17 110 Quadratmetern Fläche hat sich bisher als durchaus wasser- Die Mehrkosten gegenüber dem gewöhnlichen Kittdach wer- dicht bewährt und es ist deshalb die neue Eindeckungsweise auch den bei Bleistreifen mit Einschluß der Sparrenkappen 2 — 2 1 /2 M. für den im Bau begriffenen Fltigel am Museum der bildenden pro Quadratmeter betragen, wovon durch die Möglichkeit ge- Küuste, sowie für das Kunstschulgebünde in Stuttgart, zur Aus- ringerer Dachneiguug ein großer Teil wieder eingebracht wer- führung gewählt worden. den kann. Die Ausführung erfordert keine Einrichtungskosten. Beilage 2. Vortrag über die elektrischen Accumulatoren, gehalten am 7. Februar 1885 von Professor Dr. Dietrich. Unter den zahlreichen elektrotechnischen Gegenständen, welche um die Zeit der Pariser und der Münchener elektrischen Aus ­ stellung die Teilnahme des Publikums iu so hohem Grade in Anspruch nahmen, standen die Apparate zur Aufspeicherung elektrischer Energie, die sogenannten Accumulatoren, nicht in letzter Linie. Erregte es einerseits schon das größte Interesse, ein so geheimnisvolles Agens wie die Elektrizität ansammeln zu können, um sie nach beliebiger Zeit und an beliebigem Ort wieder nach Gutdünken zu verwenden, so war man anderer ­ seits nicht weniger überrascht von den Nachrichten über die Leistungsfähigkeit dieser Apparate, welche angeblich gestatteten im Raum von wenigen Kubikdezimetern viele tausende von Meterkilogrammen aufzuspeichern. Und dem Vernehmen nach geschah diese Aufspeicherung ohne nennenswerten Verlust; selbst für längere Aufbewahrung sollte eine äußerst geringe Zahl von Berlustprozenten den Preis bilden. Wie bei so manchen Erscheinungen der Elektrotechnik ver ­ flog die Begeisterung sehr rasch, als sich zeigte, daß die Er ­ wartungen zu hoch gespannt gewesen waren, und nun erklärte man von vielen Seiten die Accumulatoren für vollständig un ­ brauchbare Apparate. Auch diesmal lag die Wahrheit in der Mitte; war es auch nichts Vollkommenes was vorlag, so war es doch wenigstens etwas Verbesserungsfähiges, und eS wurden die letzten 2 Jahre von einer ganzen Reihe von Fachmännern in der zuletzt an ­ gedeuteten Richtung wacker ausgenutzt. Accnniulatoren sind eigentlich nichts anderes als die all ­ bekannten galvanischen Elemente, deren man sich in früheren Jahren, vor der Erfindung der heutigen Dynamoniaschincn, be ­ diente, wenn man bei besonderen Gelegenheiten elektrisches Licht erzeugen wollte. Es ist jedermann bekannt, welche Umständ ­ lichkeiten, Kosten und Belästigungen mit dem Gebrauch solcher Batterien verkniipft rvaren; unter allen Umständen konnte es sich nur uin eine Luxusbeleuchtung handeln. Wenn nun heut ­ zutage aufs Reue die Batterien in Form von Accumulatoren praktische Verwendung finden sollen, so könnte es scheinen, als ob es sich hierbei um einen Rückschritt handelte. Die Kosten der alten Batterien, welche z. B zu Beleuch ­ tungszwecken gebraucht wurden, erlangten ihre bedeutende Höhe wesentlich durch den Gebrauch von teuren Materialien, näurlich Zink, das sich allmählich auflöste und eine Erneuerung bedingte, und Salpetersäure (oder andere Stoffe mit entsprechender Rolle), die sich ebenfalls in kurzer Zeit zersetzten. Die Veränderung der verwendeten Stoffe hatte große Umständlichkeiten durch Er ­ neuerungen zur Folge; die Salpetersä'nre insbesondere brachte noch sehr erhebliche Belästigungen durch die während des Ge ­ brauchs von ihr ausgestoßenen Dämpfe, welche bekanntermaßen in hohem Grade gesundheitsschädlich wirken. Eine Batterie, welche Aussicht auf Verwendung in der Beleuchtungspraxis haben will, muß jedenfalls die gerügten Übelstände vermeiden; gelingt dies und bedingen zugleich die in der Batterie verwendeten Stoffe keine zu hohen Anlagekosten, so kommt einer solchen Stromquelle in mancher Hinsicht der Vorzug gegenüber einer Dynamomaschine zu. Die Wirkung der letzteren ist in hohem Grade abhängig von der Gleichmäßig ­ keit der Umdrehungsgeschwindigkeit des Motors, und da letztere nie vollkommen ist, so liegt die Gefahr nahe, daß in gewissen Fällen, z. B. bei Glühlampenbeleuchtung, die Wirkung keine stetige ist, sondern eine wie bekannt für unsere Sinneswerk ­ zeuge höchst unangenehme oszillierende. Dergleichen kann bei Verwendung einer Batterie niemals vorkommen; dieselbe muß bis zu einen: gewissen Grade der Abnutzung immer den näm ­ lichen vollkommen konstanten Strom liefern. Es läßt sich a priori sagen, daß es unmöglich sein wird, eine Batterie zu konstruieren, welche ohne irgend eine Erneue ­ rung fortwährend Strom liefert; eine solche Batterie wäre ja nichts anderes als ein Perpetuum mobile. Es kann sich also nur darum handeln, die jeweilig nötig werdenden Erneuerungs ­ arbeiten so billig und so wenig zeitraubend als möglich zu machen. Bei den Accumulatoren wird dies dadurch erreicht, daß mau die gesanite nötig werdende Regenerierung auf elektrischem Wege ausführt. Elektrolytisch werden die verbrauchten Stoffe in ihren alten Zustand zurückgebracht; es wird neue disponible Energie in das Element hineingeschafft, nicht durch Anivendung ganz neuer Materialien, sondern durch Zurückverwandlung der alten, verbrauchten. Bekanntlich werden in den meisten heute gebräuchlichen Accumulatoren Bleiplatten als Elektroden ver ­ wendet, und ein zuin Gebrauch bereiter Accumulator besteht im weseullichen aus einer Platte von metallischem Blei und einer Platte vom Bleisuperoxid, beide in verdünnter Schwefelsäure. Während der Stromabgabe verwandelt sich allmählich unter Einwirkung der elektrolytisch entstehenden Gase Sauerstoff und Wasserstoff, die Bleisuperoxydplatte in die niedere Oxydations ­ stufe des Bleies und die metallische Bleiplatte oxydiert sich; das Ende der Leistungsfähigkeit ist dadurch bezeichnet, daß die zwei einander gegenüber stehenden Platten gleiche Beschaffenheit zeigen. Die nun nötig werdende Regenerierung wird in höchst einfacher Weise dadurch vorgenommen, daß in das erschöpfte Element eia Stronr, herrührend von einer fremden Stromquelle, eingeführt wird, und zwar in einer Richtung entgegengesetzt der Richtung des vorher vom Accumulutor selbst gelieferten Stroms. Dabei werden die nach Erschöpfung des Elements gleichen Platten wieder in einen verschiedenen Zustand überge ­ führt; die eine wird wieder zu metallischem Blei, die andere zu Bleisuperoxyd, und die Benutzung des Apparates als Strom ­ erzeuger kann von neuem beginnen. Man sieht, der Haupt ­ vorteil dieser Behaudluugsweise liegt darin, daß inan nicht nötig hat, die Batterie irgend wie auseinander zu nehmen, denn