— 4 — die notwendigen Zeugnisse vom behandelnden Arzt auf ihre eigenen Kosten direkt einzieht. Dies trägt den Wünschen mehrerer Mitglieder, welche hierüber wenig angenehme Erfahrungen sammeln konnten, Rechnung. Da die vom Berichterstatter mit den Gesellschaften geführten Unterhandlungen im Lauf der Zeit den Vertragsentwurf immer an ­ nehmbarer gestaltet hatten, so beschloß der Ausschuß in Berücksich ­ tigung aller einschlägigen Verhältnisse und in besonderer Würdigung einer von Mitglied Dessecker (zugleich Vorstand des Vereins der Bauwerkmeister Württembergs) erhaltenen sehr günstigen Auskunft, dem Verein den Abschluß des Vertrags mit „Magdeburg" zu em ­ pfehlen, und namentlich dafür zu sorgen, daß bezüglich der prozen ­ tualen Ermäßigungen der Verein zu Gunsten des Mitglieds zurück ­ treten, das Mitglied also 15°/« (statt 7*/s°/o) und der Verein 20-°/« (statt 10°/«) beziehen solle. Die gestellten Anträge wurden von „Magdeburg" angenommen, so daß in der Vereinssitzung vom 5. März d. I. der vorstehend ab ­ gedruckte Vertrag in allen Teilen genehmigt werden konnte. Auch die wiederholte Prüfung durch ein rechtskundiges Vereinsmitglied im Ministerium des Innern und einen Rechtsanwalt, welche sich als zweck ­ mäßig erwies, hat für den Wortlaut deS nunmehr vorliegenden Ver ­ trags keine Beanstandung ergeben. (Der Verein ist namentlich Herrn Regierungsrat Hilbert für die eingehende Prüfung zu Dank ver ­ pflichtet.) Daß die „Magdeburger Lebensversicherungs-Gesellschaft" beim Vertragsabschluß den Mitgliedern schriftlich in Aussicht stellte, sie werde ihnen stets die coulanteste Bedienung, besonders bei der Ab ­ wicklung von Schadenfällen, angedeihen lassen, sei hier der Voll ­ ständigkeit halber beigefügt. Zur Erläuterung der Vertragsparagraphen mögen noch folgende Zeilen dienen: Zu § 1: Die kostenfreie Ausfertigung der Policen wurde von sämtlichen Gesellschaften zugestanden. Zu 8 2: Die Vergütung an die Vereinskasse wird jeweilig im ersten Vierteljahr des laufenden Jahres durch die Stuttgarter Sub ­ direktion für sämtliche gezahlte Prämien in einer Summe erfolgen. Durch die Veröffentlichung der betreffenden Liste in der „Monats ­ schrift des Vereins" ist jedes versicherte Mitglied in den Stand gesetzt, einen Einblick in die Verrechnung zu bekommen. Zu ß 5: Auf den Umstand, daß der Vereinsoorstand, bezw. ein Stellvertreter desselben, einen Sitz im Schiedsgericht hat, darf wohl besonders hingewiesen werden. (Diese Bestimmung findet sich auch in den Verträgen, welche „Magde ­ burg" u. a. mit dem Verein der Geometer Württembergs, dem Verein der württembergifchen Körperschaftsbeamten, dem Württembergischen Notariats- Verein, dem Württembergischen evangelischen Schullehrer-Unterstützungsverein und dem Württembergischen katholischen Lehrer-Verein, ferner „Köln" mit der Stuttgarter „Bauhütte" abgeschlossen hat.) Zu 8 6: Die Fassung dieses Paragraphen entspricht einem durch eine Reihe von Mitgliedern geäußerten Wunsch. Nicht wenige Mitglieder nämlich, welche die in den Bedingungen festgesetzte (6 Wochen, 3 Monate, 1 Jahr rc. betragende) Kündigungsfrist über ­ sahen, wurden gezwungen, wieder auf denselben Zeitraum wie vorher zu versichern; da dies auch bei Versicherungen von fünfjähriger und längerer Dauer vorkam, so war dies für manchen, der nicht mehr versichern wollte, eine schmerzliche Ueberraschung. In unserem Falle nun hat es das Mitglied vollständig in der Hand, die Fortdauer seiner Versicherung jederzeit anmelden zu können. Zu 8 Die nicht in Württemberg wohnenden Mitglieder werden, um sich die Vorteile des 8 2 zu sichern, gut thun, sich wegen der Prämienzahlungen ebenfalls mit der Stuttgarter Subdirektion in Beziehung zu setzen. Zu 8 8: In Anbetracht der Bestürzung, welche in einer Familie eintritt, wenn ein Unfall mit tätlichem Ausgang vorkommt, ist die Bestimmung in 8 9 der „Allgemeinen Versicherungsbedingungen", welche sofortige