3 zu größerer Pflege der Geselligkeit nach Schluß des offiziellen Theils der Versammlungen an alle Mitglieder; dadurch werde der Verein an Geltung in den Fachkreisen gewinnen und der peinliche Eindruck vermieden, den es auf den Vorsitzenden machen müsse, wenn, wie es am letzten Vereinsabende der Fall war, nach Aufhebung des offiziellen Theiles alles auseinander- stäube und er sich schließlich allein im Saal befinde. Vom Verband sind eingelaufen: a. die Mittheilung über die Chargen für den nächsten Ver ­ bandslag in Hannover: Vorsitzender: Baurath Köhler, Schriftführer: Bauinspektor S ch w e r i n g; b. die Statuten des Technikervereins zu Görliz, der nunmehr in den Verband aufgenommen ist, nachdem seine Statuten die gewünschten Abänderungen erfahren haben. Als weitere Einläufe theilt der Vorsitzende mit: 1) Den Jahresbericht des Ingenieur-Vereins am Polytech- uikum zu Stuttgart. 2) Ein Schreiben des akademischen Lesevereins zu Graz, worin er für die Zusendung der letzterschienenen Sitzungsprotokolle unseres Vereins dankt und um fernere Mittheilungen bittet. 3) Ein Schreiben des hiesigen Bezirksvereins deutscher Ingenieure, worin derselbe anzeigt, daß die Generalversammlung des Vereins deutscher Ingenieure im August d. I. hier statt ­ finde, und um Unterstützung des Vereins für Baukunde beim Empfang der Gäste und um Mitwirkung bei den Festlichkeiten bittet. Der Ausschuß hat dieser Bitte in der Voraussetzung stattgegeben, daß die Kasse des Vereins hiebei nicht beansprucht iverde, und der Ingenieur-Verein wegen des Weiteren sich recht ­ zeitig mit ihm ins Benehmen setze. 4) Einen illustrirten Preiscourant von Franz Spengler in Berlin, enthaltend eine reiche Auswahl von Thürschlössern, von denen er schon früher Modelle eingesandt hatte, die vom Vorsitzenden in der 12. Versammlung vorgezeigt worden sind. Hierauf macht der Vorsitzende die Beschlüsse des Ausschusses betreffs der auf 5. Februar bestimmten Generalversanimlung be ­ kannt, fordert zu zahlreicher Betheiligung an derselben auf und verliest den vom Ausschuß berathenen Etat für das nächste Ver- einsjahr, welcher zum ersten Mal mit einem Ueberschuß (ca. 50 Mark) entworfen ist. Der Etat wird ohne Debatte genehmigt. Nun erhält Herr Baurath Rheinhard das Wort zu seinem angekündigten Vortrag über: „Wasserwirthschaft, Wasser-, Meliorations- und sonstige Ingenieurbauten in Elsaß-Lothringen" Dessen reichhaltiger Inhalt erst in einem späteren Hefte mitge ­ theilt werden kann. Die interessanten Mittheilungen über die hohe Ausbildung der technischen Einrichtungen und die trefflichen Gesetze über die Wasserbauten in Elsaß-Lothringen, sowie die Streiflichter, welche auf unser engeres Vaterland in dieser Beziehung geworfen werden und die Wünsche zur baldigen Nachahmung der anerkannt vor ­ trefflichen Einrichtungen der Reichslande finden den lebhaftesten Beifall der Versammlung. Die eigenthümliche Erscheinung der Zerstörung einer gewölbten Brücke über die Mosel bei Armen- villers (Linie Metz-Verdun) durch das Treiben des verwendeten Romancementmörtels ruft eine kurze Debatte hervor, die den Wunsch nach näheren Untersuchungen zu erkennen gibt. Der Schriftführer: Laug. Dritte ordentliche Wersammlung (zugleich 38. Generalver ­ sammlung) am 5. Februar 1881, Abends 7 Uhr. Vorsitzender: Oberbanrath v. Schlierholz. Schriftführer: Baumeister Laistner. Anwesend: 42 Mitglieder. Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung und gibt zunächst die schmerzliche Kunde von dem vor wenigen Tagen erfolgten Tode des Bauinspektors Daser. Die Versammlung erhebt sich zum Zeichen der Theilnahme und zu ehrendem Andenken an den Verstorbenen. Die Tagesordnung führt zuerst zur Berichterstattung über die Vereinsthätigkeit im abgelaufenen Jahre. Der mit Beifall aufgenommene Bericht des Vorsitzenden lautet lvie folgt: „Meine sehr verehrten Herren Collegen! Gestatten Sie mir heute, am 38. Jahresfest unseres Vereins- besteheuS, einen kurzen Rückblick auf die Thätigkeit im abgelaufenen Jahre zu werfen. Es waren in demselben zur Vereinsleitung berufen als Vorstand Oberbaurath v. Schlierholz. „ Vicevorstand „ v. Egle. „ Kassier „ v. Bo k. „ Bibliotheker Professor Baumgärtuer. „ Schriftführer die Herren Bauinspektor Kn oll „ v. Seeger. und Baumeister Lang. und als weitere Ausschußmitglieder die Herren Professor Laißle und Professor Dr. Weyrauch. Die Mitgliederzahl betrug zu Anfang des Jahres: 103 ortsanwesende 130 auswärtige zus. 233 am Jahresschluß dagegen 104 ortsauwesende 123 auswärtige zus. ~WT Hieher zogen: Sektionsingenieur Bertrand, Telegraphen ­ inspektor Maret, Baurath Männer, Sektionsingenieur Fischer, Baumeister Gsell, Baumeister Gunzenhauser, Ingenieur- assistent Haas und Architekt Vogel, zusammen 8. Rach aus w ä r t s zogen: Professor B ey e r und Baumeister Koch nach Ulm, Bauinspektor Er Hardt nach Ehingen, Bau ­ meister Engel nach Ueberkingen, zusammen 4. _ Ausgetreten sind 8: Baurath v. Bekh und Barth, Bau ­ meister G. Morlok und Ingenieur Reimherr wegen Wegzug ins Ausland, Civilingenieur Wolfs von hier, Bauiuspektor Förster in Ehingen, Baumeister El süßer in Colmar und Baumeister Eitel in New-Uork. Gestorben sind 5: Baurath Bouhöfer in Heilbronn, Telegrapheninspektor Maret hier, Sektionsingenieur Hang in Sulz, Dombanmeister Scheu in Ulm, Baumeister Sankt er am Cape of Good Hope. Neu eingetreten sind dagegen: 3 ortsanwesende und 5 auswärtige Kollegen. Die Vereinsthätigkeit erstreckte sich auf 16 ordentliche Ver ­ sammlungen, 4 Ausschuß- und 8 Kommissionssitzungen, und bestand A. in 10 Vorträgen, B. in 10 Referaten und C. in ver ­ schiedenen kleineren Mittheilungen. Die Vorträge wurden gehalten: 1) Von Oberbaurath Brockmann über die Anwendung von Zahnradbahnen; 2) „ Oberbaurath v. Hänel über den Einsturz der Tayc- brücke; 3) „ demselben über Hafenanlagen in den Niederlanden; 4) „ Bauinspektor Hoch eisen über die Simplonbahn: 5) „ Professor Laißle über eine Reise nach Italien; 6) „ Baumeister Laistner über eine Reise nach Belgien und England; 7) „ Baumeister Lang über den gegenwärtigen Stand des Tunnelbaues; 8) „ Oberbaurath v. Leins über die definitive Gestaltung des Straßburger Stadtbauplans; 9) „ Baurath Rheinhard über die von ihm projektirte Wasserversorgung Stuttgarts; 10) demselben über rationelle Torfgewinnung; Die Referate wurden erstattet: 1) Von Professor Baumgärtner über den Professor Bau ­ mei st er'schen Entwurf einer normalen Bauordnung;