27 auch diese Annahme hat sich nach der Statistik nicht als stichhaltig erwiesen. Es entfiel z. B. in Württemberg in den letzten 25 Jahren ungefähr der gleiche Prozentsatz von Blitzschlägen, nänilich ca. 0,3 °/o auf Gebäude mit Blitzableitern und auf Gebäude ohne Blitzableiter. Plan weiß also nun, daß es ans eine absolute metallische Con- tinuität der Blitzleitungen nicht ankommt, daß es vielmehr genügt, wenn sich nur die einzelnen Leitungsteile an den Stößen mit ent ­ sprechend großen Flächen dicht berühren, wie dies ja gewöhnlich bei den Blechverwahrungen der Dachkanteu, den Dachrinnen und Abfall- rohren der Fall ist oder sich leicht bewerkstelligen läßt. (Schluß folgt.) Perwattungsbericht der K. MinisterialMeiluttg für den Straßen- und Wasserbau für die Rechnungsjahre 1895—97. Dieser gedruckte Bericht behandelt in zwei getrennten Abteilungen die Verwaltung des Straßenbauwesens und des Wasserbauivesens in Württemberg. Die I. Abteilung, Straßenbauweseu, enthält am Eingang Aiigabkn über den Geschäftskreis und den Personalbestand der Mini- sterialabteilung und der Bezirksoerwaltung, an welche sich eine aus ­ führliche Darstellung der Ausdehnung des Staatsstraßennetzes, der ordentlichen Unterhaltung der Staatsstraßen mit statistischen Ueber ­ sichten, außerdem Abschnitte über die Neubauten und Korrektionen von Staats- und Nachbarschaftsstraßen, Zusammenstellungen über die Rechnungsergebnisse des Straßenbanfonds und ein Verzeichnis über diejenigen elektrischen Beleuchtungs- und Kraftübertragungsanlagen, für welche ini Auftrag des K. Ministeriums des Innern von der Ministerialabteilung für den Straßen- und Wasserbau Gutachten abgegeben und Genehmigungsvorschriften entworfen worden sind, anschließen. Endlich ist dem Bericht eine Denkschrift mit 5 Figuren- tafelu über die Erbauung der Betonbrücke über den Neckar zwischen Kirchheim und Gemmrigheim, Oberamts Besigheim, beigefügt. Das Kollegium der Ministerialabteilung war während der Be ­ richtsjahre aus dem Vorstand, vier technischen und zwei administrativen Kollegialmitgliedern zusammengesetzt. Von 15 bei der Straßen- und Wasserbauverwaltuug angestellten, technischen Expeditoren (Ab- teilungsingenieure) entfallen je 3 auf das technische und das hydro ­ graphische Bureau der Abteilung, während die weiteren 9 im Bezirksdienst bei den Straßenbauinspektionen des Landes in Ver ­ wendung stehen. Der Bezirksdienst wurde durch 15 Straßenbauiuspektorcn versehen, welchen neben den Abteilungsingenieurcn 7 Bauamtsassistenten, 41 Bauführer und sonstiges technisches Hilfspersonal beigegeben waren. Die Zahl der Straßenmeister betrug 33, die der Straßen- und Brückenwärter 928. Die Gesamtlänge des württemb. Staats-Straßennetzes mit 135 Straßenzügen betrug 3087 km, wovon 2722 km vom Staat und 365 km als Etterstraßen von den betreffenden Gemeinden zu unter ­ halten waren. Die Länge der vom Staat unterhaltenen Straßen wechselt in den 15 Jnspektionsl »zirken zwischen 134 und 270 km. Bekanntlich ist auf Veranlassung des ff Präsidenten v. Leib- brand in der Mitte der 80er Jahre das sogenannte Dcckshsteiu mit Walzen bei uns eingeführt worden, und es werden jetzt weitaus die meisten Staatsstraßen nach diesem System und nur wenige nach dem alten „Flicksystem" unterhalten. Der Systemwechscl hatte bezüglich der zur Unterhaltung verwendeten Gesteinsarten eine Aenderung insofern zur Folge, als an Stelle der weicheren Gesteinsarten, Muschel ­ kalk, Keuper, Lias, weißer Jura, Fluß- und Grubenkies, eine aus ­ gedehntere Verwendung harter Gesteine (Granit, Aplit, Gneis, Porphyr, Basalt, alpiner Kies und Wacken) getreten ist. Im Jahre 1896—97 betrug die Länge der mit harten Gesteinsarten unter ­ haltenen Straßen 900 km, der Verbrauch solcher Gesteine 44187 cdm oder durchschnittlich auf 1 km 