21 ICO ha große Berghalden in's Rutschen. Auch der schwarze Jura, auf dessen Kalksteinschichten Balingen aufgebaut ist, besteht zumeist aus Thonen. Die verschiedenen Gebirgsartcn haben im oberen Eyachthal folgende Oberflächenausdehnung: Der weiße Jura bedeckt 19 °/o „ braune „ „ 42 °/o schwarze „ „ 34 °/o „ Keuper „ „ 2°/° die Quartärschichten 3°/o des Gebiets. Das obere Schlichemthal liegt fast ganz im braunen, das obere Schmiechathal ganz im Weißen Jura. Die Durchlässigkeitsverhältnisse sind für den Hochwasserabfluß äußerst mißliche. Mit Ausnahme der die Hochebenen bildenden Weiß-Juraschollen, welche sehr durchlässig sind, besteht die ganze Unterlagerung vorherrschend aus undurchlassenden Thonen von be ­ deutender Mächtigkeit, auf welchen die Niederschläge mit rasender Schnelle den Bächen zufließen; zudem treten die auf dem Albplateau aufgenommenen Wasser auf diesen Thon-Schichten als mächtige Quellen wieder zu Tage. Von dem oberen Eyachgebiet sind 67°/o undurchlassend, 14°/o mitteldurchlassend und 19 °/o sehr durchlassend. Im oberen Schlichem- gebiet sind die Durchlässigkeitsverhältnisse obigen ähnlich, während im Schmiechathal nur die Thalsohle undurchlassend/ das übrige Ge ­ biet jedoch sehr durchlassend ist. Die Eyach entspringt oberhalb Pfeffingen in einer Höhe von 833 m und zwar wie die meisten der dem Neckar zufließenden Alb ­ gewässer auf der Grenze zwischen dcm weißen Jura a und ß, sie hat anfangs die Richtung von Norden gegen Süden, wendet sich bei Lautlingen beim Eintritt in den braunen Jura nach Nord-West, trifft oberhalb Frommern auf die obersten Bänke des schwarzen Jura und durchbricht diesen in der Richtung von Süden nach Norden. — Unterhalb Balingen erreicht die Eyach das Bonebed und auf der Markung Ostdorf die Keuperformation. Bei dem Uebertritt der Eyach in die hohenzollerischen Lande sind wir auf der Meereshöhe 460 m über N.N. Etwa 1 Um oberhalb Margrethausen beginnen die Ornaten- tho ne, es werden dieselben von der Eyach angeschnitten und aufge ­ schlossen bis unterhalb Lautlingen. — Der Fluß, welcher von seinem Ursprung bis hierher die Richtung von Norden nach Süden hatte, wendet sich nun in großem Bogen nach Nordwcst und tritt in die weniger mächtigen Schichten e, 8 und y des braunen Jura ein. Diese Schichten sind stellenweise mit festen Steinbänken durchwachsen, welche dem Gelände immer wieder einigen Halt geben und im Fluß ­ bett zu Wasserfällen Anlaß bieten. Eine solche Bank findet sich an der Binder'schen Fabrik oberhalb Laufen. Der Ort Laufen selbst steht auf dem braunen Jura ß (Per ­ sonatensandstein), das darunter liegende « (Opalinusthone) hat wieder weiche Schichten und besitzt nur in der obersten Schichte eine Steinbank, welche Anlaß zu Wasserfällen giebt; wir haben solche an der Papiermühle in Laufen und am Schalksbach in Zillbausen. Von Laufen bis Frommern hat die Eyach ihr Bett in die mächtigen Opalinusthone eingenagt und da diese wenig widerstandsfähig find, so zeigt das Bachbett teilweise mächtige Schluchten und böse Löcher. Oberhalb Frommern beginnt der Lias, dessen oberste Schicht £ ein festes, aber wenig mächtiges Steinpflaster bildet, die Jurensisbänke, unter welchen sofort der mächtige Posidonienschiefer erscheint, der bei Frommern riesige, senkrechte Schieferwände bildet, deren zähe, wie Pappendeckel aufeinander gelagerte Blätter dem Wasser bedeutenden Widerstand entgegenstellen. Es entstehen auch hier wieder Wasser ­ fälle, um so mehr, als die unter dem Posidonienschiefer liegenden Amaltheenthone wieder leicht ausgewaschen werden. Ein solcher Wasserfall ist an der oberen Mühle in Frommern. Auch Lias y und ß sind thonig, der erstere, magerer Numis- malismergel, ist unterhalb Frommern sehr schön aufgeschlossen, der letztere, fetter Turnerithon mit einzelnen kleinen Kalksteinbänken V dazwischen, die aber dem Wasser kaum Widerstand zu leisten ver- ) mögen und deshalb keine Wasserfälle