14 Monatsschrift des Wüättembg. Vereins für Baükunde in Stuttgart. No. 3 gleich Null gesetzt und die Scheerspannung des Betons darf 15 kg/qcm nicht übersteigen; dieser Wert wird indessen etwas zu hoch sein. Im Interesse des Betoneisenbaues sind allgemein gültige und zweckentsprechende Vorschriften wünschenswert. Denn die Kon ­ kurrenz zwischen den einzelnen im Betoneisenbau tätigen Firmen führt leicht dahin, mit dem Mischungsverhältnis und dem Minimum der Eiseneinlage unter die zulässige Grenze herunterzugehen, und wenn dazu noch eine mangelhafte Ausführung kommt, so sind die Folgen nur Unfälle, welche das Vertrauen zu den Betoneisen ­ konstruktionen erschüttern müssen. Diese Vorschriften müssten auch die Rechnungsmethode und die zulässigen Beanspruchungen festlegen. Wenn jedoch hier nicht in sachverständiger Weise verfahren wird, so können derartige Vorschriften einem Verbote gleichkommen. Denn die Betoneisen ­ konstruktionen treten meist in Konkurrenz mit Eisenkonstruktionen und wenn die wirtschaftliche Ausnützung der Festigkeiten ge ­ hindert ist, so wird auch die Ausführung nicht möglich sein. Bei den hier vorgeführten Rechnungsmethoden kann sehr wohl mit der zulässigen Druckbeanspruchung des Betons auf 40 bis 50 kg /qcm gegangen werden und entspricht dies einer Bean ­ spruchung nach der Hennebique’schen Methode von 20—25 kg/qcm. Unsere österreichischen Kollegen dürfen bei ihren Konstruk ­ tionen keine grösseren Beanspruchungen herausrechnen, als 22—25 kg/qcm und sind daher gezwungen, solche Rechnungs ­ methoden anzuwenden, die nicht mehr ergeben, als gestattet ist. , Wir in Deutschland sind in dieser Beziehung wesentlich besser gestellt und verdanken dies dem bahnbrechenden VorgeheiU des Präsidenten von Leibbrand, der mit den Beanspruchungen des Betons bei Brücken auf 35—40 kg/qcm ging; infolgedessen gestatten die meisten Baubehörden Spannungen bis zu dieser Höhe, mit denen sich schon ganz gut konstruieren lässt. Zum Schluss meiner Ausführungen möchte ich noch hervor ­ heben, dass man die besten Auskünfte über die zulässige Druck ­ spannung des Betons bei Biegung erhält aus Biegebruchversuchen starkarmierter Betoneisenplatten. Man kann dann aus der Bruch ­ last die Bruchspannung des Betons berechnen und erhält jeden ­ falls ein viel zutreffenderes Resultat, wie wenn man die Würfel- festigkeit als massgebend annimmt. Personal-Nachrichten. Seine Königliche Majestät haben allergnädigst geruht, Professur für Baukonstruktionslehre und Eisenbahnhochbau dem zu verleihen am 9. März 1903: ■ Baurat Mörike bei der Ministerialabteilung für das Hochbauwesen das Ritterkreuz I. Klasse des Friedrichsordens dem Baurat unter Verleihung des Titels und Ranges eines Oberbaurats; die Mörike bei der Ministerialabteilung für das Hochbauwasen; erledigte Strassenbauinspektion Calw dem etatsmässigen Regie- zu übertragen am 16. März: rungsbaumeister Burger in Ludwigsburg, die an der Technischen Hochschule erledigte ordentliche An die Vereinsmitglieder. Die Herren Mitglieder werden auf das vom Verbande Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine, Oesterreichischer Ingenieur - und Architekten-Vereine und Schweizerischer Ingenieur- und Architekten-Vereine herausgegebene und im Erscheinen begriffene Werk: „Das Bauernhaus im Deutschen Reich und seinen Grenz ­ gebieten'', „Das Bauernhaus in Oesterreich-Ungarn“, „Das Bauernhaus in der Schweiz“, Verlag von Gerhardt Kühtmann in Dresden, aufmerksam gemacht mit dem Anfügen, dass das Werk an die Vereinsmitglieder zu beachtenswerten Vorzugspreisen abgegeben wird. Es beträgt der Preis für „Das Bauernhaus im Deutschen Reich“, 10 Lieferungen, 30 M. statt 80 M„ „Das Bauernhaus in Oesterreich-Ungarn“, 4 Lieferungen, 16,50 M. statt 45 M„ „Das Bauernhaus in der Schweiz“, 5 Lieferungen, 17 M. statt 51,50 M. Es kann das ganze Werk oder auch nur ein einzelner Band entweder direkt von der Verlagshandlung oder durch Vermittlung des Vereins bezogen werden. Die Herren Mitglieder werden eingeladen, von der Gelegenheit, sich in den Besitz eines so hervorragenden Werkes setzen zu können, recht zahlreichen Gebrauch zu machen. Das nachstehende Schreiben des Vorstandes des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine wird hiemit den Vereinsmitgliedern mit dem Ersuchen bekannt gegeben, ihre für die Herausgabe eines Kommentars zur Gebührenordnung für Arbeiten der Architekten und Ingenieure verwertbaren prakti ­ schen Erfahrungen der Geschäftsstelle des Verbandes — Berlin N.