11 1885 durch die Ernennung zu Ihrem Ehrenmitglieds, 1892 bei meinem 50jährigen Dienstjubiläum durch die Ueberreichung eines silbernen Pokales mit einer sehr anerkennenden Widmung, sowie durch die heutige Ehrung. Ich weiß dies alles in hohem Grade zu schätzen und danke ich vor allem dem lieben Gott, daß er mich heute in hohem Alter ge ­ sund und rüstig die Freude, mit Ihnen den schönen geselligen Abend in dem sinnig und reich geschmückten Vereinslokale zuzubringen, ge ­ nießen läßt. Möge auch Ihnen, verehrte Herren Kollegen und Freunde, ein gleich gesegnetes Alter zuteil werden und jeder von Ihnen stets freudig beitragen zur Förderung unserer Vereinszwecke, zur Hebung unserer Standesinteressen, zu stets innigerer Gestaltung und Ent ­ faltung echter Kollegialität, sowie des geselligen Lebens, zu welch letzterem unser Singquartett stets erheiternd beiträgt, wie es auch diesen Abend so erhebend einleitete und belebt, wofür ich den ver ­ ehrten Mitwirkenden herzlich danke. Mit diesen meinen Wünschen und dankbaren Gefühlen trinke ich auf das Wohl der an- wie abwesenden Vereinsmitglieder, sowie auf das Blühen, Wachsen und Gedeihen des Vereines." Es folgten nun noch eine Reihe von Toasten: Direktor Walter bringt ein Hoch aus auf die Gattin des Jubilars, deren treuer Fürsorge es mit zu verdanken sei, daß dieser heute noch so frisch unter uns weile. Dichter Grimminger, ein alter Freund des Hauses Schlier ­ holz, bringt das nachstehend verzeichnete Gedicht in schwäbischer Mund ­ art zum Vortrag. Wöischter Schkierholz. Zum 22. Dezember J89?. Gar wohl mueß dra sei' beim Allwalter A Menschekind voll Gesicht und Gmüet, Dem so wie dir, du muschbrer Alter, No Wintermai im bserze blüeht. Früehzeitig gschuelt, nie laß, doch z'friede, Seit Liebe 's Lebe dir verschönt, Lsöscht du de Sand als Baugrund gmiede, Und bischt drum au mit Ehre krönt. Denn klar schtöht in delm wese gschriebe, Daß wanklos du, zu jeder Frischt, AIs Mensch und Möischter treu dir bliebe, Und immer gradaus gange bischt. Der Rückschau froch noch Kampf und Schwebe, Als Diner, der koi Müehsal gscheut, Mögscht oft no du den Dag erlebe, So frisch an Leib und Seel wie heutl Der älteste der anwesenden, unter dem Jubilar seinerzeit thätig gewesenen Bauführer, Oberbaurat v. Seeger, feierte diesen als ge ­ rechten und liebenswürdigen Vorgesetzten, der auch außerdienstlich mit seinen Untergebenen stets in kollegialer Weise verkehrt habe. Oberinspektor Laistner weiht dem Jubilar ein Gedicht voll köstlichen Humors, das nachstehend zum Abdruck gebracht ist. Zum 22. Zezemöer 1897. In der Biberstadt der alten, Wo die Riß durchfließt das Moor, That schon mancher Knopf entfalten Sich zu schönstem Blütenflor. Da fing Wieland an das Dichten Und die Musika Herr Knecht, Auch gedieh nach Kunstberichten Dort die Malerei nicht schlecht. Ebenda hat auch betreten In dem großen Hungerjahr Anno den Planeten Unser werter Jubilar. Diesen ließ als Kind schon ahnen Die ihm eigne Helligkeit, Daß die Zeit der Eisenbahnen Sei auf keinen Fall mehr weit. Darum zog's mit ganzer Seele Nach der Technik ihn hinan, Und daß „Praxis" ihm nicht fehle, Fing als Zimmermann er an. Unermüdlich im Berufe, wufelig von Temp'rament, Stieg er auf von Stuf' zu Stufe Und ward schließlich Präsident. was bei seinem regen Treiben Er gewirkt in langer Zeit, Dies erschöpfend zu beschreiben, wäre keine Kleinigkeit. Es genügt auch, zu verweisen Auf die Werke allesamt, . Die von selbst den Meister preisen, Dessen Hand sie sind entstammt. Auf die Hochgebäude alle, Die er von dem Prachtbau an Bis herab zum Rindviehstalle Stil- und liebevoll ersann. Auf die Viadukte, Brücken, Die er über Thäler schwang, Auf die vielen Bergesrücken, Die mit Tunneln er durchdrang. Endlich bei den Erdarbeiten Auf den Rieseneinschnitt noch, Der ja wohl für alle Zeiten Heißt: das „Millionenloch". wie man stets im Dienst des Landes Herrn von Schlierholz wirken sah, So lag auch das Wohl des Standes Seinem Herzen immer nah. Davon weiß seit alten Tagen Bis zur jüngsten Zeit herein Manch ein wörtlein auch zu sagen Unser lieber Bauvercin. wie er namentlich einst führte Jahrelang die Vorstandschaft Und da hetzte, bohrte, schürte, Stets mit voller Dampfeskraft. All das ist bekannt im Lande, weniger dagegen eins, Daß im Scherz man ihn ernannte Einst zum „Bohre r" des Vereins.