1. September 1903. Heft 8. Jahrgang 1903. Inhalt: Evangelische Kirche in Gablenberg. — Schule in Ostheim. — Das Läuten der Kirchenglocken auf mechanischem Wege. — Personalnachrichten. Evangelische Kirche in Gablenberg. (Petruskirche.) Fig. 1. Evang. Kirche Gablenberg. Baurat in Stuttgart. einen Konfirmandensaal für 120 Sitzplätze mit grösseren Neben ­ räumen. Da das Terrain von der Strasse aus nach hinten ziemlich ansteigt, so wurde vom Architekten in Vorschlag gebracht, diesen Saal vorne zu ebener Erde, unter dem eigentlichen Kirchenraum, anzuordnen. Die Kirche selbst steht daher 3,50 m über der Hauptstrasse und ist durch zwei Treppen, die links und rechts vom Hauptein ­ gang im Innern aufwärts führen, zugänglich. Ueber der Kirchentüre ist die in Stein gehauene Figur des Kirchenpa ­ trons, des hl. Apostels und Kirchenfürsten Pe ­ trus mit dem Schlüssel, angebracht, des Felsen ­ mannes, mitten im Wogen und Treiben des Tageslebens hinweisend auf die Ewigkeil sgedan- ken des Evangeliums, die allem menschlichen Tun allein den Ewig ­ keitswert geben. Ueber Petrus, in der Höhe des Giebels, sind die Köpfe von Moses und David, den Reprä ­ sentanten des alten Bun ­ des, ebenfalls in Stein gehauen, angebracht. Desgleichen links und rechts am Portal zwei Eulen, die, wie sonst allerlei kleineres Getier, in der Ornamentik nach dem altkirchlichen Bau ­ stil den Gedanken aus ­ sprechen, dass alle Krea- Fig. 2. Evang. Kirche Gablenberg. tur zu Dienst und Lobe Vorderansicht. Gottes bereit steht. Architekt Th. Frey, Die Kirche steht an der Hauptstrasse in Gablenberg auf dem Platze der alten Kirche, deren Erbauung bis ins 14. Jahr ­ hundert zurückreicht, die ursprünglich der „Salve Regina- Brüderschaft“ in Stuttgart angehörte, und wurde hier ein Gebäude mit dazugehörigem Baumgarten angekauft sowie ein Teil des da ­ hinter liegenden Friedhofes. Es entstand hiedurch ein Bauplatz von 40,0 m Tiefe und ca. 40,0 m Breite. Im Bauprogramm wurde be ­ stimmt, dass die Kirche 750 bis 800 Sitzplätze erhalten solle sowie