-W. 52, Flemmingstrasse — mitzuteilen. Stuttgart, den 18. April 1903. Der Vorsitzende: Zügel. Dresden-Berlin, den 27. März 1903. An die Einzelvereine! In dem zweijährigen Zeitraum seit Erlass der Gebühren ­ ordnung für Arbeiten der Architekten und Ingenieure hat sich herausgestellt, dass der Wortlaut dieser Gebührenordnung an einigen Stellen eine verschiedene Auslegung zulässt, und haben sich daraus mancherlei Streitigkeiten ergeben. Es erscheint daher durchaus wünschenswert, wenn zu der Gebührenordnung ein Kommentar herausgegeben würde, der in allen zweifelhaften Punkten die Meinung zum Ausdruck bringt, welche bei Auf ­ stellung der Gebührenordnung zu Grunde gelegen hat, bezw. solche Begründungen und Erläuterungen gibt, wie sie sich aus den praktischen Bedürfnissen als zweckmässig herausgestellt haben. Die Vereinigung Berliner Architekten hat den Antrag gestellt, dieser Frage näher zu treten. Dazu ist zunächst die Sammlung von Material erforderlich. Die Vereine werden daher ergebenst ersucht, ihre Mitglieder aufzufordern, aus ihrer praktischen Er ­ fahrung heraus auf alle Punkte der Gebührenordnung aufmerksam zu machen, die ihnen bezüglich der Auslegung nicht klar er ­ scheinen, und solches Material unmittelbar an die Geschäftsstelle des Verbandes einzureichen. Der Vorstand des Verbandes. Der Vorsitzende. Der Geschäftsführer. W a 1 d o w. F. Eiselen. Unter Bezugnahme auf das nachstehend abgedruckte Schreiben des Verbandsvorstandes vom 31. März d. J„ betr. die Durchsicht und Verbesserung der Grundsätze über das Verfahren, bei Wettbewerben werden diejenigen Vereinsmitglieder, die in der Lage sind, bestimmte Vorschläge in diesem Sinne zu machen, ersucht, dem Unterzeichneten hievon Kenntnis zu geben, um für die Vertretung der Vorschläge auf der Abgeordneten-Versamm ­ lung, die im September d. J. in Dresden stattfinden wird, sorgen zu können. Stuttgart, den 18. April 1903. Der Vorsitzende: Zügel. Dresden-Berlin, den 31. März 1903. An die Einzelvereine! Bereits auf der Abgeordneten-Versammlung in Bremen 1900 hat die Vereinigung Berliner Architekten den Antrag gestellt, die von der Abgeordneten-Versammlung in Rothenburg o. T. 1897 angenommenen „Grundsätze für das Verfahren bei Wettbewerben“ einer Durchsicht zu unterziehen, da diese nicht allen Anforde ­ rungen genügten und verbesserungsbedürftig seien. Es ist diese Angelegenheit damals jedoch mit der Begründung zurückgestellt worden, dass es nicht zweckmässig sei, an den vor so kurzer Zeit aufgestellten Grundsätzen schon wieder zu rühren. Die Vereinigung hat nunmehr ihren Antrag wiederholt, da sich in der Zwischenzeit gezeigt habe, dass sich aus der jetzigen Abfassung der Grundsätze in einigen Punkten Unzuträglichkeiten ergeben. Es ist ferner der Antrag gestellt worden, den bestehen ­ den Verbandsausschuss zur Wahrnehmung der Wettbewerbs ­ grundsätze mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Vorlage für die diesjährige Abgeordneten-Versammlung in Dresden zu betrauen. Der Verbands-Vorstand hat diesem Antrage stattgegeben, es wird also diese Frage auf die Tagesordnung der Abgeordneten- Versammlung gesetzt werden. Der Vorstand des Verbandes. Der Vorsitzende. Der Geschäftsführer. W a 1 d o w. F. Eiseien. i l nausgsg.v.Württb. Verein t. Baukunde. — Verantw. Redakteur: Baurat Gebhardt, Stuttgart. — Verlag: Südd. Verl.-Änst., G. m. b. H., München. Druck: G. Franz’sche Hofbuchdruckerei (G. Emil Mayer), München.