen. Die Straßenstatistik hat bislang in Braunschweig keine besondere Pflege gefunden. In Betreff der polizeilichen Bestimmungen über die Benützung der Straßen soll hier nicht unerwähnt bleiben, daß das Gesetz vom 25. November 1839, welches die Radfelgenbreiten nach dem Gewicht der Wagenladungen normirt, zum Vortheil der Straßen noch heute in Anwendung steht. Bei Bereisunp der fast ausnahmslos mit Gabbro unter ­ haltenen Straßen in der Nähe der Stadt Braunschweig und Wolfenbüttel der mit Griinstein, Zechstein, Hornstein und Muschel ­ kalk unterhaltenen Straße von Seesen über Gandersheim nach Kreiensen, der mit Basalt, Buntsandstein und Muschelkalk unterhaltenen Staatsstraße von Holzminden über Stadtolden- hof nach Vierohle und endlich der meist mit Gabbro unterhaltenen Staatsstraßen von Harzburg ins Oker- und Radauthal habe ich die Wahrnehmung gemacht, daß sich die Fahrbahnen beinahe überall in ganz vorzüglichem Zustande befanden, gleichviel ob daselbst erst kurz zuvcr eine Decklage eingebracht worden war oder ob eine solche erst in Aussicht stand. Auch hier war, gleich ­ wie in Hannover, die Beobachtung zu machen, daß diejenigen Straßenstrecken, welche schon vor Jahren ihre letzte Decklage er ­ halten hatten und seitdem nur hinhältlich mit kleinen Aus ­ besserungen unterhalten worden waren, zwar eine gleichförmige Abnützung erfahren hatten, sich jedoch keineswegs in herabgekom ­ menem Zustande befanden. Werzeichniß der Mitglieder nach dem Stand vom 1. Januar 1880. A. Mitglieder, in Stuttgart wohnhaft. 1. v. Abel, Oberbaurath, Sophienstr. 38. 2. 2. Albert, Architekt, Reinsburgstr. 54. p. 3. Autenrieth, Professor, Kreuserstr. 7. p. 4. Bach, Professor, Militärstr. 38. 2. 5. Bälz, Hermann, Baumeister, Reinsburgstr. 59. 1. 6. Baldinger, Heinrich, Professor, Olgastr. 78. 7. Bar eis, Professor, Kronenstr. 46. 3. 8. Barth, Baurath a. D., untere Olgastr. 14. 9. Baumgärtner, Professor, Paulinenstr. 63. 1. 10. Bayer, Hofbauinspektor, alter Schloßplatz 5. 11. Beisbarth, Carl, Architekt, Hauptstätterstr. 84. 2. 12. Beck, C., Architekt, Hermannsstr. 9. 1. 13. Berner, Baurath, Gaisburgstr. 4. 14. Beyer, Architekt, Professor a. D., Kreuserstr. 8. 15. Beytenmüller, Hugo, Baumeister, Rothebühlstr. 47. 16. Bok, Alb., Oberbaurath bei der K. Domänendirektion, Seestr. 28. 17. Bok, Richard, Bau- und Intendantur-Rath, Christophs ­ straße 16. 18. Bork Hardt, Architekt, Hauptstätterstr. 96. 19. Bracher, Baurath, Gaisburgstr. 19. 20. Braunwald, I., Architekt, Hauptstätterstr. 128. 21. Brenner, Baurath, verl. Heusteigstr. 58. 22. Brockmann, Oberbaurath, Moserstr. 11. 23. Buck, Bauinspektor, Alleenplatz 3.