38 schon abdrehbar gerichtet, so daß dem Fuße der nötige Auftritt auf der Leiter garantiert ist. Die am jetzigen Modell vorhandenen inneren Stellhebel sollen in der Ausführung durch Federn erseht werden und die koulissen- artigen Leiterteile sollen ebenfalls durch Federn festgehalten werden, was möglich ist, weil dieselben bei geschlossenem Fenster außer Thätig ­ keit treten. Mit jedem Znghebel kann Feuermeldung nach einem besonderen Raume des Hauses (Portierstube, Kasernenwache, Famu- luszimmer u. s. w.) verbunden werden, so daß sofort auch bekannt wird, in welchem Stockwerke des Hauses ein Brand ausgebrochen ist. Für Fabrikfenster sollen sich die Kosten z. Zt. für den Quadrat ­ meter fertiges Fenster ohne Ausstellung auf etwa 100 Mk. stellen; bei der Herstellung im Großen werden sich die Kosten voraussichtlich auf 60 Mk vermindern. Das Fenster ist in letzter Zeit für die Kaserne des 2. Garde ­ regiments in Berlin ausgeführt worden, ein solches für das Monopol- Hotel daselbst wird folgen, auch für München und Nürnberg sind Bestellungen erfolgt. In Stuttgart wird ein Reltungsfenster voraus ­ sichtlich an der städtischen Hospitalschule angebracht. Nach Erläuterung der aufgehängten Zeichnungen und Photo- graphieen ging der Vortragende zur Vorführung des sehr schönen Modells des Rettungsfeusters über. Dasselbe stellt in solider Aus ­ führung einen Teil der Fensterwand eines dreistöckigen Hauses in 7» natürlicher Größe dar, an dessen drei übereinander stehenden Fenstern der Scherrer'sche Mechanismus angebracht ist. Der Vor ­ zeigung in geschlossenem Zustande von außen und von innen folgte die plötzliche Lösung des Mechanismus von irgend einem der einzelnen Stockwerke aus und die Herstellung der durchgehenden Rettungsleiter. Auch diese wurde sowohl von außen als von innen vorgeführt und erregte durch ihr plötzliches und tadelloses Funktionieren das Interesse der Anwesenden im höchsten Grade. Nach wiederholter Jndienstsetzuug der Rettungsleiter ging der Vortragende zur Besprechung der Benzenberg'schen Klappleiter, wozu er ein kleines, schematisches, hölzernes Demonstrationsmodell (z. vergl. die Abbildung) vorzeigen konnte, mit folgendem über: Die stationäre Klappleiter von Albert Benzcnberg in Elber ­ feld war anfänglich nur im Modell im Maßstab 1:10 eingesendet worden. Diese, am Aeußeren von Gebäuden zu befestigende, jedoch zu- samnienklappbare Leiter reicht vom Trottoir bis unter das Hauptgesims, sie hat das Aussehen einer gewöhnlichen Klappleiter und ihre Eigen ­ tümlichkeit besteht im Fertigmachen zum Gebrauch und dem Verschluß der Leiter gegen böswillige Einwirkung von außen, insbesondere gegen die Benützung zum Einsteigen. Da die Ausführung der Leiter aus Winkel- und Flacheisen er ­ folgt, so stellt sie in zusammengeklapptem Zustande eine Stange von nur 4,5 X 4,5 qcm Querschnitt dar und soll deshalb nach Ansicht des Erfinders im Verputz von Massivbauten, bezw. in den Verkleidungen von Fachwerksbauten fast ganz versteckt, also überall unauffällig ange ­ bracht werden können. Gebrauchsfertig hat die Leiter bei 27 cm Lichtweite 35 cm Sprossenabstand. Nach der Auslösung, welche in jedem Stockwerk möglich ist, fällt die Leiter senkrecht zur Gebäudeflucht auf und ist gebrauchsfähig, sie ist also außerordentlich einfach. Während nun das anfängliche Modell zur Sicherung eine unter dem Dachgesims zu befestigende Konsole mit Führungsschiene in Viertelskreisform zeigte, auf welcher eine am äußeren Leiterholm angebrachte Rolle herablief und sich mit Haken feststellte, war