7 Jahr zur Ausführung gelangen soll, dazu dienen, die zu rasche Ent ­ weichung der warmen Luft aus dem Schiff der Kirche zu verhüten. Der Umbau des hölzernen Glockenstuhls nebst Unterstützungs ­ gerüst und Böden in einen eisernen ist von Herrn Münsterbaumeister Beyer schon seit langer Zeit erwogen worden, die verwitterten und vielfach wackelig gewordenen Hölzer machten keinen guten Eindruck, eine gründliche Renovierung war nicht mehr lange hinauszuschieben und es erschien der Umbau in Eisen als das Einfachste. Im Frühjahr dieses Jahres wurde mit der Aufstellung der Pläne begonnen und es ergaben sich hiebei gleich von Anfang an erhebliche Schwierigkeiten. ES war zuerst von Herrn Beyer beabsichtigt, den neuen Glockenstuhl in zwei Teilen auszuführen, so daß während des Umbaus das Ge ­ läute aus dem Turm nicht unterbrochen zu werden brauchte. Es zeigte sich aber bald die Unmöglichkeit der halbseitigen Ausführung der Böden und so entschloß man sich zur Ausführung auf einmal, wobei das Geläute einfach auf eine Glocke beschränkt wird, die provisorisch auf einem Teil des früheren Glockenstuhls im Münster ­ hofe aufgehängt ist. Schwierig erschien auch die Befestigung der Hauptträger des Unterbodens auf der Ostseite der Umfassungs ­ mauer des Turmes, weil sie mit den Verstärkungen in Kollision gekommen wäre, welche hier aus Veranlassung des Turmaufbaues vorgenommen worden waren. Man entschloß sich deshalb, den Glocken ­ stuhl um 90°/o zu drehen, so daß jetzt die Glocken Süd-Nord, statt seither Ost-West schwingen. Eine schädliche Einwirkung auf die Turmmauern erscheint bei der Massigkeit derselben ausgeschlossen. Die Eisenkonstruktion besteht der Hauptsache nach aus 4 Böcken, welche auf dem unteren Boden ihr festes Auflager haben und welche gegen Horizontalkräfte unverschieblich sind, aus dem oberen Boden, welcher ringsum vom Mauerwerk absteht, und aus dem Glockenstuhl mit 4 Tragwänden wie seither. Die Konstruktion ist deshalb ganz im System der seitherigen Holzkonstruktion gehalten, die sich gut bewährt hat, es ist nur der Oberbau noch freier vom Mauerwerk gehalten, als seither. Der die Gerüste tragende Unterboden besteht aus 4 Haupt ­ trägern, welche als Kastenträger ausgebildet sind, um die Stützen der Böcke leicht befestigen zu können. Die Träger werden in 3 Stücken ausgeführt mit Rücksicht auf bett Vertikaltransport durch den Turm. Auf den Hauptträgern liegen ^Eisen in Abständen von 0,84 m; der Zwischenraum ist durch Betonbögen ausgefüllt. Als Ab ­ deckung dienen Plättchen, das Seitengcfälle beträgt 4"/» und ist da ­ durch erreicht, daß die Hauptträger in der Mitte 1 m, an dem Ende 0,76 m hoch sind. Die Höhe des Unterbodens am tiefsten Punkt beträgt 44,30 m über dem Kirchenboden. Für den unteren Boden ist eine zufällige Last von 500 kg pro qm angenommen, auch ist eine Belastung des Bodens an be ­ liebiger Stelle durch die schwerste Glocke von 5000 kg in Betracht gezogen. Bei der großen Lichtweite des Turmes von 13,6 m er ­ gaben sich hiedurch sehr kräftige Dimensionen der Hauptträger. Diese Dimensionen zu vermindern, schien nicht angängig, weil doch bei etwaigen Reparaturen im Turm oder in der Kirche eine Benutzung dieses Bodens als Werkraum nicht ausgeschlossen ist und 500 kg pro qm nur dem Gewicht einer Backsteinschichte von ca. 20 cm Höhe entsprechen. Die Gerüstböcke haben das Gewicht des Oberbaues und der Glocken und den Horizontalschub