49 cbm; hiebei nimmt der Porphyr die erste Stelle ein. Mit weichen Gesteinsarten, bei denen der Muschelkalk am stärksten vertreten ist, sind 1820 km unterhalten und auf sie 78151 cbm Steine, d. i. durchschnittlich auf 1 km 52 cbm, beigcführt worden. Der gesamte Verbrauch an Steinen mit Einschluß der Unterhaltung der Gehwege betrug 128725 cbm oder 47 cbm aus 1 km und 21 cbm auf 1 km und 100 Zugtiere Tagesverkehr. Die gesamte ordentliche Unterhaltung der Staatsstraßen — Ma ­ terialbeischaffung, Warte und Walzen — hat im genannten Jahr 1807000 JL oder 672 Jl. für 1 km Straße und 300 Ji. für 1 km und 100 Zugtiere, die Unterhaltung mit Einschluß der Rekonstruktion der Straßen, der besonderen Ausbesserung an denselben und der Kosten für unvorhergesehene und dringende Fälle 2 070 577 Ji be ­ ansprucht. Zum Einwalzen der Decklagen standen neben 4, im Eigentum der K. Straßenbauverwaltung befindlichen Dainpfwalzen 11 gemietete Dampfwalzen in Verwendung, Mir diesen 15 Walzen wurden 1896—97 auf 385 km Staatsstraßen 98 370 cbm Steine einge ­ walzt. Der Gesamtaufwand für das Walzen belief sich auf 217 988^., 566 Ji. für den km Straße, 13,6 J für den qm bewalzte Fläche und 2 Ji 21 für den cbm eingebrachter Steine In den beiden Rechnungsjahren 1895—97 waren 25 be ­ deutendere Neubauten und Korrektionen an Staatsstraßen und Brücken mit einem Kostenvoranschlagsbetrag von 675100 jl in Ausführung; zu 49 Nx„bcmtxm und Korrektionen an Nachbar- schaftsstraßen mit einer Gesamtvoranschlagssumme von 1753 700 Ji. sind Staatsbeiträge mit zusammen 568 455 Ji. verwilligt worden. Hiezu kommt noch die Betonbrücke über den Neckar zwischen Kirch ­ heim und Gemmrigheim. Weiter wurden zur Unterhaltung von 1343 km Nachbarschaftsstraßen in beiden Rechnungsjahren 272 667 JL Staatsbeiträge bewilligt. Tie Gesaintaufwendungcn für Straßen ­ bauzwecke in der Berichtsperiode betragen 5662156 JL. Die II. Abteilung des Berichts betrifft das Wasserbanwesen. Die Gebiete des staatlichen Wasserbanwesens in Württemberg, welche in den Geschäftsbereich der Sk Ministerialabteilung für den Straßen- und Wasserbau fallen, sind: die Hydrographie, der Flnßbau, die Für ­ sorge für die Flößerei-Einrichtungen an den flößbaren Flüssen des Landes, insoweit nicht dritte hiezu verpflichtet sind, und die Unter ­ haltung der Neckarschiffahrtsstraße. Der Flnßbanfonds hat im wesentlichen die Bestimmung, nicht nur eigentlichen Flußverwilderungen, deren Beseitigung zusammen ­ hängende große Maßregeln erfordert, unter Beteiligung der betreffenden Güterbesitzer und Markungsgemeindcn abzuhelfen, sondern auch die Ausführung anderer Flußkorrektionen und Uferbauten, sowie Fluß ­ korrektionen in landwirtschaftlichem Interesse, welche die Kräfte der Gemeinden übersteigen, durch Beiträge zu ermöglichen und auf diese Weise volkewirtschastlichen Nutzen zu gewähren. Der Neckarschiffahrtssonds hat die Aufgabe, die Möglichkeit der Schiffahrt auf der 98 km langen Neckarstraße von Cannstatt bis zur Landesgrenze aufrecht zu erhalten; es sind aus demselben nicht nur die Mittel zu schöpfen, um die bestehenden Schleusen-, Hafen- und Zeilenanlagen und ähnliche der Schiffahrt dienende Einrichtungen zu unterhalten, sondern auch weitere, zur Förderung und Erleichterung der Schiffahrt dienende Vorkehrungen zu treffen. Nach dem voliegenden Berichte über das Wasserbauwesen waren in den Rechnungsjahren 1895—97 in der Bezirksverwaltung ein Wasserbauinspektor (der zugleich auch Straßenbauinspektor ist), 1 Ab ­ teilungsingenieur, 5 Flußmeister, 7 Flußwärter, 8 Schleußenwärter, 35 Floßaufseher und 15 Bauführer verwendet. Unser den bedeutenderen Flußbauwesen, welche in den Jahren 1895 — 97 ausgeführt wurde», sind zu nennen: die Murrkorrektion ans den Markungen Backnang und Sulzbach; die Remskorrektion auf