6 sich ungefähr 40 Mitglieder beteiligten. Von den bisherigen ! hier bekannten Anlagen dieser Art unterscheidet sich die des Herrn Rückgauer in erster Linie durch ihren provisorischen Charakter; dieselbe dient dazu, den Aushub eines größeren Bauareals zu dem Ablagerungsplatz, einem verlassenen Steinbruche, welcher 90 m höher liegt, zu führen. Die Bahn ist 690 m lang, die größte Seilsteigung be ­ trägt 17°/», die Entfernung der Ständer ca. 40-60 m. Von den drei Seilen hat das Zugseil einen Durchmesser von 15 mm, und besteht aus 6 Litzen von je 7 Drähten; das Tragseil für volle Wagen ist 30, das für leere Wagen 20 mm stark, beide sind 19 drühtig. Die Seile sind aus Patent-Tiegelgußstahldraht her ­ gestellt. Die Anlage, welche durch Ingenieur I. Pohlig aus Siegen gebaut wurde, wird von einer am untern Ende auf ­ gestellten Lokomobile von 12 Pferdekräften betrieben und von einem Maschinisten, der zugleich Heizer ist, zwei Mann zum An ­ schieben und zwei Mann zum Entladen bedient, hiezu kommt noch die Mannschaft für die Materialgewinnung und das Ein ­ laden. Der Inhalt eines Förderwagens, von denen 26 auf der freien Strecke laufen, während sich 10 aus den beiden Stationen be ­ finden, beträgt 0,22 ebm, sie folgen sich in Abständen von ca. 52 m alle 33 Sekunden; die geförderte Erdmasse beträgt in der Stunde 20 ebm, im Tage je nach der Jahreszeit 180—260 ebm. Die Kosten des Transports sollen sich für den ebm geförderter Masse auf 10—15 Pf. stellen. An die Besichtigung dieser interessanten Anlage, wobei Herr Rückgauer in dankenswerter Weise die Führung übernahm, schloß sich ein Spaziergang zu dem nahen Weißeuhofe, in welchem sich bald ein heiteres Kucipleben entwickelte. Dritte ordentliche Wersammkung am 27. April 1889. Vorsitzender: Dr. v. Leins. Schriftführer: Lai stner. Anwesend: 21 Mitglieder und 2 Gäste. Nach Eröffnung der Sitzung kommt zunächst das Protokoll der 2. Versammlung zur Verlesung, gegen dessen Inhalt eine Eiitwendung nicht erhoben wird. Sodann bringt der Vorsitzende ein Aufnahmcgesuch des zurzeit in Oberstcnseld stationierten Herrn Regieruugsbaumeisters Buck zur Kenntnis und verliest das dem Gesuch beigefügte ourrieulum vitao. Weiter verweist er darauf, daß es angezeigt sei, bei Fest ­ setzung der Versammluugsabende mit den anderen Vereinen, die — wie z. B. der Liederkranz — Angehörige unseres Vereins auch zu ihren Mitgliedern zählen, möglichst wenig zu kollidieren. Nach kurzer Erörterung dieses Gegenstands stimmt die Ver ­ sammlung dem Vorschlage zu, daß am Samstag vor Pfingsten keine Versammlung abgehalten und die letzte Sitzung dieses Sommers noch vor dem 29. Juni anberaumt werden solle. v. Hänel bringt die Exkursionen zur Sprache und schlägt eine solche nach Ludwigsburg und Umgebung vor. Da hier aus alter und neuer Zeit manches Interessante zu sehen ist, so schließt sich die Versammlung gerne diesem Vorschlage an. Als Tag der Ausführung ist zunächst der 19. Mai in Aussicht genommen. Weiteres Material zur Beratung liegt nicht vor. Der Vor ­ sitzende erteilt daher Schm oh l das Wort, welcher in längerer Ausführung seine auf die Tagesordnung gesetzten, in der Anlage enthaltenen „Mitteilungen über Volksschulhäuser" giebt und diese durch eine große Zahl von Plänen unterstützt und ergänzt. Am Schlüsse der mit allseitigem Interesse aufgenommenen Ausführungen wird dem Redner der Dank der Versammlung zu teil, dem der Vorsitzende sich mit dem Wunsche anschließt, daß das, was heute der Kürze der Zeit wegen nur habe gestreift werden können, baldmöglichst in einem weiteren Vortrage seine Verwertung finden möge. Schluß nach 10 Uhr. Der Schriftführer: Laistner. gierte ordentliche Versammlung am 11. Mai 1889. Vorsitzender: