13 über die Farben mit: Es sei neuerdings gelungen, dem Anstrich auch andere Farben beizumengen, ohne dessen Leuchtkraft zu schwächen, wofern die Farben keine Schwefelmetalle enthalten, und hiedurch könne man auch Reflexe und Schattirungen hervor ­ bringen. Der Preis von 1 engl. Pfd. Oelfarbe beträgt 6 M., kann damit bei 2—3 fachem Anstrich 1,5—1 qm decken, also kostet der qm Oelanstrich 4—6 M. Die trockene selbstleuchtende Wasserfarbe kostet pr. engl. Pfd. 9 M., mit 3 Gewichtstheilen heißen Wassers angemacht, können damit 6—9 qm 2—3 mal angestrichen werden, also kostet der qm 2 —3facher Anstrich 1 M. bis 1 M 50 Pfg. Als Grundirfarbe dient reines Zinkweiß. Der Damarfirniß trocknet schwer, doch wird der Anstrich nach einigen Stunden steinhart, wenn man ihn einer Temperatur von 60 0 aussetzt. Hierauf referirt der Vorsitzende ausführlich über die vom Verband mitgetheilte Denkschrift der Ingenieure Gustav Meyer und Gleim über das technische Vereinswesen in England und Amerika. Die Kommission, welche von: Verein zur Berathung der Verbandsfragen: 1) Läßt sich aus dem technischen Vereinswesen des Auslandes eine Nutzanwendung für deutsche Verhältnisse ziehen? 2) Erscheint es insbesondere zweckmäßig, eine Trennung der Mitglieder der deutschen Vereine in ältere, stinimberechtigte, und in jüngere, nicht stimmberechtigte, herbeizuführen? niedergesetzt wurde, bestehend aus den Herren v. Schlierholz, v. Egle, v. Leins, Bek, Gerok und Lang, hat am 25. April folgende Aeußerung abgegeben: So viel in den letzten Jahren in Deutschland für Hebung und Kräftigung der technischen Vereine geschehen ist, so bleibt doch noch Manches zu verbessern und auszugleichen. Ausgabe ist es daher, angesichts der vom Verband gestellten Fragen, fest ­ zustellen, was an den bestehenden Organisationen verbesserungs ­ fähig und -bedürftig ist, und zu erheben, in wie weit sich die Einrichtungen ausländischer Vereine auf die deutschen Verhältnisse übertragen lassen. In letzterer Hinsicht ist zu bedauern, daß die auf der vierten Generalversammlung des Verbandes zu Wiesbaden vorgetragenen Referate von Meyer und Gleim nur die englischen und ameri ­ kanischen Vereinsverhältnisse schildern und daß bezüglich der französischen und österreichischen Einrichtungen bis jetzt der Stoff nicht in ähnlich gesichteter Weise zur Verfügung steht. Die erwähnten Referate behandeln die technischen Vereins ­ organisationen in England und Amerika in erschöpfender Weise und heben namentlich hervor, daß in den beiden Ländern keine Staatsinstitute zur Heranbildung von Bautechnikern bestehen, daß es dort keine staatlich geprüften und anerkannten Techniker in unserem Sinne gibt und daß den technischen Vereinen die Er ­ füllung mancher Ausgaben obliegt, die anderwärts dem Staate zufallen. Eben weil nun die technische Organisation der beiden Länder eine von unserer deutschen gründlich verschiedene ist, läßt sich eine Nutzanwendung derselben in größerem Umfange ans unsere Verhältnisse nicht machen; wohl aber sind einzelne Bestimmungen aus dem englischen und amerikanischen Vereinsleben geeignet, auf unsere deutschen Vereine eine entsprechende Uebertragung zu er ­ fahren. Was zunächst den Verband betrifft, so ist als entschiedener Mangel in dessen Organisation zu bezeichnen, daß der Vorstand- schaft nicht so viel Mittel zu Gebot stehen, daß wichtige Fragen, Abhandlungen, Referate und dergl. in Form von Broschüren oder Flugblättern sämmtlichen Mitgliedern der einzelnen Vereine zur Kenntniß gebracht werden können. Es würde eine solche Ein ­ richtung^ sicherlich zur Kräftigung der Vereinsthätigkeit führen und ließe sich erreichen, ohne daß die Einzelvereine durch Bei ­ tragleistung an den Verband überlastet würden. Wir sind der Ansicht, daß ein jährlicher Beitrag von 1 M. pro Mitglied an die Verbandskasse genügen wiirde, um den oben hertihrten Mangel zu beseitigen. Sodann ist außer Zweifel, daß die Leitung des Verbandes eine sicherere und erfolgreichere werden müßte, wenn dem Vor ­ stande ein ständiger