Inhalt: Familienabend am 7. Oktober. — Hauptversammlung am 8. Oktober und A lsflug nach Cannstatt. — Die Handertjahrfeier der Technischen Hoch ­ schule zu Berlin. — Die 50jährige Jubelfeier der deutschen Technischen Hochschule in Brünn. — Personalnachrichten. Iaunkienaöend am 7. Oktober 1899. Der Verein feierte am 7. Oktober in den Festräumen des oberen Museums sein Jahresfest in gewohnter Weise mit Konzert, gemeinschaftlichem Abendessen und Tanz. Das Programm des musikalischen Teils war in kunstsinniger Weise zusammengestellt und wurde von den Mitwirkenden, Frl. Cilly Vischel, Frl.Emmy Vögeli, und den Herren Reg.-BauführerW e b er, stud. Böhm und Unger in ganz hervorragender, künstlerisch fein empfundener Weise zum Vortrag gebracht. Frl. Vischel besitzt eine sehr ansprechende, klangvolle und wohlgeschnlre Stimme, während Frl. Vögeli die Violine in virtuoser Weise beherrscht. Die genannten Herren gaben einige Trios für Clavier, Violine, und Cello zum besten, die vorzüglich einstudiert waren und zu schöner Wirkung kamen. Am Schluß des gemeinsamen Abendessens hielt der Vorstand einen Rückblick auf die Entwicklung des Vereins im scheidenden Jahr ­ hundert, wobei er besonders der früheren Vereinsvorstände gedachte; ferner erstattete er Bericht über die geselligen Veranstaltungen des Vereins im vergangenen Jahr und weihte sein Hoch dem Verein und den noch lebenden früheren Vorständen. Als einziger anwesender früherer Vorstand erwiderte Stadtbaurat Mayer und brachte einen Toast auf den jetzigen Vorstand aus, dessen rege Thätigkeit im Verein er hervorhob. Nach dem Abendessen begann für die Jugend der Tanz, zu dem sich ein reizender Damenflor eingefunden hatte. Die Tanzpansen wurden durch verschiedene wohlgelungene humoristische Ausführungen ausgefüllt, die noch wesentlich zu der gehobenen Stimmung beitrugen. Das „Vereinsballett" erfreute durch hübsche Babytänze; Prof. Lauser karikierte mit seinem „Monsieur Okrogos" die neue Stil ­ richtung im Kunstgewerbe durch gelungene Schattenbilder und znm Schluß gab stud. Hinderer ausgezeichnete »musical excenkricr-Auf- sührungen auf Blumentöpfen zum besten, die, nach ihrer musikalischen Klangfarbe geordnet waren. So nahm der Abend in jeder Hinsicht einen schönen Verlauf und reiht sich derselbe würdig seinen Vorgängern an, wenn auch eine größere Beteiligung seitens der Mitglieder zu wünschen gewesen wäre. Kauptvcrfammkmlg am 8. Oktober 1899, V.M. lOVs Uhr. Vorsitzender: Kölle. Schriftführer: Laistner. Anwesend: 20 Mitglieder. Nach Eröffnung der Sitzung gedenkt der Vorsitzende zunächst in warmen Worten des vor wenigen Wochen überraschend schnell aus dem Leben geschiedenen Mitglieds Paul Stotz, und bittet die Versammlung, sich zu dessen Ehren von den Sitzen zu erheben. Dies geschieht. Zum Geschäftlichen übergehend, teilt der Vorsitzende weiter mit, daß dem an das K. Finanzministerium gerichteten Gesuche um Unter ­ stützung des Vereins in seinen auf Aufnahmen und Darstellung typischer Bauernhäuser gerichteten Bestrebungen durch die mit Ge ­ nehmigung S. Majestät des Königs erfolgte Zuweisung eines Betrags von 1000 Ji aus dem allgemeinen Dispositionsfond entsprochen worden ist. Er habe dem Kgl. Finanzministerium bereits schriftlich den Dank des Vereins unterbreitet, fühle sich aber gedrungen, dem ­ selben auch an dieser Stelle noch besonderen Ausdruck zu verleihen. Eine weitere Förderung der Angelegenheit erblicke der Vereins ­ ausschuß darin, daß die hochbautechnischen Referenten des K. Finanz ­ ministeriums, die ja Mitglieder des Vereins seien, in die betr. Kom ­ mission gewählt werden, und daß das K. Ministerium überdies ersucht werde, die genannten Herrn zu ermächtigen, dem Vereine bei der Auswahl geeigneter typischer Bauernhausformen an die Hand zu gehen. Außerdem sollen die Gebäudebrandversicherungsinspektoren ersucht werden, sich von den Oberamtsbaumeistern Material zu verschaffen und dieses der betreffenden Kommission zu übermitteln und die betr. Mitglieder ebenfalls der Kommission für das „Bauernhaus" zuge ­ wählt werden. Aufnahmegesuchc liegen vorvonArchitektManz in Kirchheimu.T. und Regierungsbauführer Fridolin Rimmele beim Bezirksbauamt Stuttgart. Ersterer ist von Ingenieur Stumpf und Professor Tafel empfohlen, letzteren schlägt Mayer zur Aufnahme vor, da ein Vorschlag von anderer Seite bis jetzt nicht vorliegt. Das Tiefvauamt Köln bietet dein Verein die Festschrift über die Werft- und Hafenanlagen in Köln um den ermäßigten Preis von 16 Ji. zum Kaufe an. Die Anschaffung wird auf den Vorschlag des Vorsitzenden beschlossen.