der schwingenden Glocken auf die Hauptträger des Unterbodens zu übertragen. Die Hauptträger des letzteren werden dadurch wenig in Anspruch genommen, da die Be ­ lastung nahe dem Auflager eintritt, aber die Böcke selbst sind sehr stark beansprucht. Die durch eine schwingende Glocke hervorgebrachte Vertikal ­ belastung beträgt nämlich bei voller Schwingung bis zur Hori ­ zontale etwa das dreifache des Glockengewichts, die Horizontal ­ kraft etwa das 1'/-fache, und ist hienach die Berechnung durch ­ geführt, da immerhin ab und zu der Moment eintreten wird, daß alle geläuteten Glocken einmal Max. V oder Max. H ausüben werden. Ohne auf die Berechnung näher einzugehen, sei bemerkt, daß 8 verschiedene Belastungsfälle: Max. oder Min. von V und H be ­ lastete oder unbelastete Böden, Schwingen der Glocken nach rechts oder links angenommen, für jeden Fall die Kräfte der einzelnen Konstruktionsteile berechnet und je die Maxima als maßgebend für die Querschnitte angenommen sind. Bezüglich der Form der Böcke ist zu bemerken, daß der mittlere Spitzbogen nur des schöneren Aussehens wegen an Stelle einer ge ­ raden Strebe gewählt wurde. Durch die Fachausfüllung der Felder ist aber der Bogen versteift und die ganze Figur stabil, wie wenn dieselbe aus Dreiecken bestände. — Wenn in eine a eine Horizontal ­ kraft H wirkt, so entsteht in rnn Druck, in rnn, Spannung und auf den unterstützenden Hauptträger rechts eine nach oben gerichtete Vertikalkraft V, welche durch das Gewicht des Gerüstes und den schweren unteren Boden sicher im Gleichgewicht gehalten wird. Im Punkte m wirkt zwischen den beiden Streben eine vertikale Schub ­ kraft, welche durch die Knotenplatten, beziehungsweise durch den Querschnitt des Trägers BC aufgenommen wird. Die Horizontalkraft 14 kann durch die Reibung des Trägers auf der Mauer, beziehungsweise der Rest durch die Ankerschrauben des ­ selben aufgenommen werden; dieser übrig bleibende Teil ist eben ­ falls gering. Die Böcke sind, wie erwähnt, an den Enden in die Tragbalken eingesteckt und hier vernietet. Die Böcke sind im weiteren in der Querrichtung durch Diagonalen aus Winkeleisen ausgesteift, und zwar sowohl in der inneren als äußeren Ebene. Diese Diagonalen haben nur unbedeutende, zufällige Spannungen auszuhalten, da nach der Quere keine Kräfte in die Konstruktion eintreten. Der obere Boden ist, wie erwähnt, von den Turmwänden vollständig freigehalten, derselbe war anfangs ^ebenfalls als Beton ­ boden mit Plättchen abgedeckt auf eisernem ^-Balken vorgesehen. Das große Gewicht, die Schwierigkeit der Wasserableitung unter dem Glockenstuhl durch und die ungeschickte Form der Unterzüge für den Glockenstuhl hat zu einer Veränderung der Konstruktion Anlaß ge ­ geben. Der Boden wurde horizontal angelegt einfach mit Dielen abgedeckt, das etwa durch die Fenster auf den Boden fallende Wasser fällt durch die Zwischenräume der Dielen auf den unteren Boden, was keinen Nachteil mit sich bringt. Die den Boden unterstützenden ^Träger sind so stark gewählt, daß sie eine Glocke in beliebiger Stellung zu tragen vermögen. — Höhe des Dielenbeleges des Ober ­ bodens — 56,5 m über dem Kirchenboden. Der Glocken stuhl erhielt anfangs eine solche Höhe, daß die Aufhängehöhe der Glocken und des oberen Bodens genau die ­ selben blieben, wie seither, die Träger erhielten hiedurch eine Höhe von 4,0 m. Man hat später die Höhe auf 3,25 m reduziert, so daß