bei der am Steiger ­ hause der Ausstellung des XV. Deutschen Feuerwehrtages zu Charlottenburg an ­ gebrachten Leiter die obere Viertelskreis ­ führung durch einen am äußeren Holm befestigten Flachciseustab ersetzt, der ver ­ mittelst Dorn in einem Scherenschlitz des inneren Holms geführt wird. Die Feststellung der Leiter erfolgte durch eine in jedem Stockwerk ange ­ brachte Verriegelung und es waren die Verriegelungen der einzelnen Stock ­ werke derartig durch einen durchgehenden Rundeisenstab verbunden, daß ihre Aus ­ lösung von jedem Stockwerk aus erfolgen konnte, gemeinsam geschah und durch einen inneren Auswerser mit Handgriff bewirkt wurde, der in jedem Stockwerke neben dem Ausstiegfenster angebracht war, und beim Anzug des Handgriffes auch gleichzeitig die Auslösung der vor ­ handenen Verriegelungen besorgte. Die vorgenommenen Proben haben nun ergeben, daß das Auslösen der Leiter, bezw. das Fertigmachen derselben zum Gebrauch leicht bewerkstelligt werde» kann und daß der Verschluß gegen mut ­ willige oder unerlaubte Benützung von außen gut ist, fraglich ist aber, ob nicht die Witterung ungünstig auf die Charniere einwirkt. Zum mindesten muß die Leiter beständig kontrolliert werden. Wenn auch das Anbringen dieser Leiter an architektonisch durch ­ gebildeten Fassaden unschön ausfallen dürfte (Gesimse), so ist deren Anbringung an einfachen, namentlich Fabrikgebäuden, an Hinter ­ häusern, Hoffronten u s. w. nicht störend. In dieser Hinsicht ist das am Aeußern des Gebäudes im gewöhnlichen, verschlossenen Zu ­ stande gar nicht sichtbare Scherrer'sche Rettungsfenster im Vorzug. Der Preis der Benzenberg'schen Rettungsleiter mit 7 Ji 20 ^ pro laufender Meter ab Fabrik ist jedoch ein äußerst geringer. Vlbert Venzenberg (stationäre Mapplcsterf' Elberfeld. D.R.E.M. 84031. Die Technischen Nochlchulen und Bei der Uebernahme des Rektorates der Technischen Hochschule zu Berlin-Charlottenburg am 1. Juli d. I. hielt der neue Rektor, Hr. Geh. Negierungsrat Prof. Ri edler, eine Ansprache, die mit Weglassung der innere Angelegenheiten betreffenden Einleitung laut Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure Nr. 28 vom 15. Mai 1899 wie folgt lautete: Wir rüsten uns zur Jahrhundertfeier unserer Hochschule. Sie wird uns kein Anlaß sein, froh des Errungenen stillzustehen, sondern ein neuer Ansporn zu immer weiterem Vorwärtsschreiten. Denn auf unseren Arbeitsgebieten giebt es keinen Stillstand. Wir werden dank ­ bar die vielhundertjährige wissenschaftliche Vergangenheit würdigen, auf die wir unsere Arbeit aufbauen konnten; wir werden die auf allen Gebieten geleistete wissenschafrliche Arbeit aller Zeiten aufs höchste anerkennen, die auch uns zugute kommt. die missenschastliche Forschung. Wir werden aber auch mit berechtigtem Selbstbewußtsein unsere eigene Thätigkeit und die Bedeutung unseres Arbeitsgebietes zur Geltung bringen. Diese Bedeutung zeigt sich schon äußerlich durch den mächtig ansteigenden Besuch der technischen Hochschulen. Nach der Gesamtzahl der Hörer im letzten Winterhalbjahr ist unsere Hochschule die zweitgrößte Preußens (Universität Berlin 6929, Technische Hochschule Berlin 3428) und die viertgrößte des Reiches (Universität München 4104, Leipzig 3751). Wichtiger jedoch als der Umfang ist für die Bedeutung der technischen Hochschulen: die Vollwertigkeit unserer Studien und wissen ­ schaftlichen Arbeiten, auch mit dem Maßstab der überlieferten ge ­ lehrten Studien gemessen. In dieser Hinsicht herrschen viele Vorurteile und unrichtige Auffassungen.