und in Folge dessen mit den Verhältnissen genau vertrauter Sekretär beigegeben werden könnte. Es steht diese Frage jedoch — ganz abgesehen davon, daß ein ständiger Beamter auch eine entsprechende Bezahlung bedingen wiirde — mit der Einrichtung der örtlich wechselnden Vorstandschaft in direktem Zusammenhange, und wir verhehlen uns nicht, daß eine Verfolgung dieses, die Anstellung eines ständigen Sekretärs be ­ treffenden, Gedankens nothwendigerweise eine Centralisation der ganzen Organisation und VereinSthätigkeit nach sich ziehen würde; ob dies aber, als eine in das Verbandsleben tief eingreifende Einrichtung erwiinscht märe, scheint uns fraglich. Hinsichtlich der Einzelvereine läßt sich jedenfalls die Bestimmung der ausländischen Vereinsstatuten mit Erfolg ver ­ werthen, daß die Vorstandschaft nur eine bestimmte Anzahl von Jahren in einer Hand ruhen darf, und daß ebenso eine Zeit bestimmt werde, vor deren Ablauf eine Wiederwahl des ab ­ getretenen Vorstandes nicht zulässig wäre. Wir möchten in dieser Hinsicht empfehlen, daß ein Mitglied die Stelle des Vereinsvorstandes nicht länger als 4 Jahre hinter einander bekleiden und daß er erst nach einer Pause von 2 biv 3 Jahren wieder wählbar sein soll. Was oben bezüglich der Mittheilung wichtiger Fragen an die einzelnen Mitglieder gesagt wurde, halten wir namentlich auch innerhalb der einzelnen Vereine für angezeigt. Ueber wie manche Fragen kann in der Vereinsversammlung nur dann eine ersprieß ­ liche Diskussion gepflogen werden, wenn die Mitglieder vorher Gelegenheit haben, sich wenigstens mit dem wesentlichen Inhalt des zu behandelnden Gegenstandes vertraut zu machen. Namentlich aber wäre eine derartige Anordnung geeignet, auch eine direktere Betheiligung der auswärtigen Mitglieder an der Vereinsthätigkeit herbeizuführen. Allerdings würden aber hie ­ durch die Ausgaben des Vereins nicht unwesentlich gesteigert werden. In Betreff der Frage 2 „erscheint es zweckmäßig, eine Trennung der Mitglieder in ältere, stimmberechtigte, und in jüngere, nicht stimm- berechtigte, herbeizuführen?" konuuen wir zu der Ansicht, daß sich eine solche Trennung wohl bei großen Vereinen (wie z. B. in Berlin) empfehlen dürfte, welchen auch Studirende oder junge Techniker ohne alle praktische Erfahrung angehören, weil hiedurch der Möglichkeit vorgebeugt wird, daß diese jüngeren Mitglieder die älteren, erfahrenen bei einzelnen Beschlüssen majorisiren; daß dagegen bei kleineren Ver ­ einen die Trennung keineswegs als Bedürfniß erscheint. Wo jedoch die Unterscheidung in stimmberechtigte und nicht stimm ­ berechtigte Mitglieder getroffen werden will, dürfte es sich em ­ pfehlen, die Bezeichnung ordentliche und außerordentliche Mitglieder zu wählen und die Aufnahme als ordentliches, stimm- berechtigtes Mitglied neben der nachgewiesenen wissenschaftlichen Befähigung von einer mindestens 3 jährigen praktischen Laufbahn abhängig zu machen, insoweit nicht eine selbständige Stellung als höher gebildeter Techniker von dieser Forderung absehen läßt. Als außerordentliche Mitglieder könnten auch Studirende zu ­ gelassen werden, wofern sie bereits in den letzten Fachkursus ein ­ getreten sind. Den außerordentlichen Mitgliedern dürfte, da sie als nicht stimmberechtigt nicht die vollen Rechte eines Vereinsmitglieds ge ­ nießen, auch nicht die volle Verpflichtung eines solchen auferlegt, demgemäß ein geringerer (etwa der halbe) Vereinsbeitrag an ­ gesonnen werden. Als Vergünstigung könnte ihnen überdies der Bezug der Vereinszeitschrift um den den übrigen Mitgliedern gewährten geringeren Betrag gestattet werden. Der Stellung der Vereine ließe sich außerdem ein größeres Gewicht verleihen, wenn als ordentliche Mitglieder auch solche Nichttechniker aufgenommen würden, welche durch ihre Thätigkeit in der Technik nahestehenden anderen Zweigen zu derselben wenigstens indirekt in Beziehung stehen oder die durch ihr Wirken im Gebiet der Kunst und Wissenschaft auch auf die Hebung der technischen Fachwissenschaften von Einfluß sind.