bilden, erstreckt sich bis ober ­ halb Balingen. — Bei Balingen tritt die Eyach auf Lias «, dessen obere mächtige Kalksteinbänke, das sogenannte Schneckenpflaster, oder der Arietenkalk von der Eyach und Steinach dlosgelegt sind und einen Absturz beim Wasserturm bilden, der längst zu einem Wehrbau ausgenützt ist. Dann erscheint weiter unten am Balinger Kirchhofe nochmals eine 1 bis 2 m starke Steinbank, der Angulatensandstein und eine kurze Strecke weiter unten ist der Lias durchschnitten. Die Eyach kommt bei der Balinger Stadtmühle auf die Sandsteinbänke des Bonebeds und bildet wieder einen Wasserfall, der zum Betrieb eines Elektrizitätswerks ausgenützt ist. Die Flußrichtung geht von hier ab von Süden nach Norden. Auf dem harten Bonebedsandstein fließt die Eyach 2 hm weit, vermag aber die Spiegelsandsteine nicht zu durchsägen. Nachdem sie über 2 je etwa 3 m mächtige Schollen Hinabgestürzt ist, durchfließt sie rasch die zu Rutschungen geneigten Knollenmergel des oberen Keupers und erreicht bei der BöllatmüHle die Felsen des Stubensandsteins. Der daselbst durch den Wasserfall entstandene Gumpcn liegt bereits in den Buntenmergeln. Bei dem Uebertritt der Eyach auf hohenzollerisches Gebiet zeigen sich auf einer Meereshöhe von 460 m bereits Spuren des Schilfsandsteins. Die gesamte Höhendifferenz zwischen Quelle und Landesgrenze beträgt 373 m, die Länge dieser Flußstrecke 30,8 hm, das Flußge ­ fälle somit durchschnittlich 1,2 °/o. Der Lauf der oberen Schlichem hat mit demjenigen der oberen Eyach manche Aehnlichkeit. Die Quelle liegt 885 m hoch, ebenfalls auf der a, jZ-Grenze des weißen Jura, ihr Lauf ist anfangs südlich, bei Thieringen erreicht sie die Ornatenthone, wendet sich jetzt nach Westen, durcheilt von Thieringen (800 m) bis Rathshausen 650 m den braunen Jura mit seinen gefährlichen Rutschhalden und bildet unterhalb Hausen bei der Sägmühle auf der a, /I-Grenze einen Wasserfall. Bei der oberen Mühle von Schönberg trifft sie auf den Posidonienschiefer (Lias e), welcher einen 3 m hohen Absturz ver ­ ursacht, kommt bei Dautmergen auf die Arietenkalke und unmittelbar darauf bei 590 m Höhe auf die Bonebcdsandsteine. Der Höhen ­ unterschied zwischen Dautmergen und der Quelle beträgt 295 m und das mittlere Gefälle bei 16 hm Thallänge 1,85"/«. Wesentlich verschieden von der Eyach und der Schlichem ist der Lauf der Schmiecha, eines linken Zuflusses der Donau. Dieselbe entspringt in einer Höhe von 803 m ebenfalls auf der a, il-Grenze des weißen Jura; in ihrem von Norden nach Süden ziehenden Ober ­ lauf durchfließt sie die Jmpressathone des weißen Jura «, wendet sich bei Ebingen gegen Südost und durchbricht bis zu ihrer Ein ­ mündung in die Donau die jüngeren Weiß-Jura-ö-Schichten. Der Höhenunterschied zwischen Quelle und Landesgrenze beträgt 116 m und das mittlere Gefälle bei einer Thallänge von 16,5 hm 0,7 °/o. 2. Meteorologische Vorgänge vom 4. bis 7. Juni. Eine Reihe schwüler Wetterlage, welche am 23. Mai 1895 ihren Anfang nahmen, erregte in verschiedenen Gegenden Württem ­ bergs Gewitter und Wolkenbrüche von außergewöhnlicher Heftigkeit. — In den Tagen vom 4. bis 7. Juni haben dieselben besonders im oberen Eyachthal und im Oberlauf der Schlichem und Schmiecha verderbenbringend gehaust und eine gewaltige Ueberschwemmung verursacht. Das Gebiet größten Regcnniederschlags befand sich in der Nähe der europäischen Wasserscheide zwischen Pfeffingen, Laut ­ lingen, Meßstetten, Thieringen einerseits und Onstmettingen, Ebingen andererseits. Es fielen in dieser Gegend am 4. Juni 40 mm tt 5. „ 50 „ 6. „ 83,\ „ 7. „ 30 „ zus. in 4 Tagen 200 mm Regen ­ höhe, was den vierten Teil des Jahresnicderschlags ausmacht. Leider fehlen genaue meteorologische Beobachtungen und Zeitaufschricbe, da die Beobachtungsorte nicht an dem betroffenen Gebiete selbst liegen. Werden die Tagesregenhöhcn umgerechnet, so erhält man am 4. Juni 0,46 ^ Wassermenge für 1 qhm Einzugsgebiet,