Dr. v. Leins. Schriftführer: Laistner. Anwesend: 83 Mitglieder und 2 Gäste. Als Gäste begrüßt der Vorsitzende die Herren Hüttendirektor Haarmann und Pferdebahndirektor Lipken. Unter den Einläufen hebt er sonach zunächst eine Zuschrift des städtischen Komites für die Ausführung eines Fackelzugs an ­ läßlich des Negierungsjubiläums Sr. Majestät des Königs her ­ vor, die den Verein zur Beteiligung an dieser Huldigung einladet und zu wissen wünscht, ob die eventuelle Beteiligung in selbst ­ ständiger Gruppe oder im Zusammengehen mit anderen Vereinen erfolgen würde. Gegen die Möglichkeit, als selbständige Gruppe aufzutreten, erheben sich mehrfache Bedenken, während die Frage der Be ­ teiligung überhaupt allseitig bejaht wird. Kölle schlägt vor, daß zunächst durch Zirkulation einer Liste unter den hiesigen und auswärtigen Mitgliedern festgestellt werde, auf welche Teilnehmerzahl zu rechnen ist. Nach längerer Erörterung der ganzen Frage wird beschlossen, die Anfrage des städtischen Komites im allgemeinen zustimmend zu beantworten, sich aber wegen der Art der Beteiligung das Weitere noch vorzubehalten. Eine Kominission, die aus dem Herrn Vorstande und den Herren Schmohl und Wolfs zu ­ sammengesetzt wird, erhält den Auftrag, die Fragender Beteiligung des Vereins und namentlich einer solchen als selbständige Gruppe näher zu prüfen und ihre Vorschläge dem Verein zu unterbreiten. Weiter bringt der Vorsitzende die schon in letzter Sitzung angeregte Exkursion nach Ludwigsburg und Monrepos am 19. Mai zur Sprache. Die Ausführung derselben findet allseitige Zu ­ stimmung. Der Bibliothekar macht darauf aufmerksam, daß das Heften der in Umlauf zu setzenden Zeitschriften vielfach gewünscht werde und als zweckmäßig erscheine. Die hiefür nötigen Kosten im schätzuugsweiscn Betrage von 30—40 M. werden genehmigt. Einem weiteren Wunsch, auch die Bauzeitung in Zirkulation zu setzen, soll gleichfalls entsprochen werden. Bei diesem Anlasse empfiehlt Schmidt auch die Anschaffung der in Berlin erscheinenden „Blätter für Architektur und Kunst ­ gewerbe", wogegen sich eine Einwendung nicht erhebt. Der Vorsitzende gedenkt hierauf in herzlichen Worten des überraschend schnell dahingeschiedenen hochgeschätzten Mitglieds des Vereins, Baudirektor Dr. v. E h m ann, mit dessen Tod eine rastlose Thätigkeit und ein vom Glück begünstigtes öffentliches Wirken einen frühen Abschluß gefunden haben. Auch dem jüngst verstorbenen Architekten, Finanzassessor Link widmet erhöhe Anerkennung, indem er namentlich schildert, mit welcher Innigkeit derselbe auch während einer 20jährigeu Erblindung noch an seiner Kunst und insbesondere an der archi ­ tektonischen Entwickelung Stuttgarts Anteil genommen habe. Die Versammlung erhebt sich zum Andenken dieser beiden Männer. Im Anschlüsse hieran berichtet der Vizevorstand, daß er der Beerdigung des hochgeachteten langjährigen Mitglieds Prof. Groß in Vertretung des verhinderten Vereinsvorstands an ­ gewohnt habe, und bittet die Versammlung, sich zum Ausdruck der Teilnahme auch an diesem Verlust von den Sitzen zu er ­ heben. Dies geschieht. Nachdem nun der Schriftführer das Wort zur Verlesung des Protokolls der 3. Versammlung erhalten hat und dieses genehmigt ist, spricht Kölle in längerem, sehr interessantem und mit Beifall auf ­ genommenem Vortrage „über die bisherige und künftige Entwickelung der Stuttgarter Straßenbahnen". Am Schluffe dieses in der Anlage wiedergegebenen Vor ­ trags dankt Redner noch besonders dem Herrn Pferdebahndirektor Lipken für die großen Bemühungen, die er um die Förderung des hiesigen Straßcnbahnmesens auf sich genommen hat. — Ihm selbst dankt der Vorsitzende für seinen lehrreichen Vortrag.