telegraphische, l ä n g st e n s aber innerhalb 24 Stunden erfolgende Benachrichtigung der Gesellschaft verlangt, eine etwas harte; die Magdeburger Lebensversicherungs ­ Gesellschaft hat sich infolge der im April d. I. geführten Verhand ­ lungen bereit erklärt, diese Frist auf 36 Stunden zu verlängern. Es wird in dieser Beziehung auf die im „Anhang" abgedruckten Schreiben von „Magdeburg" verwiesen. Zu 8 9: Die Versicherung ohne Prämienrückgewühr scheint zahlreichen Aeußerungen nach mit Recht die beliebteste zu sein; es sind deshalb am Schluß dieser Ausführungen (S. 5) 2 Beispiele gegeben, welche bei 5 jähriger Versicherungsdauer unter der Voraus ­ setzung jährlicher Prämienzahlung in leichtverständlicher Form bei den beiden Gefahrenklassen alles Wissenswerte enthalten für den Fall, daß der Bezug der täglichen Entschädigung bei vorübergeh ender Er ­ werbsunfähigkeit gewünscht wird I) vom l. Tag an, II) vom 15. Tag an. Zu 8 11: Zum Teil aus denselben Gründen, welche bei 8 6 die Festsetzung einer auf Wochen oder Monate berechneten Kündi ­ gungsfrist nicht rätlich erscheinen ließen, wurde auch hier eine be ­ stimmte Kündigungsfrist vermieden. Zu 8 12: Diese Bestimmungen erleichtern es dem Ausschuß in wünschenswerter Weise, die Vorteile der Mitglieder und des Ver ­ eins wahrzunehmen. — Es empfiehlt sich, in die auszustellenden Policen nachstehende besondere Bedingung aufnehmen zu lassen: „Diese Versicherung ist auf Grund des Vertrags mit dem Württ. Verein für Baukunde vom 30. April 1898 abgeschlossen." Endlich sei noch auf folgendes hingewiesen: einesteils die Thatsache, daß so manche Mitglieder, trotzdem sie schon seit Jahren mit Bauwesen aller Art mehr oder weniger zu thun haben, noch nicht versichert sind (vermutlich also auch seither nicht oder jeden ­ falls nur in geringem Maß verunglückten), andernteils der Umstand, daß auch die versicherten Mitglieder zum großen Teil noch keine Entschädigungen bezogen haben, ließen den Gedanken an prozentuale Vergünstigungen durchaus berechtigt erscheinen. Die für weitaus die meisten Mitglieder in Betracht kommenden Gefahren- bezw. Tarif- Klassen verschaffen namentlich beim Vergleich mit anderen Gesell ­ schaften und ihren Tarifen die Ueberzeugung, daß die Berufe unserer Mitglieder nicht als besonders gefährlich angesehen werden können; der Gedanke an Erleichterungen beim Abschluß einer Unfallversicherung drängt sich somit von selbst auf. 6. 6. Bezugnehmend auf obige Ausführungen laden wir unsere Mitglieder in ihrem eigensten Interesse ein. beim Abschluß von Unsallversicherungen gest. ans das Bertragsverhältnis mit der alten Magdeburger Lebensversicherungs-Gesellschaft Rücksicht zu nehmen. Sind schon die dem einzelnen Mitglied gewährten und in 8 2 des Vertrags genannten Vergünstigungen recht beachtens ­ wert, so sei auch hier noch ganz besonders auf den 8 5 des Vertrags hingewiesen, der für den Verein eine Vertretung im Schiedsgericht feststellt. Außerdem möge nicht übersehen werden, daß bezüglich der „Coulanz" bei Feststellung von Entschädigungen dem einzelnen Mitglied durch den Rückhalt am Verein eine bessere Gewähr geboten ist, als dies ohne diesen Rückhalt den verschiedenen Ver ­ sicherungsgesellschaften gegenüber bisher der Fall war. Der Ausschuß. Zum Schluffe mögen zu weiterer Erläuterung des Vertrages, unter Hinweis auf das oben bei 8 9 näher Ausgeführte, die Rech- nungsergebniffe aus 2 Beispielen in Tabellenform dargelegt werden, bei welchen Versicherungen ohne Prämien-Rückgewähr mit mittleren Beträgen, eine Versicherungsdauer von 5 Jahren und jährliche Prä ­ mienzahlungen (also nicht Vorauszahlungen auf 5 Jahre) angenommen sind; die mit A bezeichneten Sätze betreffen die Tarife für die aus ­ schließlich mit Bureauarbeiten Beschäftigten, die mit 8 bezeichneten gelten für die Oberaufsicht bei Bauten — bei I erfolgt der Bezug der täglichen Entschädigung vom ersten Tage, bei II vom 15. Tag an.